Fußball

Der Wald-Michelbacher Timo Fischer glänzt in ungewohnter Rolle

Timo Fischer trifft doppelt für die SG Wald-Michelbach und zeigt bei seinem Fallrückzieher akrobatische Fähigkeiten. Am Sonntag kommt Ex-Klub TSV Auerbach.

Timo Fischer (links) ist bei der SG Wald-Michelbach eigentlich eher fürs Toreverhindern zuständig, beim 3:0-Sieg gegen den SV Groß-Bieberau erzielte der 29-Jährige aber gleich zwei Treffer. Foto: Ernst Lotz
Timo Fischer (links) ist bei der SG Wald-Michelbach eigentlich eher fürs Toreverhindern zuständig, beim 3:0-Sieg gegen den SV Groß-Bieberau erzielte der 29-Jährige aber gleich zwei Treffer.

„Es war schon eine kleine artistische Leistung“, blickt Timo Fischer grinsend auf seinen großen Moment im jüngsten Auftritt von Fußball-Gruppenligist SG Wald-Michelbach. Im Heimspiel gegen den SV Groß-Bieberau brachte der Verteidiger seine Grün-Weißen kurz vor der Pause auf Kurs – mit einem sehenswerten Fallrückzieher, seinem ersten Tor dieser Art, traf der 28-Jährige zur Führung für die Heimelf. Artistisch – wobei: „Für Außenstehende sah das bei meiner Größe vielleicht gar nicht so gelenkig aus“, ergänzt der 1,93-Meter-Hüne und lacht.

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"Für Außenstehende sah das bei meiner Größe vielleicht gar nicht so gelenkig aus" - Timo Fischer

Zehn Minuten vor Schluss avancierte Fischer mit seinem Kopfballtor zum 2:0 dann vollends zum Mann des Spiels und bereitete sich beim 3:0-Sieg damit selbst ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk. Seinen Ehrentag hatte er am Tag davor „gemütlich mit der Familie“ verbracht. „Nach dem Spiel haben sich alle sehr für mich gefreut“, blickt Fischer freudig auf die Reaktion der Mitspieler, die im zweiten Heimauftritt durch die Bank zu überzeugen wussten.

Andere Vorbereitung

Die Vorbereitung auf das Spiel war angesichts der folgenden Kerwe in Wald-Michelbach diesmal eine andere: Helfen beim Aufbau, dazu statt Training ein gemeinsamer Schwimmbadbesuch und Volleyball. „Vielleicht hat das die Köpfe freigemacht“, mutmaßt Fischer. Mit zwei Siegen aus drei Spielen sieht er den „Start durchaus gelungen“. Nach dem 0:3 beim SV Geinsheim feierte die Elf von Trainer Nico Garotti beim Heimdebüt ein 4:2 über Riedrode. „Daheim sind wir sowieso stark. Dort wollen wir auch alle Spiele gewinnen“, sagt Fischer selbstbewusst. Ergo soll am Sonntag direkt der nächste Dreier her, wenn die SG die TSV Auerbach empfängt (15 Uhr). Für Fischer ist es eine Begegnung mit der eigenen Vergangenheit, denn vor zwei Jahren spielte er noch für die Gäste, ehe er im vorvergangenen Sommer zu Wald-Michelbach wechselte. Ein guter Schritt, wie er betont: „Ich fühle mich sehr wohl. Unseren Trainer kenne ich privat schon lange, zudem haben wir bei den Sportfreunden Heppenheim und Eintracht Wald-Michelbach zusammengespielt. Seine Philosophie eines spielerischen Ansatzes passt auch sehr gut zu mir und der Mannschaft“, erklärt der Bayern-Fan: „Es ist mit die beste Station, die ich hatte.“

Aufstieg in die U19-Bundesliga

Aus Laudenbach stammend, begann Fischer bei Starkenburgia Heppenheim mit dem Kicken. In der D-Jugend zog es ihn zum SV Darmstadt 98, wohin er nach einem Wechsel zur B-Jugend von Waldhof Mannheim als A-Jugendlicher zurückkehrte – verbunden mit einem schönen Erfolg: „Wir sind mit Darmstadt sogar in die U19-Bundesliga aufgestiegen.“

Danach ging es für drei Jahre zu Eintracht Wald-Michelbach. 2017 zog es den im selben Jahr ausgelernten Mechatroniker für Kältetechnik nach Heppenheim. Beruflich habe er „immer etwas Handwerkliches machen“ wollen. Vom Ausbildungsbetrieb in Schriesheim wurde er übernommen und arbeitet dort nach wie vor. Privat hat er sein Glück mit seiner Jessica ebenfalls gefunden: „Nächstes Jahr wollen wir heiraten“, verrät Fischer.

Fußballerisches Glück soll sich derweil mit einer erneut guten Runde mit dem Gruppenliga-Sechsten der Vorsaison einstellen: „Es gibt sicher fünf oder sechs Absteiger, daher steckt man immer irgendwo im Abstiegskampf. Letzte Saison mussten wir lange zittern“, weiß Fischer. Umso wichtiger wäre der nächste Sieg. Gegen Ex-Club Auerbach gelang ihm im Vorjahr beim 3:1 übrigens das erste von drei Saisontoren. Wiederholung erwünscht: „Es wäre ein Traum, gleich wieder zu treffen. Aber Auerbach ist kein schlechtes Team“, warnt Fischer. Wenn er jedoch wieder so gut drauf ist wie zuletzt, stehen die Chancen auf das nächste Erfolgserlebnis sicher nicht schlecht. dbe