Wer wird Nachfolger von Dr. Torsten Fetzner?
Noch sind keine Namen der Bewerber für das Amt des Ersten Bürgermeisters in Weinheim durchgesickert. Fest steht nur der Wahltermin.
Das Personalkarussell dreht sich, auch wenn Namen aktuell nur hinter vorgehaltener Hand diskutiert werden. Die Frage, wer die Nachfolge des scheidenden Ersten Bürgermeisters Dr. Torsten Fetzner antritt, wird allerdings abschließend erst am 17. Mai beantwortet. Dann entscheidet der Weinheimer Gemeinderat in einer öffentlichen Sitzung, aber in geheimer Wahl über die Bewerber, die bis dahin noch im Rennen sind.
Die Bewerbungsfrist ist bereits am 19. März abgelaufen. Beworben hatte sich auf die Stellenausschreibung für den hauptamtlichen Beigeordneten (Erster Bürgermeister) eine „ausreichende Zahl“ an Anwärtern, wie es Weinheims Pressesprecher Roland Kern vorsichtig ausdrückt.
Was er können muss
Es folgte eine kriterienorientierte Vorauswahl durch die Verwaltung. Erwartet wird laut Ausschreibungstext „eine qualifizierte, aufgeschlossene und engagierte Persönlichkeit mit entsprechender Befähigung und beruflicher Erfahrung“. Weiterhin sind konzeptionelle und organisatorische Fähigkeiten sowie sozialverantwortliche Leitungskompetenz gefordert. Voraussetzung ist außerdem eine abgeschlossene Ausbildung beziehungsweise ein Studium im höheren bautechnischen Verwaltungsdienst, ein entsprechender einschlägiger Hochschulabschluss oder „die Befähigung zum allgemeinen gehobenen Verwaltungsdienst mit entsprechender vergleichbarer qualifizierter Berufserfahrung“.
Qualifikationen, die Weinheims Erste Bürgermeister in seinem Aufgabengebiet unabdingbar braucht. Dazu gehören das Amt für Klimaschutz, Grünflächen und technische Verwaltung, für Stadtentwicklung, für Vermessung, Bodenordnung und Geoinformation, für Baurecht und Denkmalschutz sowie für Immobilienwirtschaft, aber auch das Tiefbauamt mit Baubetriebshof, der Eigenbetrieb Stadtentwässerung und die Feuerwehr mit Katastrophenschutz.
Die aussichtsreichsten Bewerber hatten am Mittwoch in einer nicht-öffentlichen Sitzung des Personalausschusses die Gelegenheit, sich vorzustellen. Dabei handelt es sich lediglich um einen beratenden Ausschuss, dem 13 Mitglieder aus den Reihen des Gemeinderates angehören.
Kandidaten, die den Ausschuss überzeugen konnten, werden sich dem Gemeinderat in der Sitzung am Mittwoch, 17. Mai, präsentieren. Zumindest falls sie weiterhin Interesse an der Stelle haben. Wer sich keine Chancen in der Endrunde ausrechnet, will vielleicht nicht, dass sein Name publik wird. Das ist auch der Grund für die zunächst nicht-öffentliche Beratung und das absolute Stillschweigen. Bisher sind noch keine Namen durchgesickert.
Amtsantritt am 1. August
Während der Oberbürgermeister von den wahlberechtigten Bürgern direkt gewählt wird, entscheidet die Mehrheit des Gemeinderates, wer Erster Bürgermeister wird. Die Amtszeit beträgt acht Jahre. Amtsantritt wäre am 1. August dieses Jahres. Zu diesem Datum geht Torsten Fetzner in den Ruhestand. Die Stadt wünscht sich einen möglichst nahtlosen Übergang. „Aber natürlich kommt es auch auf den bisherigen Arbeitgeber des Kandidaten an, den der Gemeinderat auswählt“, erklärt Kern.
Nach 18 Jahren in den Ruhestand
Dr. Torsten Fetzner hatte seinen Rücktritt überraschend im Januar dieses Jahres angekündigt, nachdem er sich erst im Oktober 2021 nach zwei Amtszeiten und 16 Jahren vom Gemeinderat für weitere acht Jahre hatte wiederwählen lassen. Allerdings hatte er damals in seiner „Bewerbungsrede“ keinen Hehl daraus gemacht, dass er sich auch vorstellen könne, bereits nach vier Jahren in den Ruhestand zu gehen. Dann wäre er nach 20 Jahre als Erster Bürgermeister im Amt und mit 66 Jahre in Rente gegangen.
Dass er sich jetzt schon zwei Jahre früher verabschiedet, begründete er im Januar folgendermaßen: „Ich habe mich dazu entschlossen, weil ich in Zukunft mehr Zeit haben möchte für private Pläne und Ideen, unter anderem auch für den Umwelt- und Naturschutz.“