Social Media

Einblick in Okan Cenelis Leben als Content-Creator

Okan Ceneli begeistert unter dem Pseudonym okanfnw rund 400.000 Fans in den sozialen Netzwerken. Er ist bekannt für seine unterhaltsamen Inhalte rund um das Thema Fußball. In unserem Gespräch erzählt der Content-Creator von seinem Berufsweg, gibt Einblicke in sein privates Leben und kündigt ein neues großes Projekt an.

Okan Ceneli begeistert sich vor allem für den Jugendfußball und junge Talente. Foto: Okan Ceneli
Okan Ceneli begeistert sich vor allem für den Jugendfußball und junge Talente.

Knapp sieben Monate ist es her, dass WNOZ über Okan Ceneli zuletzt berichtet hat. Damals ging es um seinen Wechsel vom FSV Rimbach zum Erzrivalen des FSV Zotzenbach. Seitdem hat sich einiges getan. WNOZ war bei ihm zu Hause und hat mit ihm über sein Leben als Content-Creator gesprochen.

Newsletter

Holen Sie sich den WNOZ-Newsletter und verpassen Sie keine Nachrichten aus Ihrer Region und aller Welt.

Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

Viel Bewegung im Privatleben

Vergangenes Jahr hatte sich Okan ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Zur Europameisterschaft im Sommer wollte er eine halbe Million Abonnenten auf TikTok erreicht haben. Die Zahl seiner Fans auf der Plattform stagniert jedoch zurzeit - und das hat gute Gründe. Seit seinem letzten Gespräch mit uns hat der 23-Jährige seinen Uniabschluss an der IBA Heidelberg absolviert. "Ich bin jetzt offiziell Bachelor of Arts im Bereich Digitale Medien und Marketing", erzählt er, "das hat viel Zeit gekostet." Außerdem ist der Online-Star von Zuhause ausgezogen und lebt nun mit seiner Freundin in einer Wohnung in Rimbach. "Social Media musste sich da erstmal hinten anstellen." Er sei weniger rumgekommen und habe dementsprechend auch weniger Content hochgeladen. Zuversichtlich ist er trotzdem: "Bis zur EM ist ja noch ein bisschen Zeit." Okan sieht die 500.000 Abonnenten aufgrund der anstehenden Projekte nach wie vor als ein realistisches Ziel.

Flexibler Alltag

Seine Rolle als Content-Creator - als schnöder "TikToker" möchte er nicht bezeichnet werden - hat okanfnw, so sein Pseudonym in den sozialen Netzen, mittlerweile zu seinem Hauptberuf gemacht. Er ist sein eigener Chef und lebt nach seiner eigenen Zeiteinteilung. "Man weiß nicht, was wirklich passiert an einem Tag." Durch seinen Umzug müsse sich der 23-Jährige ohnehin erst einmal in seinem neuen Lebensabschnitt zurechtfinden. Gearbeitet wird dennoch an sieben Tagen in der Woche. "Es gibt jeden Tag etwas zu tun." Schließlich hat der Influencer auch Verträge mit Kooperationspartnern zu erfüllen, bei denen er mit tagesaktuellen Informationen die Fans immer auf dem neusten Stand halten soll. Für Okan, der selber leidenschaftlich gern Fußball spielt, sei es aber nicht schlimm, sich rund um die Uhr mit Fußball zu beschäftigen.

Liebe zum Jugendfußball

Was Okan an seinem Beruf am meisten Spaß macht? Dass er seine Leidenschaft mit den Menschen teilen kann. "Umso besser, dass es den Leuten gefällt. Das ist ein sehr großer Luxus." Ihm macht es riesigen Spaß, Fußball zu schauen. Vor allem der Jugendbereich hat es dem Fußballfan angetan. "Da gucken Leute drauf", erklärt er, "jedes Spiel kann eine Chance sein, sich zu zeigen." Der Profifußball hingegen sei mittlerweile mehr als nur der reine Sport - überschwemmt von Kommerz, Branding und Marketing. Der Content-Creator legt Wert darauf, die Jugend zum Fußball zu animieren und ihnen zudem zu zeigen, dass nicht jeder Profi werden muss. "Auch der Fußball in der Gruppen- oder Kreisliga hat einen Mehrwert für den Sportler." Ihm selbst sei auch sehr früh klar gewesen, dass es für höheres als die Kreisliga nicht reiche, gab er mit einem Augenzwinkern zu.

