Rathaus

Dieses Trio buhlt um Fetzner-Nachfolge

Drei Bewerber gehen ins Rennen um das Amt des Ersten Bürgermeisters in Weinheim. Wer es ist und was die Kandidaten antreibt.

Wer wird im Weinheimer Rathaus Erster Bürgermeister? Foto: Philipp Reimer
Wer wird im Weinheimer Rathaus Erster Bürgermeister?

Ein verwaltungsinterner und zwei externe Kandidaten bewerben sich um das Amt des Ersten Bürgermeisters in Weinheim. Am Freitag wurden die Namen von der Weinheimer Stadtverwaltung bekanntgegeben. Die Entscheidung, wer die Nachfolge von Dr. Torsten Fetzner antreten wird, fällt in der Sitzung des Weinheimer Gemeinderates am Mittwoch, 17. Mai, im Rahmen einer öffentlichen Sitzung. Die Stadträte stimmen in geheimer Wahl ab.

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Vorausgegangen war ein Bewerbungsverfahren, bei dem 13 Kandidaten ihr Interesse an dem Posten bekundet hatten. Sieben Bewerber hätten daraufhin die Gelegenheit gehabt, sich im Personalausschuss des Gemeinderates persönlich vorzustellen, aber nur vier nutzen sie. Aus diesen vier schlägt der Personalausschuss drei Kandidaten vor: Andreas Buske aus München, Karin Fendler aus Karlsruhe und Patrick Walter aus Ober-Schönmattenwag.

Patrick Walter. Foto: Privat
Patrick Walter.

Der „Interne“

Walter ist seit über sieben Jahren Referent von Dr. Torsten Fetzner, der am 1. August in den Ruhestand geht, und kennt die Weinheimer Verwaltung. Dort hat er bereits seine Ausbildung absolviert und zunächst die mittlere Verwaltungslaufbahn eingeschlagen. Nach einer Weiterbildung konnte der heute 35-Jährige in den gehobenen Dienst aufsteigen. Walter leitete verschiedene Projektgruppen, unter anderem zum Gewerbegebiet Bergstraße/Langmaasweg sowie die ämterübergreifende Arbeitsgruppe zur Energiekrise.

„Ich will Weinheim voranbringen“, erklärte er im Gespräch mit unserer Zeitung. „Die Qualifikation, die Erfahrung und Stärke bringe ich dafür mit.“ Hauptaugenmerk will er als Bürgermeister auf die Optimierung der Abläufe im technischen Dezernat legen. Walter: „Nur so können die Ziele auf dem Weg zur klimaneutralen Verwaltung, des European Energie Awards und der Zukunftswerkstatt erreicht werden. Das sind Themen, mit denen ich mich zu einhundert Prozent identifiziere.“ An Fetzner schätzt er die Fähigkeit, durch den offenen Austausch zwischen Öffentlichkeit und Verwaltung vermitteln zu können. Auch er möchte die Zusammenarbeit mit den Bürgern als Erster Bürgermeister vorantreiben und als Bindeglied zwischen Verwaltung und Gemeinderat fungieren.

Walter ist ledig, spielte viele Jahre für den FC Odin Schönmattenwag und verbringt heute noch seine Freizeit gerne sportlich in der Natur. Er gehört keiner Partei an.

Karin Fendler. Foto: Privat
Karin Fendler.

Die „Fachfrau“

Ebenfalls vom Fach ist die 40-jährige Karin Fendler aus Karlsruhe. Ihr Ingenieurstudium absolvierte sie an der Technischen Universität Karlsruhe (KIT) in der Fachrichtung Architektur. Vor fünf Jahren übernahm sie Personalverantwortung und die Leitung des Sachgebietes „Objektmanagement“ bei der Karlsruher Stadtverwaltung. Ihr obliegt als hauptverantwortliche Projektleiterin die „Strategie zur nachhaltigen Sanierung der städtischen Gebäude“. Außerdem betreut sie weiterhin konkrete Bauprojekte.

