Kreisoberliga: Gerüchte um einen Rückzug des TV Lampertheim
Der SV Lörzenbach will den Klassenerhalt in der Fußball-Kreisoberliga allein schaffen - doch es kann sich noch etwas entwickeln. Wir blicken auf den Spieltag.
Auf Gerüchte über einen möglichen Rückzug des TV Lampertheim aus der Fußball-Kreisoberliga möchte sich Abstiegskandidat SV Lörzenbach nicht verlassen und deshalb den Klassenerhalt aus eigenen Stücken schaffen. Aber geschenkt bekommen sie die Punkte von Eintracht Wald-Michelbach II nicht. Die SG Odin Wald-Michelbach hat ihren ersten Matchball zur Meisterschaft. Besiegen die Überwälder die Tvgg Lorsch, steht der Aufstieg in die Gruppenliga endgültig fest. Verfolger SG Unter-Abtsteinach kann die Aufstiegsrelegation klarmachen. Voraussetzung ist ein Sieg beim einzig verbliebenen Konkurrenten SSG Einhausen. Die KSG Mitlechtern braucht noch einen Punkt, um den nur noch höchst theoretisch gefährdeten Klassenerhalt auch für die größten Pessimisten zu sichern.
SV Lörzenbach - Eintracht Wald-Michelbach II (Samstag, 16 Uhr)
Die Niedergeschlagenheit war groß nach der 2:3-Niederlage im Kellerduell bei der SG Azzurri/Olympia Lampertheim. Sie war gleichbedeutend mit der Gewissheit, dass der SV Lörzenbach wieder ein Stück näher an den Abgrund gerückt ist. „Für uns ist jedes Spiel ein Endspiel. Wenn wir die Klasse halten wollen, müssen wir da aber auch einmal gewinnen, denn ansonsten muss man leider nüchtern feststellen, dass wir es dann auch nicht verdient haben“, sagt SV-Spielertrainer Jan Schörling.
Die Lörzenbacher waren intensiv mit der Aufarbeitung des Rückschlags beschäftigt und hoffen, dass sie mit freien Köpfen das Spiel gegen Eintracht Wald-Michelbach II angehen. Mit einem Sieg soll versucht werden, das Ruder noch herumzureißen. „Uns läuft natürlich immer mehr die Zeit davon, doch die Mannschaft ist besser als ihr Tabellenplatz. Sie muss kämpfen und erkennen, dass alles machbar ist“, unterstreicht Schörling, der deutlich macht, dass er den Glauben an seine Schützlinge noch nicht verloren hat.
Die Hausaufgaben machen
Ein weiterer Hoffnungsschimmer für Lörzenbach könnten die bislang allerdings unbestätigten Gerüchte sein, dass sich der TV Lampertheim aus der Kreisoberliga zurückziehen möchte und somit praktisch der direkte Absteiger wäre. „Natürlich kennen wir die Gerüchte, aber wir geben darauf nichts. Die Meldefrist ist noch nicht vorbei. Fakt ist, dass wir einen Punkt hinter dem Relegationsplatz liegen und unsere Hausaufgaben machen müssen, damit wir zur Stelle sind, wenn unsere Gegner patzen. Alles andere spielt erst einmal keine Rolle“, stellt Schörling klar. Wer indes gegen Eintracht Wald-Michelbach II auflaufen kann, ist unklar: „Wir haben viele angeschlagene Spieler.“
ETW II erwartet Gegenwehr
Sascha Amend, Trainer von Eintracht Wald-Michelbach II, geht davon aus, dass er in Lörzenbach auf einen Gegner treffen wird, der heftig Gegenwehr leistet: „Sie kämpfen gegen den Abstieg und werden das wohl auch auf dem Platz zeigen.“ Die Verbandsligareserve selbst ist längst aller Sorgen ledig, ist aber motiviert, die Runde so gut wie möglich abzuschließen. „Wir haben eine sehr gute Saison gespielt, was wir gerne noch deutlich machen würden, indem wir noch den einen oder anderen Platz nach oben klettern“, so Amend, der voraussichtlich auf den ganzen Kader zurückgreifen kann.