"Selbst und ständig"

Trotz allem Spaß, den der Jugendreporter in seinem Schaffen hat, sei das Geschäft kein Selbstläufer. "Wie es bei jedem anderen selbstständigen Beruf oft gesagt wird: 'Selbst und ständig.'" Vor allem in diesem noch recht neuen Berufsfeld. "Ich mache es, solange es geht und ich Spaß dabei habe", sagt Okan, "danach kann ich immer noch ganz normal arbeiten gehen." Auf die Frage nach einem möglichen Plan B, entgegnet er: "Ich habe mich schon immer im Social-Media-Bereich gesehen - nicht unbedingt selbst als Content-Creator, sondern eher hinter der Kamera. Daher habe ich mich auch für ein Studium im Marketing entschieden, weil das am nächsten an Social Media dran ist. Vielleicht lande ich eines Tages bei einer Marketing-Agentur oder gründe sogar eine eigene."

Wovon Okan heute noch profitiert

Wie eingangs erwähnt, ist Okan Ceneli mittlerweile Bachelor of Arts im Bereich Digitale Medien und Marketing. Großen Einfluss auf seinen derzeitigen Berufsalltag habe das Studium an sich jedoch nicht gehabt "Wir haben viel mit Lehrbüchern und Skripten aus beispielsweise 2014 gearbeitet. Seitdem ist so viel mit Social Media passiert." Von seinen dualen Partnern hingegen schwärmt der Content-Creator. Die ersten anderthalb Jahre seines dualen Studiums arbeitete Okan bei einer Suchmaschinen-Optimierungs-Agentur in Heidelberg. Danach ist er zu einer Marketing-Agentur nach Hamburg gewechselt, die sich vor allem mit Sportwetten-Unternehmen auseinandersetzen. Dort habe er viel Influencer-Marketing und Social-Media-Managing gemacht. "Ich habe Beiträge hochgeladen, Kampagnen mit Influencern gemanagt und bin teilweise auch selber der Influencer gewesen. Das waren auch die Anfänge meiner Social-Media-Karriere." In dieser Zeit habe er viel gelernt, wovon er heute profitiert.

Nachdem seine Regelstudienzeit abgelaufen war, musste Okan noch ein halbes Jahr bei einem anderen Partner überbrücken. Da er dort währenddessen schon als Influencer aktiv war, nahm ihn das Sportmedien-Startup Talento Today mit offenen Armen auf. Bis heute ist der Rimbacher das Gesicht des Unternehmens und produziert fast täglich Videos auf TikTok, Instagram und YouTube. "Das, was ich dort gelernt habe, ist genau das, was ich heute mache."

Zwischen Beruf und Leidenschaft

Man findet den Social-Media-Star immer häufiger auf Sportveranstaltungen in aller Welt. Ein großes Highlight dürfte wohl die Weltmeisterschaft 2022 in Katar gewesen sein, bei der Okan vor Ort war und viele Eindrücke gesammelt hat. Mittlerweile vergeht kaum ein Wochenende, an dem er komplett zu Hause bleibt. Zwar suche sich Okan meistens selber aus, welche Events er besucht, jedoch überschneiden sich diese häufig mit seinem Privatleben.