Fendler beschreibt sich als „offen, empathisch, integrativ und mutig“. Als Qualifikation nennt sie eine hohe Lernbereitschaft, Interesse für Neues und die Gabe, sich in andere Menschen hineinversetzen zu können. „Als Erste Bürgermeisterin für Weinheim möchte ich nahbar und für die Bürgerinnen und Bürger ansprechbar sein und mit ihnen zusammen die Zukunft Weinheims gestalten“, erklärt Fendler.

Die Zwei-Burgen-Stadt kennt sie schon seit ihrer Kindheit. Geboren wurde Fendler in Heppenheim, ihre Eltern leben heute in Bensheim. In der Stadt Weinheim sieht sie ein großes Potenzial, besonders angesichts vieler Bürgerinitiativen und Vereinen.

Karin Fendler ist ledig, ungebunden und würde für das Amt der Ersten Bürgermeisterin gerne nach Weinheim ziehen. Sie liebt die Bewegung in der Natur, klettert gern oder geht in den Weinbergen spazieren. Fendler ist seit 2011 Mitglieder in der Partei „Bündnis 90/Die Grünen“, ließ aber alle Ämter seit 2011 ruhen, um Konflikte mit dem Beruf zu vermeiden. „Ich fühle mich zwar den grünen Werten verbunden, will aber eine Bürgermeisterin für alle sein“, verspricht sie.

Andreas Buske. Foto: Privat
Andreas Buske.

Der „Zukunftsgestalter“

Zurück in seine „Herzensstadt“ Weinheim zieht es Andreas Buske. Er ist in Lützelsachsen aufgewachsen und lebt seit 2018 mit seiner Familie in München. Aktuell leitet er bei der Flughafen München GmbH die Geschäftseinheit Immobilien Airport City und verantwortet ein gemischtes Portfolio mit Hotels, kommerziellen Immobilien, interne Büroimmobilien und Parkhäusern. Seine Verantwortung umfasst den vollständigen Immobilienlebenszyklus von der Entwicklung (inkl. Plan- und Baurechtsschaffung) über die Auftraggeberrolle für Hoch- und Tiefbau sowie Facility-Management-Dienstleistungen bis hin zur Vermarktung und Vermietung. Zudem ist der 46-jährige Bauingenieur und Immobilienökonom am Flughafen Mitglied im Gestaltungsbeirat und übergeordnet für das Thema nachhaltiges Bauen verantwortlich. Zuvor war Buske über zwölf Jahre bei der MVV Energie AG in verschiedenen Positionen tätig.

Als Erster Bürgermeister will er Weinheim als lebendige Stadt unter den Burgen erhalten und gemeinsam mit den Bürgern behutsam weiterentwickeln – „als Zukunftsgestalter für das Gemeinwohl, als Brückenbauer mit Blick für das Ganze, als Strukturgeber für das Dezernat und als Umsetzer für die Entscheidungen des Stadtrats“. Ein analytischer Verstand, „Herzblut“ für Mensch und Immobilie sowie umfangreiche Erfahrung im kommunalen Bereich seien Voraussetzung, die er mitbringe.

„Mich treibt der Nachhaltigkeitsgedanke im Sinne des Gemeinwohls an“, erklärt er im Gespräch mit unserer Redaktion. Geprägt in seinem sozialen Engagement haben ihn die Pfadfinder in Lützelsachsen. Dieses ließ er später als Gründungsmitglied des Serviceclubs Round Table 186 Weinheim einfließen.

Seine Rückkehr im Falle seiner Wahl plant Buske zusammen mit seiner Frau und seinem sechsjährigen Sohn. Mit ihnen verbringt er gerne seine Freizeit, hält sich mit Karate fit und schreibt sowohl Bücher als auch einen Blog. Er versteht sich als interdisziplinärer Generalist mit Leidenschaft für Themen der Wirtschaftsethik.

Alle drei Kandidaten werden sich am Mittwoch, 17. Mai, um 18 Uhr in der Sitzung des Gemeinderates im Rolf-Engelbrecht-Haus vorstellen.