Weinheim

Andreas Buske wird Erster Bürgermeister von Weinheim

Der 47-jährige Bauingenieur und Immobilienökonom setzt sich mit einer hauchdünnen Mehrheit gegen seine Mitbewerber durch. Was ihn antreibt und was er in Weinheim bewegen will.

Andreas Buske (Mitte) tritt die Nachfolge von Dr. Torsten Fetzner (links) als Erster Bürgermeister an. Nach der Wahl durch den Gemeinderat gratulierte Weinheims Oberbürgermeister Manuel Just. Foto: Iris Kleefoot
Andreas Buske (Mitte) tritt die Nachfolge von Dr. Torsten Fetzner (links) als Erster Bürgermeister an. Nach der Wahl durch den Gemeinderat gratulierte Weinheims Oberbürgermeister Manuel Just.

Die Wahl fiel mit einer hauchdünnen Mehrheit auf Buske, der jetzt zurück in seine „Herzensstadt“ Weinheim ziehen wird. Er ist in Lützelsachsen aufgewachsen und lebt seit 2018 mit seiner Familie in München. „Ich bin überwältigt und freue mich, jetzt das zurückgeben zu können, was Weinheim mir gegeben hat“, äußerte sich der Wahlsieger direkt im Anschluss an die Entscheidung.

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Spannende Wahlgänge

Vorausgegangen waren zwei spannende Wahlgänge, bei denen die einzige Frau unter den Bewerbern zunächst die Nase vorn hatte. Im ersten Wahlgang entfielen auf Karin Fendler 13 Stimmen, auf Andreas Buske elf und auf den verwaltungsinternen Patrick Walter, den Referenten von Dr. Torsten Fetzner, neun Stimmen. In der anschließenden Stichwahl entschieden sich 17 Stadträte für Buske und nur 16 für Fendler. Zuvor hatten sich alle drei Kandidaten dem Gemeinderat – wie schon im vorausgegangenen Bewerbungsverfahren – präsentiert, ihre fachliche Kompetenz in den Vordergrund gerückt und ihre persönliche Motivation herausgestellt. Die Stadträte nutzten dann die Gelegenheit, den Bewerbern durch Fragen auf den Zahn zu fühlen. Dabei konnte Buske durch Souveränität, Sach- und Ortskenntnis punkten, gab sich ausgesprochen motiviert, kompetent und leidenschaftlich. Etwas steifer, wenngleich authentisch warf Karin Fendler ihr Potenzial in die Waagschale, blieb dabei jedoch oft an der Oberfläche oder wurde gar thematisch „auf dem falschen Fuß erwischt“. Ganz anders der jüngste im Bunde. Patrick Walter, der „Interne“, der seine Karten in der Vorstellungsrunde voll auszuspielen vermochte. Fokussiert, motiviert, zielorientiert, kompetent und gleichzeitig sympathisch, mit Sach-, Fach- und Ortskenntnis – Walter hätte die Fußstapfen, die Fetzner hinterlässt, mit Sicherheit ausfüllen können. Die Entscheidung fiel am Ende anders aus.

Verfrühtes Geburtstagsgeschenk

Für Andreas Buske war die Wahl am Vorabend seines 47. Geburtstages ein verfrühtes Geschenk, das er sich durch eine hochqualifizierte Bewerbung erarbeitet hatte. Als Erster Bürgermeister will er Weinheim als lebendige Stadt unter den Burgen erhalten und gemeinsam mit den Bürgern behutsam weiterentwickeln – „als Zukunftsgestalter für das Gemeinwohl, als Brückenbauer mit Blick für das Ganze, als Strukturgeber für das Dezernat und als Umsetzer für die Entscheidungen des Stadtrats“. Er versteht sich als interdisziplinärer Generalist mit Leidenschaft für Themen der Wirtschaftsethik. Ein analytischer Verstand, „Herzblut“ für Mensch und Immobilie sowie umfangreiche Erfahrung im kommunalen Bereich seien Voraussetzungen, die er mitbringe, hatte er bei der Vorstellung im Gemeinderat erklärt. Buske: „Mich treibt der Nachhaltigkeitsgedanke im Sinne des Gemeinwohls an, weil ich diese Stadt liebe, die mich geprägt hat.“

Noch rechtzeitig zum 1. August?

Buske hat eine Frau und einen Sohn. Mit ihnen verbringt er seine Freizeit, hält sich mit Karate fit und schreibt sowohl Bücher als auch einen Blog. Ob der designierte Erste Bürgermeister seine Aufgaben direkt zum offiziellen Amtsantritt am 1. August in Angriff nehmen kann, ist noch unklar. Die Kündigungsfrist von sechs Monaten bei seinem bisherigen Arbeitgeber soll jedoch nicht ausgereizt werden. „Ich rechne damit, dass ich – wenn nicht am 1. August – spätestens am 1. September anfangen kann“, so Buske.