Als einer der ersten durfte Okan den Ball für die Europameisterschaft 2024 im Olympiastadion testen.
Foto: Okan Ceneli
Durch seinen Beruf lernt Okan immer wieder neue Persönlichkeiten kennen - unter anderem die Fußballprofis Sebastian Rode (links) und Timothy Chandler (rechts).
Foto: Okan Ceneli
Okan ist Mitglied im Penya Blaugrana Stuttgart e.V. - einem deutschen Fanclub des FC Barcelona.
Foto: Okan Ceneli
Auch Weltstars wie Manuel Neuer hat Okan schon kennenlernen dürfen.
Foto: Okan Ceneli
Okan und Fritzle - Maskottchen des VfB Stuttgart
Foto: Okan Ceneli
Okan freut sich mit der U17 der Fortuna Düsseldorf über den Turniersieg beim LP 10 Champions Cup 2024.
Foto: Okan Ceneli
Als einer der ersten durfte Okan den Ball für die Europameisterschaft 2024 im Olympiastadion testen.
Durch seinen Beruf lernt Okan immer wieder neue Persönlichkeiten kennen - unter anderem die Fußballprofis Sebastian Rode (links) und Timothy Chandler (rechts).
Okan ist Mitglied im Penya Blaugrana Stuttgart e.V. - einem deutschen Fanclub des FC Barcelona.
Auch Weltstars wie Manuel Neuer hat Okan schon kennenlernen dürfen.
Okan und Fritzle - Maskottchen des VfB Stuttgart
Okan freut sich mit der U17 der Fortuna Düsseldorf über den Turniersieg beim LP 10 Champions Cup 2024.

Neben seinem Beruf und seiner Freundin verfolgt Okan seit Kindheitstagen außerdem noch seine große Leidenschaft, der er Zeit widmen möchte - Fußballspielen. "Mit meiner Freundin klappt das gut", erzählt er, "sie kommt zwar meistens nicht mit auf meine Reisen, aber für einen entspannten Champions-League-Abend auf der Couch kann man sie schon begeistern." Der eigene Fußball hingegen ziehe mittlerweile oft den Kürzeren. "Fußball spielen fehlt mir sehr an Tagen, an denen ich unterwegs bin. Fußball ist für mich ein Ausgleich. Es keine Sache auf der Welt, bei der ich alles andere so stark ausblenden kann wie beim Fußball. Da ist der Fokus zu 100 Prozent da, das gibt es sonst nirgendwo anders."

Auch seiner Funktion als Trainer der zweiten Damenmannschaft der DSG Rimbach/Auerbach konnte Okan in der letzten Zeit nicht mehr wirklich nachkommen. "Ich habe mir häufig die Frage gestellt: 'Auf wie vielen verschiedenen Hochzeiten willst du eigentlich tanzen?' Dabei kam ich zu dem Schluss, dass mein Trainerdasein dabei eben die niedrigste Priorität hatte." Somit verkündete der 23-Jährige vor Kurzem mannschaftsintern seinen Rücktritt, wodurch Cheftrainer Christian Kohl von nun an erstmal alleine das Amt übernehmen wird.

Großes Projekt im Herbst geplant

Seinen Fokus will Okan in der nächsten Zeit - vor allem in Hinblick auf die anstehende EURO 2024 im Sommer - auf seine Tätigkeit als Content-Creator legen. Es gebe zwar noch keine endgültigen Pläne, was das Turnier im Speziellen angehe, aber er arbeite mit einigen Partnern zusammen, die gleichzeitig auch Sponsor von der Europameisterschaft seien. "Ich werde da meine Finger auf jeden Fall irgendwie im Spiel haben auf Social Media."

Bei welchem Projekt die Planungen bereits in vollem Gange sind? "Ich darf zwar noch nicht allzu viel verraten, da das noch nicht zu 100 Prozent fix ist. Aber grundsätzlich wird es darum gehen, Kindern und Jugendlichen, die niemals Profi werden, für eine Woche die Möglichkeit zu geben, sich wie einer zu fühlen." Wegfliegen, ein großes Turnier - das volle Programm. Das Ganze soll in Kooperation weiteren Content-Creatorn über die Bühne gehen. "Wir sehen das als komplett gemeinnützige Sache. Es sollen auch Schulen und Waisenhäuser mit involviert werden. Wir wollen für die Kinder einfach ein einmaliges, ein unvergessliches Erlebnis schaffen."