27:27 für HSG Weschnitztal trotz frühem Platzverweis
Spielertrainer Gerrit Fey sieht beim Spiel beim TSV Knittlingen schon nach acht Minuten die Rote Karte.
Weschnitztal. Gerrit Fey, Spielertrainer des Handball-Oberligisten HSG Weschnitztal, musste einen Moment überlegen, ob das 27:27-Remis beim TSV Knittlingen nun ein Punktverlust oder ein Punktgewinn war. „Ich denke, das geht schon in Ordnung, auch wenn wir im letzten Angriff noch einmal eine Chance zum Sieg hatten“, meint er mit Blick auf eine Situation, in der es noch ein siebenmeterreifes Foul gab, aber nicht gepfiffen wurde. „Unterm Strich haben wir uns aber diesen einen Punkt wirklich verdient“, attestierte er seiner Mannschaft eine kämpferisch starke Leistung und vor allem defensiv große Fortschritte.
Fey selbst konnte daran schon nach kurzer Zeit nicht mehr mitwirken. Bereits in der achten Minute sah der Spielertrainer die Rote Karte, nachdem er bei einer Abwehraktion einen Gegenspieler hart im Gesicht traf. „Das war absolut keine Absicht. Ich wollte nach dem Ball gehen, der Gegenspieler sieht mich nicht kommen und läuft direkt in meine Hand rein“, beschreibt er die Szene und gibt zu: „Die Rote Karte war okay.“
HSG legt meist vor
Die Odenwälder ließen sich davon aber nicht beirren. Im Gegenteil: Es wirkte, als würden sie noch ein paar Prozent mehr geben. Die HSG setzte sich auf 8:5 ab (14.) und legte auch danach meist knapp vor. Immer wieder führte Weschnitztal mit zwei Toren, auch nach der Pause beim 21:19 (43.) und letztmals beim 25:23 (51.). Danach bekam Knittlingen Oberwasser, nutzte eine Zeitstrafe gegen die Gäste zum Ausgleich. David Bonelli brachte die HSG wieder mit 26:25 in Führung und danach stand die Deckung und erkämpfte sich den Ball.
Auf der anderen Seite bekam Weschnitztal einen Strafwurf zugesprochen, hatte die große Chance, wieder auf zwei Tore zu erhöhen, doch Christian Buse scheiterte. Eine Minute später machte er es aber aus dem Feld wieder besser, traf nach dem neuerlichen Ausgleich der Gastgeber zur 27:26-Führung, die aber nur 17 Sekunden Bestand hatte. Nach dem 27:27 nahm Weschnitztal noch einmal eine Auszeit, spielte den letzten Angriff wirklich gut, wurde aber nicht mehr belohnt.
„Es war ein offener Schlagabtausch und sicherlich unsere beste Leistung gegen eine starke Mannschaft auswärts“, meinte Fey im Anschluss, nachdem er die Partie von der Tribüne aus verfolgen musste. „Das lässt uns schon positiv nach vorne blicken.“
HSG: Schmitt, Kiss - Mitrovic (5), Fey (1), Bach, Clemens, Dietrich (3), Niklas Zehrbach, Bonelli (2), Timo Zehrbach (3), Buse (8/3), Weis, Sauer (3), Hammann (2).
Siegesserie gerissen
Wieblingen II - Weschnitztal II 27:22 (11:11): Die Siegesserie der zweiten Mannschaft der HSG Weschnitztal in der Bezirksliga ist gerissen, mit 22:27 (11:11) unterlagen die ersatzgeschwächten Odenwälder beim TSV Wieblingen II. „Man hat schon gemerkt, dass einige Abläufe nicht gepasst haben“, befand HSG-Spieler David Wieder. Besonders das Fehlen von Alexander Postel am Kreis und in der Deckung machte sich im Lauf der Partie bemerkbar. „Und dann war da noch unser altes Problem: Das Spiel ohne Harz“, so Wieder mit Blick auf das Klebemittelverbot in Wieblingen. So summierten sich im Laufe der zweiten Hälfte die kleine Fehler zur Fünf-Tore-Niederlage.
HSG II: Baumhauer, Schneider - Beschorner (4), Bürner (3), Emmerich, Dewald, Brehm (2), Buchner (3), Arnold, Schmitt, Ripper (2), Hohl (1), Wieder (1), Wiegand (6). mep