SG Odin Wald-Michelbach - Tvgg Lorsch (Sonntag, 15.30 Uhr)
Dass die SG Odin Wald-Michelbach so früh wie möglich keinen Zweifel aufkommen lassen möchte, wer die Kreisoberliga als Meister in Richtung Gruppenliga verlässt, wurde in ersten Partie nach dem richtungsweisenden Sieg im Topspiel bei Verfolger SG Unter-Abtsteinach deutlich: Beim SV Unter-Flockenbach II gab es nach einer eindrucksvollen Vorstellung ein deutliches und verdientes 7:1. „Wie wir den Ball und den Gegner haben laufen lassen, wie kaltschnäuzig wir waren, war schon toll. Ich muss jedem einzelnen ein riesiges Kompliment machen. Dass wir dann gegen Ende ein wenig unkonzentriert waren, ist wohl normal und das kann ich auch verschmerzen“, zeigt sich SG-Trainer Daniel Hahn von seiner Truppe beeindruckt.
Konzentration hochhalten
Im Heimspiel gegen die Tvgg Lorsch haben die Überwälder nun die Möglichkeit, den Deckel endgültig draufzumachen und die Meisterschaft einzutüten. „Mich würde es natürlich freuen, wenn es jetzt schon klappt. Dafür müssen wir aber die Konzentration hochhalten und nicht frühzeitig in Feierlaune geraten. Wir werden gut vorbereitet in das Spiel gehen und werden uns voll auf die anstehenden 90 Minuten fokussieren“, sagt Hahn. Und selbst wenn es schon mit dem Titel klappen sollte, ein Ziel gibt es für die SG Odin immer noch: Es gab im gesamten Rundenverlauf bislang eine einzige Niederlage (1:3 beim TV Lampertheim am zweiten Spieltag). Dabei soll es auch bleiben. „Mein Ziel ist es, dass keine weitere Niederlage mehr hinzukommt und wir idealerweise aus den drei noch ausstehenden Partien neun Punkte holen“, betont Hahn.
Für die Tvgg Lorsch geht es in dieser Saison zwar um nichts mehr, dennoch ist sich der Trainer der SG Odin sicher, dass die Motivation groß sein wird, dem designierten Meister ein Bein zu stellen: „Das wollen wir selbstverständlich verhindern.“ Verzichten müssen die Wald-Michelbacher voraussichtlich nur auf den verhinderten André Roth.
SSG Einhausen - SG Unter-Abtsteinach (Sonntag, 15.30 Uhr)
Die Niederlage im Spitzenspiel gegen Tabellenführer SG Odin Wald-Michelbach und der – realistisch gesehen – damit verbundene Abschied vom Meisterschaftstraum hat bei der SG Unter-Abtsteinach größere Spuren hinterlassen, als es Trainer Marcus Lauer erwartet hätte. „Es war dabei weniger die Niederlage an sich, sondern eher der Umstand, dass wir viele Chancen haben liegenlassen und die damit verbundene Gewissheit, dass da mehr drin war“, sagt der Coach.
Nachdem sich nun der Titel erledigt hat, geht es bei den Überwäldern um das Absichern von Platz zwei und der damit verbundenen Teilnahme an der Aufstiegsrelegation. Und damit hat sich an der Zielsetzung nichts verändert, wie Lauer verrät: „Unser vorrangiges Ziel war die ganze Zeit schon Platz zwei, denn das hatten und haben wir in der eigenen Hand. Deshalb bringt es auch nichts von Großem zu träumen, wenn wir uns dabei auf andere verlassen müssen. Wir wollen in die Relegation und wollen dies möglichst im nächsten Spiel klarmachen.“ Und da geht es ausgerechnet zur SSG Einhausen, dem einzig verbliebenen Konkurrenten um die Vizemeisterschaft.
Mit einem Sieg wäre der SGU Platz zwei nicht mehr zu nehmen. Lauer ist zuversichtlich, dass es gelingt, die Mannschaft nach dem geplatzten Titeltraum mental auf die Relegationsteilnahme auszurichten und die Köpfe wieder freizubekommen. Fehlen wird in Einhausen vermutlich nur Clement Glässer.
