Drei Spiele an einem Tag
Holger Giebel besucht in Australien in erster Linie die Spiele der Frauen-WM. Fernab des Turniers erlebte er nun aber auch den "perfekten Groundhopper-Tag".
Für einen Groundhopper habe ich einen geradezu perfekten Tag erlebt. Drei Spiele und somit drei neue Stadien an einem Tag, das gibt’s tatsächlich nicht allzu häufig. Lediglich bei einem Ausflug nach Berlin ist es mir geglückt, sogar vier Grounds an einem Tag einzusammeln.
Aber auch drei sind schon eine Seltenheit. Ich hatte das Glück, dass es zeitlich perfekt passte, und es auch räumlich so nah beieinander lag, sodass ich es jeweils rechtzeitig bis zum Anstoß schaffte.
250 Zuschauer beim Zweitligaspiel
Bei zwei der drei Spiele handelte es sich um Partien der National Premier League New South Wales. Es ist eine Art Zweite Liga. Diese ist in Australien in verschiedene Regionen untergliedert. Doch da wurde gleich ein markanter Unterschied erkennbar. Während in unseren Breiten der Zweitligafußball durchaus die Massen zu bewegen weiß, spielt er hier beim Publikum keine große Rolle. Rund 250 Personen verirrten sich ins Stadion.
Damit kann bei einem interessanten Spiel in Deutschland auch mancher Kreisligist aufwarten. In Australien liegt die Aufmerksamkeit der Menschen dann doch eindeutig auf der erstklassigen A-League. Selbstverständlich muss auch angefügt werden, dass der Fußball Down Under nicht die Bedeutung hat wie andere Sportarten. Er rangiert hinter Rugby, Cricket und Australian Football.
Der Platz gleicht einem Acker
Die drei Grounds befinden sich allesamt in Stadtteilen Sydneys. Den Auftakt machte der Belmore Sports Ground, ein Stadion, in dem auch Rugby gespielt wird. Ein gepflegtes Passspiel war auf dem Acker insofern kaum möglich. Unterhaltsam war es trotzdem.
Sydney Olympic setzte sich gegen die Reserve der Central Coast Mariners mit 5:1 durch. Auffallend: Statt des bei uns üblichen Stadionbiers trinken die Australier lieber einen Flat White – einen Milchkaffee australischer Prägung – oder einen Tee. Vielleicht liegt’s auch daran, dass man im Winter eben gern was Warmes trinkt. Es waren schließlich kühle 23 Grad.
Erinnerungen an Südafrika
Die Heimfans, die sich in dem sicher mehr als 10.000 Menschen fassenden Stadion verloren, hatten ihre Freude. Einer feierte die Tore sogar mit Vuvuzela. Der Schrecken der Fußball-WM in Südafrika kehrt zurück. Von Belmore ging es nach Leichhardt. Dort stand das Spitzenspiel an.
Tabellenführer APIA Leichhardt empfing im schmucken Lambert Park den unmittelbaren Verfolger Blacktown City. Die Partie wurde der Bezeichnung Topspiel absolut gerecht. 90 Minuten Powerfußball mit vielen Torchancen und rassigen Zweikämpfen. Das bessere Ende hatten die Gäste: Blacktown siegte mit 2:1.
Auch zwei Saarländer sind dabei
Nur fünf Minuten mit der Straßenbahn entfernt liegt das Arlingon Oval. Dort spielten in der viertklassigen NPL 3 die Inner West Hawks gegen die Reserve der Newcastle Jets.
3:0 siegten die Gäste vor 80 Zuschauern. Zwei davon waren Dieter und Marc aus Saarbrücken. Auch sie sind eigentlich wegen der Weltmeisterschaft der Frauen hier.