Wer kauft das Weinheimer Martin-Luther-Haus?
Das Amtsgericht Mannheim legt den Termin für die vierte Zwangsversteigerung fest, um einen neuen Eigentümer für das ehemalige Gemeindehaus zu finden.
Wenn das Amtsgericht Mannheim am Mittwoch, 12. Februar 2025, um 9 Uhr die Verhandlung eröffnet, dann wird sich zeigen, ob sich bei der nunmehr vierten Zwangsversteigerung ein Käufer für das Martin-Luther-Haus (MLH) in Weinheim findet.
Seit zehn Jahren ist das ehemalige evangelische Gemeindehaus eine Bauruine. Im Juli 2013 hatte die Kirchengemeinde die Immobilie an einen Investor aus Pforzheim verkauft. Das Grundstück blieb in Erbpacht im Eigentum der Gemeinde.
Kirche kündigte die Mietverträge
Damals war geplant, Teile davon nach der Sanierung wieder anzumieten. Auch der evangelische Kirchenbezirk und das evangelische Verwaltungs- und Serviceamt wollten Räume nutzen. Im November 2013 begannen die Sanierungs- und Umbauarbeiten. Doch schon im Juni 2014 tat sich auf der Baustelle nichts mehr. Anscheinend war dem Investor das Geld ausgegangen. 2016 kündigte schließlich die evangelische Kirche die Mietverträge.
Heute wären weder die Anmietung von Räumen noch der Rückkauf der Immobilie Optionen für die evangelische Kirchengemeinde. Ob die Stadt Weinheim als Bieter auftreten wird, ist eine der spannenden Fragen vor dem vierten Termin. Im Sommer hatte das die städtische Pressestelle zumindest nicht ausgeschlossen.
Immobilie im Wert von 2,16 Millionen Euro
Beim dritten Zwangsversteigerungstermin Oktober 2023 hatten immerhin drei Interessenten mitgeboten. Das höchste Gebot (780 000 Euro) kam von einem Mannheimer Geschäftsmann, der sich in der Folge aber mit der Kirchengemeinde nicht über den Verkauf des Grundstücks einigen konnte. Daher verweigerte die Gemeinde ihre Zustimmung zum Verkauf.
Und so wird weiter ein Investor gesucht, der das MLH kaufen möchte, das einerseits aus dem zweigeschossigen (ehemaligen) Pfarrhaus (Baujahr um 1900) und andererseits aus dem Saalbau (Baujahr um 1955) besteht. Hinzu kommt der 2013 begonnene Zwischenbau. Der vom Gutachter geschätzte Verkehrswert der Immobilie liegt bei 2,16 Millionen Euro.