FC Groß-Rohrheim - KSG Mitlechtern (Sonntag, 15.30 Uhr)
Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn die KSG Mitlechtern noch auf den vorletzten Tabellenplatz abrutschen sollte. Doch auch wenn ein möglicher Abstieg nach dem jüngsten 1:0-Erfolg über den SV Fürth ein in höchstem Maße theoretisches Konstrukt ist, möchte KSG-Coach Ronny Sauer sich nicht in Sicherheit wiegen: „Wir können jetzt zwar befreiter aufspielen, doch um ganz sicher zu sein, brauchen wir noch einen Punkt, den wir in Groß-Rohrheim holen wollen.“
Dazu wird es notwendig sein, die Kreise der Alemannia-Tormaschine Marcel Eckhardt einzuengen. „Wir müssen unser Augenmerk darauf legen, ihm möglichst wenig Räume zu geben. Wenn uns das gelingt, haben wir einen großen Schritt getan“, so Sauer. Ärgerlich ist für den Coach, dass er in der Partie auf Routinier Jonas Bitsch verzichten muss, der sich gegen Fürth eine Rote Karte eingehandelt hat. Fehlen wird zudem der privat verhinderte Clemens Kilian. Till Krieger ist angeschlagen, weshalb der Trainer mit dem Gedanken spielt, ihm eine Regenerationspause zu gönnen.
SV Fürth - SG Azzurri/Olympia Lampertheim (Sonntag, 15.30 Uhr)
„Mit Mitlechtern und Lörzenbach haben wir zwei Mannschaften geholfen, die gegen den Abstieg spielen, jetzt muss es damit aber auch mal gut sein“, sagt Jochen Ingelmann, Trainer des SV Fürth, mit einem Augenzwinkern, ehe mit der SG Azzurri/Olympia Lampertheim ein weiteres abstiegsgefährdetes Team im Weschnitztal zu Gast ist. Die Spielgemeinschaft aus der Spargelstadt hat sich mit dem jüngsten Sieg gegen Lörzenbach ein wenig Luft verschafft, aller Sorgen ledig ist sie aber längst nicht.
„Lampertheim braucht die Punkte unbedingt, was den Gegner auch äußerst gefährlich macht“, weiß Ingelmann, der davon ausgeht, dass die Partie nicht unbedingt ein fußballerischer Leckerbissen werden wird, dafür aber durch Kampf und Einsatz geprägt sein wird. Neben den Langzeitverletzten müssen die Fürther auf den erkrankten Antonijo Vucic und den rotgesperrten Robin Weber verzichten. Weitere Spieler sind angeschlagen, weshalb deren Einsatz fraglich ist. „Ich möchte mich aber nicht beschweren, das gehört halt dazu. Wir sind gut genug, um dieses Spiel zu gewinnen, wenn wir das, was wir können, auch auf die Platte bringen“, so Ingelmann.
FV Biblis - SV Unter-Flockenbach II (Sonntag, 15.30 Uhr)
„Auch wenn es um gar nichts mehr geht, trotzdem haben wir etwas gutzumachen“, sagt Alessandro Hoffmann, Trainer des SV Unter-Flockenbach II. Dabei spielt er auf die recht desaströse Vorstellung seiner Mannschaft im Spiel gegen die SG Odin Wald-Michelbach an, die der Spitzenreiter mit einer schallenden 1:7-Ohrfeige quittierte. „Die SG Odin war brutal stark und hat völlig verdient gewonnen. Mir hat aber nicht gefallen, dass wir zwischendurch die Köpfe haben hängen lassen. Das möchte ich nicht sehen.“ Das soll in Biblis anders aussehen.
Kleiner Kader
Hoffmann ist sich sicher, dass die abstiegsgefährdeten Gurkenstädter hoch motiviert ans Werk gehen werden: „Das wird ein schwieriges Spiel werden. Vor allem bei den Standards ist Biblis gefährlich.“ Personell sah es schon mal besser aus bei der Hessenligareserve, die vermutlich mit recht kleinem Kader ins Ried reisen wird. Yannick Cezane ist beruflich verhindert, Dominik Mölich ist krank, Tobias Höck, Melvin Schmitt und Patrick Seiler sind verletzt. Steven Pecerin plagt eine Zerrung. gie