Weihnachten

10 Tipps vom Profi: Wie eine geschmackvolle Weihnachtsdekoration gelingt

Seine Advents-Ausstellung ist legendär: Der Weinheimer Florist Christian Mayer verrät, wie man die Weihnachtsdekoration geschmackvoll in Szene setzt.

Christian Mayer hat sein Geschäft in der Weinheimer Fußgängerzone schon weihnachtlich dekoriert. Foto: Verena Müller
Christian Mayer hat sein Geschäft in der Weinheimer Fußgängerzone schon weihnachtlich dekoriert.

Hand aufs Herz, was ist das Schönste an der Adventszeit? Für viele Menschen jedenfalls das Dekorieren von Haus, Wohnung, Balkon und Garten. Denn in der Vorweihnachtszeit kann man sich dekomäßig so richtig austoben. Ein bisschen kitschig darf es natürlich auch sein. Aber wie gelingt eine stimmungsvolle Weihnachtsdekoration, die genau die richtige Balance zwischen Romantik, Tradition und Stil findet? Wir haben den Weinheimer Floristen Christian Mayer gefragt, der mit seiner Adventsausstellung in der Fußgängerzone jedes Jahr die Herzen aller Deko-Queens (und Kings) höherschlagen lässt. 10 praktische Tipps vom Profi:

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1. Den Druck rausnehmen

Einfach mal durchatmen und sich Zeit lassen. Man muss ja nicht sofort und an einem einzigen Nachmittag das gesamte Haus weihnachtlich umgestalten. "Ich finde es schön, wenn man sich über die Adventszeit ein bisschen steigern kann. Deshalb: Warum nicht erst mal mit einem schönen Adventskranz beginnen? Der Rest kann entspannt, nach Lust, Laune und Inspiration nach und nach kommen", sagt Christian Mayer. Krönender Abschluss ist für ihn an Heiligabend der Weihnachtsbaum. "Da bin ich altmodisch", sagt der Weinheimer Florist. Erst am 24. Dezember wird er aufgestellt und geschmückt.

2. Sich von der Natur inspirieren lassen

In welchen Farben will ich dekorieren? Was für Zweige soll ich kaufen? Was passt zusammen? "Am besten geht man raus in die Natur, macht zum Beispiel einen Waldspaziergang und lässt sich von den Farben, von den Formen und der Beschaffenheit der Materialien inspirieren", sagt Christian Mayer. Die Natur liegt im Advent 2023 auch dekotechnisch im Trend. Neben der traditionellen Kombination von Rot und Grün dominieren Erdfarben in harmonischem Zusammenspiel mit den verschiedenen Grüntönen.

Das schönste Zusammenspiel von Farben und Formen kommt in der Natur vor und bietet eine hervorragende Inspiration zum Dekorieren. Foto: Pixabay
Das schönste Zusammenspiel von Farben und Formen kommt in der Natur vor und bietet eine hervorragende Inspiration zum Dekorieren.

3. Das Stil- und Farbkonzept der Wohnung berücksichtigen

Üppig barock oder eher kühl skandinavisch? Die Weihnachtsdeko sollte in Farbe und Stil natürlich zur Einrichtung passen, so ergibt sich ein harmonischer Gesamteindruck. "Wenn ich gedeckte Farben und klare Designs bevorzuge, dann passen vermutlich viele Samtschleifen und überbordendes Gold eher nicht", sagt Christian Mayer. Ob man beim Dekorieren aber dem eigenen Farbkonzept streng treu bleibt oder beispielsweise bewusst auf Farbtupfer oder Stilbrüche setzt, bleibt am Ende dem eigenen Geschmack überlassen. Wer unsicher ist: "Naturtöne fügen sich immer harmonisch ein", sagt Christian Mayer. Damit macht man im Zweifel also nichts verkehrt.

3. Den eigenen Fundus sichten und ordnen

Auch bei der Weihnachtsdekoration ist Nachhaltigkeit ein wichtiger Faktor. Und: "Tradition liegt wieder im Trend", sagt Christian Mayer. Deshalb erst einmal ab in den Keller und auf den Dachboden und sichten, was man bereits besitzt. "Am besten packt man die Sachen aus, breitet sie zum Beispiel auf einem großen Tisch aus, nimmt sie in die Hand und legt sie schon einmal in Gruppen zusammen, von denen man glaubt, dass sie eine spannende Kombination ergeben", sagt er. Spannend wird es dann, wenn zum Beispiel Glänzendes und Glattes wie Silber mit rauen, holzigen, rustikalen Oberflächen zusammentrifft. Althergebrachtes kann mit ein bisschen Fantasie ganz neu interpretiert werden. Beim Neukauf, empfiehlt Christian Mayer sich ruhig auch mal spontan leiten zu lassen. "Aber das eigene Deko-Konzept sollte man natürlich schon im Hinterkopf haben", betont er.

Der Nussknacker weckt nostalgische Erinnerungen? Wunderbar, mit den richtigen "Partnern" zum Beispiel in denselben Farben, ergibt er eine stimmungsvolle Dekoration. Foto: Pixabay/Nikolina
Der Nussknacker weckt nostalgische Erinnerungen? Wunderbar, mit den richtigen "Partnern" zum Beispiel in denselben Farben, ergibt er eine stimmungsvolle Dekoration.

