Ringen

KSV Rimbach wird erstklassig und wechselt den Trainer

Der KSV Rimbach macht mit Pascal Mieslinger nicht weiter und sucht einen neuen Greco-Coach. Es wird die letzte Saison in der 2. Liga sein. Aus Fahrenbach kommt ein hoffnungsvoller Neuzugang.

Der KSV Rimbach will auch in der neuen Saison wieder im vorderen Tabellendrittel der 2. Liga landen. Nico Schmitt hat jedenfalls schon einmal alles im Griff. Foto: Fritz Kopetzky
Der KSV Rimbach will auch in der neuen Saison wieder im vorderen Tabellendrittel der 2. Liga landen. Nico Schmitt hat jedenfalls schon einmal alles im Griff.


Rimbach. Einiges getan hat sich bei den Ringern des KSV Rimbach, seitdem vor Weihnachten die Saison in der 2. Bundesliga Ost auf Platz vier beendet wurde. Die wichtigste Personalie zuerst: Der KSV Rimbach hat sich nach zwei Jahren von Trainer Pascal Mieslinger getrennt. KSV-Sportwart Oliver Schmitt spricht von einer fairen und rechtzeitigen Trennung, die beiden Seiten die Zeit gibt, um sich bis zu Start der Saison Ende September neu zu orientieren.

Newsletter

Holen Sie sich den WNOZ-Newsletter und verpassen Sie keine Nachrichten aus Ihrer Region und aller Welt.

Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

Für den Freistilbereich ist in Rimbach weiterhin Vitali Wagin zuständig. Seit 1. Januar ist der Darmstädter am Bundesstützpunkt in Aschaffenburg auch für den Deutschen Ringer-Bund (DRB) als Trainer im freien Stil tätig. Wagin gilt als einer der derzeit erfolgreichsten Nachwuchstrainer im Freistil. Seine herausragende Arbeit wird durch die Erfolge seiner Athleten belegt: Sein Sohn Manuel Wagin wurde 2024 Vizeweltmeister der U17, während der Rimbacher Felix Schmitt den dritten Platz bei den Europameisterschaften erreichte.

Platz im vorderen Drittel

Für den Greco-Bereich suchen die Rimbacher jetzt einen technisch versierten Trainer, der die Ringer weiter voranbringt. „Wir wollten einen etwas anderen Weg einschlagen“, sagt Oliver Schmitt, der betont, dass Pascal Mieslinger alle Erwartungen erfüllt habe. Ein neuer Trainer soll jetzt für neue Motivation und frischen Wind in der Mannschaft sorgen. Zudem geht der Blick des KSV Rimbach schon in das Jahr 2026, wo die 2. Ligen in die 1. Bundesliga einverleibt werden. In der Vergangenheit hatte der DRB schon einmal die 2. Ligen abgeschafft. In der übernächsten Saison sind die Rimbacher also in jedem erstklassig – und dafür muss man auf allen Ebenen noch etwas tun.

Dass die Rimbacher 2026 die Herausforderung in der 1. Liga annehmen, stets außer Frage. Schon jetzt sollte die Mannschaft konkurrenzfähig sein, denn in der 2. Liga wurde der KSV zweimal Vizemeister und verpasste nur durch großes Verletzungspech in der vergangenen Saison eine bessere Platzierung. Felix Schmitt konnte wegen eines Kreuzbandrisses gar nicht ringen. Er befindet sich aber auf einem guten Weg und seiner Rückkehr auf die Matte sollte nichts im Wege stehen. Der Tscheche Oldrich Varga war ebenfalls verletzt und musste seine Form finden. Beide sind normalerweise Siegringer.

