Fußball

Fehlstart sorgt für Gesprächsbedarf beim SV Unter-Flockenbach

Nach drei Pflichtspielen ist der SV Unter-Flockenbach noch ohne Sieg. Manager Rana Nag sieht zwei „Endspiele“ auf den Hessenliga-Absteiger zukommen.

Kapitän Morris Nag stand in Bad Homburg erstmals seit seinem Sehnenanriss im Oberschenkel vor vier Monaten wieder in der Startelf des SV Unter-Flockenbach. Zusammen mit Jens Bundschuh (im Hintergrund) und Torwart Arthur Kovis war Nag nur eine von vier Spielern, die für den SV Unter-Flockenbach bereits in der vergangenen Saison am Ball waren. Foto: Fritz Kopetzky
Kapitän Morris Nag stand in Bad Homburg erstmals seit seinem Sehnenanriss im Oberschenkel vor vier Monaten wieder in der Startelf des SV Unter-Flockenbach. Zusammen mit Jens Bundschuh (im Hintergrund) und Torwart Arthur Kovis war Nag nur eine von vier Spielern, die für den SV Unter-Flockenbach bereits in der vergangenen Saison am Ball waren.

Unter-Flockenbach. Eigentlich wollte Rana Nag am Montagabend nur gemütlich sein Bier auf der Weinheimer Kerwe trinken. Doch dazu kam es nicht. Der Manager des Hessenliga-Absteigers SV Unter-Flockenbach sucht nach Erklärungen – nach dem Fehlstart in der Fußball-Verbandsliga Süd ist der Gesprächsbedarf groß.

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Die Bilanz: Nach der 1:2-Niederlage in Bad Homburg warten die neu formierten Unter-Flockenbacher nach drei Pflichtspielen noch auf den ersten Sieg. Zuerst das Aus im Hessenpokal beim Klassenkonkurrenten FCA Darmstadt – dem nächsten Gegner am kommenden Samstag –, dann ein mageres 1:1 zu Hause gegen Kickers Offenbach II, nun eine weitere Auswärtspleite. Für ein Team, das oben mitspielen wollte, ein ernüchternder Start.

Alle müssen sich hinterfragen

„Bedenklich würde ich es nicht nennen“, sagt Nag, der in Bad Homburg nicht dabei war. „Natürlich sind die Ergebnisse schlecht. Wir hatten uns vier Punkte erhofft.“ Spielerisch sei es aber nicht so miserabel gewesen. Eine Trainerdiskussion lehnt er deshalb ab: „Wir müssen uns alle hinterfragen, denn wir stehen alle in der Verantwortung. Die nächsten beiden Heimspiele sind so etwas wie Endspiele. Danach müssen wir die Lage neu bewerten.“

Trainer Dalio Memic weiß, dass nun Ergebnisse her müssen: erst gegen den punktlosen Tabellenletzten FCA Darmstadt, dann am Mittwoch gegen den VfR Groß-Gerau. Bleiben die Punkte nicht auf dem Wetzelsberg, könnte es trotz seiner Verdienste eng für ihn werden.

Ein Muster ist erkennbar

Auffällig ist ein Muster, das schon in der Hessenliga zu sehen war: verhaltener Start, dann individuelle Patzer – und der Spielfaden reißt. So auch in Bad Homburg, obwohl mit dem Torschützen Fabio Lo Porto, Donat Maraj, Simon Aniol, Ilya Ertanir, Simon Katich, Matthias Kuhn und Jann Germies sieben Neuzugänge in der Startelf standen. Zudem feierte Kapitän Morris Nag nach viermonatiger Verletzungspause (Sehnenanriss im Oberschenkel) sein Comeback von Beginn an. Doch der Negativlauf hält an – genau vor diesem Risiko hatte der Manager vor Saisonstart gewarnt und die (zwangsläufige) Favoritenrolle eines Absteigers nur mit Vorsicht angenommen.

Auch der Verweis auf fehlende Durchschlagskraft im Angriff und die Abgänge von Lotfi Graidia sowie Angel Arthee und die anhaltende Verletzung von Linus Hebling erklärt die Misere nur teilweise. Besonders Arthees kurzfristiger Wechsel nach seinem Nationalmannschaftsdebüt für Mauritius zum Hessenligisten FC Eddersheim traf den SVU hart.

Ein echter Torjäger mit Wucht scheint derzeit unerreichbar – so wie Terrence Boyd, den Drittligist SV Waldhof Mannheim scheinbar ausgemustert hat. Auf der Weinheimer Kerwe wird Rana Nag so einen Spieler jedenfalls nicht finden.