4. Tanne oder Kiefer - die Wahl der Zweige

Keine stimmungsvolle Adventsdekoration kommt ohne echte Zweige aus. Ob man Kiefer oder Tanne wählt, kommt im Wesentlichen darauf an, wie man die Zweige einsetzen will. "Kiefernzweige kann man sehr gut auch vereinzelt einsetzen, weil sie von ihrem Wuchs sehr spannend sind", sagt der Florist. "Tannenzweige hingegen sind einzeln oft langweilig, sie entfalten ihre Wirkung, wenn man viele kombiniert." Wie beim Deko-Fundus gilt. Den Ast in die Hand nehmen, seinen Wuchs betrachten und sich überlegen - wie kommt er am besten zur Geltung. Braucht er Gesellschaft oder wirkt er für sich allein?

5. Eine schöne Atmosphäre schaffen

Die Adventsdekoration soll die Sinne erfreuen, eine schöne und gemütliche Atmosphäre schaffen? Das geht gleich leichter, wenn man sich vorab in Stimmung bringt. Die Lieblingsmusik auflegen, eine gute Tasse Kaffee, Tee oder ein Schlückchen Prosecco und schon kann es losgehen. Köstlich schmeckt auch ein Gingerbread-Latte (hier geht's zum Rezept).

6. So kommt Ruhe rein

Mal hier eine Kerze mit ein paar Zweigen, mal da ein Weihnachtsengel und der Nussknacker dort drüben. Wer die Dekoration auf die gesamte Wohnung verteilt, sorgt eher für Chaos als für eine schöne Stimmung. Damit Ruhe reinkommt, rät Christian Mayer dazu, Akzente an ausgewählten Stellen zu setzen. "Man kann bestimmte Orte festlegen, an denen man seine Deko schön in Szene setzt, zum Beispiel den Esstisch, den Couchtisch oder ein bestimmtes Fensterbrett. Andere Orte wiederum lässt man frei. Das wirkt deutlich ruhiger."

7. Die Mischung macht's

Ob eine Dekoration ein Hingucker im allerbesten Fall ist, hängt im Wesentlichen von der Mischung ab. "Trockenblumen sind beispielsweise gerade ein großer Trend, auch bei der Weihnachtsdekoration. Ich setzte auch Trockenblumen ein - aber immer in Kombination mit frischen Materialien aus der Natur. Das gibt dem Ensemble Wärme und Einzigartigkeit", sagt Christian Mayer. Rein künstliche Deko ohne natürliche Materialien kann schnell langweilig wirken. Ähnlich verhält es sich aber auch andersherum. "Wenn ich beispielsweise ein Gesteck in Naturfarben habe, mit vielen natürlichen Materialien, dann darf schon eine kleine Portion Glanz oder Glitzer dazwischen sein. "Das sorgt dafür, dass sich das Auge festhalten kann", so der Weinheimer Florist.

8. Lichterketten richtig einsetzen

Zu Lichterketten hat Christian Mayer eine ganz klare Meinung: "Auf jeden Fall! Aber gut vorbereitet und in die Dekoration integriert", sagt er. Statt eine einzelne Lichterkette einsam und allein irgendwo zu drapieren, lohnt sich auch hier die Überlegung, wie und wo sie besonders gut zur Geltung kommt. Licht schafft in jedem Fall zusätzliche Effekte und sorgt für eine angenehme Stimmung.

Lichterketten kommen am schönsten zur Geltung, wenn man sie mit der Weihnachtsdekoration kombiniert und diese so gekonnt in Szene setzt. Foto: Pexels/Cottonbro Studio
Lichterketten kommen am schönsten zur Geltung, wenn man sie mit der Weihnachtsdekoration kombiniert und diese so gekonnt in Szene setzt.

9. Der Weihnachtsbaum - die Krönung

Spätestens am 24. Dezember hat der Weihnachtsbaum seinen großen Auftritt und stellt natürlich in der Regel den Rest der Weihnachtsdekoration in den Schatten. Auch hier ist erlaubt, was gefällt - und was zu den jeweiligen Lebensumständen passt. Ein Haushalt mit kleinen Kindern setzt möglicherweise auf verspielte, selbstgebastelte, kunterbunte Dekoration und Elektrokerzen, für andere wiederum soll der Baum perfekt ins Wohnkonzept passen. Was allerdings den Zeitpunkt des Aufstellens anbelangt: Viele schmücken den Weihnachtsbaum schon in der Adventszeit festlich und erfreuen sich - so das Argument - viele Wochen an ihm. "Die klassische Zeit für den Weihnachtsbaum ist allerdings vom 24. Dezember bis mindestens zum 6. Januar", sagt Christian Mayer, der sich privat da an diese Tradition hält. Nach dem 6. Januar ist im Übrigen auch die Zeit, an der die Weihnachtsdekoration nach und nach wieder in Kisten und Schachteln verschwinden kann. Theoretisch...

10. Wenn die Deko in die Verlängerung geht

Sie haben sich viel Mühe mit der Weihnachtsdekoration gegeben? Prima, denn mit ein paar Tricks kann man aus der Weihnachts- eine Winterdeko zaubern. Christian Mayer verrät, wie das mit der Verlängerung geht: "Wenn man die Weihnachtsornamentik herausnimmt, dann hat man einfach eine schöne Winterdekoration - die ist dann auch etwas luftiger und man kann wieder ein wenig Durchatmen." So wie am Beginn der Deko-Saison plädiert Christian Mayer am Ende für ein gewisses "Ausschleichen". Der Vorteil für alle, die die Weihnachtszeit besonders lieben: Der Abschied fällt dann nicht ganz so hart aus.