Nicht noch einmal

In der Klasse bis 61 kg Griechisch-römisch bekam Leon Zinser die Chance, hatte es aber schwer gegen die teils ausländischen Gegner. „Dennoch haben wir eine gute Saison gerungen und lagen nur einen Punkt hinter dem Dritten“, sagt der Sportwart. Zu Hause wurde zudem nur ein Kampf gegen den Tabellenzweiten SV Johannis Nürnberg verloren. Jetzt ist Schmitt aber erst einmal froh, die ungeliebte Ost-Gruppe verlassen zu haben, denn in der neuen Saison rutschen die Rimbacher in die 2. Bundesliga Süd, zudem gibt es eine Nord-Gruppe. Vor einem Jahr haderten die Odenwälder mit ihrer Einteilung, denn sie mussten weite Auswärtsfahrten – unter anderem bis an die Ostsee zum KSV Lübtheen – in Kauf nehmen. „Es ist gerade für unsere jungen Ringer schlecht, wenn sie Samstag und Sonntag weg sind und es montags dann wieder in die Schule oder zur Arbeit geht. Da verliert man die Lust“, sagt Schmitt. Dennoch zogen die Rimbacher die Runde durch – immerhin waren neue Gegner auch eine neue Erfahrung – doch das Signal an den DRB war deutlich: Noch einmal würde der KSV Rimbach so nicht in der 2. Liga ringen.

Derbys in der Süd-Gruppe

Künftig gibt es gegen RKG Reilingen/Hockenheim und KSV Ketsch zwei Derbys, und auch die Fahrten ins Saarland zum KV Riegelsberg, AC Heusweiler und ASV Hüttigweiler oder zum ASV Urloffen in der Gemeinde Appenweier in Baden ist nicht ganz so weit. An den Bodensee geht es, wenn die KG Baienfurt/Ravensburg Gastgeber ist. Acht Mannschaft und damit eine mehr als in der vergangenen Saison sind in der Liga, das macht auch einen Heimkampf mehr in der Odenwaldhalle aus. „Unsere Zuschauer wird das freuen“, ist Schmitt zufrieden. Anspruch der Rimbacher ist es, wieder im vorderen Drittel zu landen.

Arnold kommt aus Fahrenbach

Zwei Neuzugänge stehen bereits fest: Vom SV Fahrenbach, der aus der Oberliga zurückgezogen hat, kommt Dominic Arnold. Der Deutsche Meister der Junioren soll beim KSV 80 kg Griechisch-römisch ringen. Vom Bundesligisten KSV Köllerbach wechselt Kevin Gremm in den Odenwald und ist für 86/98 kg Griechisch-römisch eingeplant. Der Pirmasenser ist der Enkel von Karl-Heinz Hebling, Gewinner der Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal. Seine Mutter stand früher mit Oliver Schmitts Frau Manuela, geborene Eckert, in der Nationalmannschaft – man kennt sich also schon länger. Mit einem deutschen Ringer für die Klasse 75 kg Griechisch-römisch steht der KSV kurz vor dem Abschluss. Verlassen wird Rimbach wohl Oldrich Varga, der Tscheche hatte bereits angekündigt, dass es seine letzte Saison ist. Ob dann sein Landsmann Jakub Bielesz allein die weite Anreise macht, ist fraglich. Das Bleiben von Schwergewichtler Rafal Krajewski aus Polen ist ebenfalls noch nicht sicher.

Auch wenn die Rimbacher traditionell auf deutsche Ringer setzen, und dann am liebsten auf ihre eigenen Leute, „ohne Ausländer geht es nicht“, sagt Schmitt. Der Saisonetat dürfte unter anderem durch die kürzeren Wegstrecken etwas niedriger werden. Der Sportwart dankt den treuen Sponsoren, weiß aber auch, dass angesichts der schlechten Wirtschaftslage der Verein noch mehr gefordert sein wird.

Zweite geht in die Oberliga

Die zweite Mannschaft steigt als Hessenliga-Meister in die Oberliga auf – auch das eine Herausforderung für die junge Truppe. In der Vorrunde sind die Rimbacher von Sieg zu Sieg geeilt. Erst nachdem unter anderem Punktegarant Kelvin Täumert durch den Ausfall von Felix Schmitt nach oben gezogen werden musste, gab es noch drei Niederlagen. „Ansonsten hätten wir wohl keinen Kampf verloren“, glaubt Schmitt. Ziel ist der Klassenerhalt.