Luca Fiederleins letzter Tanz für die SG Hammelbach/Scharbach
Luca Fiederlein wechselt zu einem A-Liga-Rivalen. Zuvor will sich 30-jährige Kapitän der SG Hammelbach/Scharbach in Affolterbach mit dem Klassenerhalt verabschieden.
Hammelbach/Scharbach. Die SG Hammelbach/Scharbach hofft auf ein Happy End im spannenden Saisonfinale. Kapitän Luca Fiederlein will den ersten Abstieg in zehn Jahren bei der SG unbedingt vermeiden, bevor er im Sommer schweren Herzens eine neue Herausforderung angeht.
Die SG steht am Sonntag (15 Uhr) beim SV Affolterbach vor einem Herzschlagfinale – und das ausgerechnet bei jenem Team, das ihnen im Vorjahr die Meisterschaft in der B-Klasse nur wegen des direkten Vergleichs vor der Nase wegschnappte. Der 30-Jährige Luca Fiederlein ist anhand der Ausgangslage überzeugt: „Wir müssen gegen Affolterbach den Dreier holen.“
Nach dem bitteren 1:3 im letzten Heimspiel gegen die TG Trösel, das Hammelbach/Scharbach durch zwei Gegentore in der Nachspielzeit verlor, ist der Neuling auf den vorletzten Platz gestürzt. Weil die Relegation entfällt, wird es diesmal nur das Schlusslicht erwischen – und da könnte das Team von Erfolgstrainer Oliver Zeug, das zwei Punkte voraus ins Saisonfinale geht, der Gelackmeierte sein.
Rodau hat es leichter
Der SC Rodau, durch das 1:2 im Kellergipfel beim TSV Hambach ans Tabellenende gerutscht, hat in seinem „Endspiel“ gegen den Sechsten FV Hofheim (15 Uhr) nicht nur den Heimvorteil: „Für Hofheim geht’s um nichts mehr“, weiß Fiederlein. Das wiederum könnte auch für SG-Gegner Affolterbach gelten – wären da nicht der Derbycharakter und besagte Vorgeschichte aus der B-Klasse. „Gegen Affolterbach war es in den letzten Jahren nie einfach. Für sie geht es zwar um nix mehr, sie werden uns im Derby aber sicher nichts schenken“, glaubt Fiederlein, der in elf Saisons bei den Herren der Gelb-Blauen den Status eines Tausendsassas erworben hat.
Letzte Saison war der zuvor im zentralen Mittelfeld agierende, kampf- und laufstarke SG-Spielführer im Winter zum rechten Verteidiger umfunktioniert worden und hatte auch eine Liga höher anfangs dort seinen festen Platz.
Passionierte Skifahrer
Seit Jahresbeginn ist der passionierte Skifahrer und Langstreckenläufer (von seiner Marathon-Premiere in Berlin war er restlos begeistert) wieder offensiv unterwegs. Fünf von sechs Saisontoren erzielte der vielseitige Fiederlein im Jahr 2026, sein Doppelpack bescherte der SG Anfang März den wichtigen 2:1-Sieg beim TSV Auerbach II. Im ersten Spiel des Jahres schöpfte der Aufsteiger so neue Hoffnung, die im letzten Saisonspiel zwar weiter vorhanden ist, sich ob der Ausgangslage aber verständlicherweise mit reichlich Anspannung paart. Ein Punkt könnte für die SG zu wenig sein, sollte es bei einem Sieg Rodaus und einer Hambacher Niederlage zum Dreiervergleich kommen. „Es wird ein enges Finale. Der Glaube ist natürlich noch da. Ich habe vollstes Vertrauen in die Mannschaft“, betont Fiederlein.
Der Glaube soll trotz personeller Sorgen, die auch den seit November mit Achillessehnenriss vermissten älteren Bruder Finn Joscha betreffen, ein letztes Mal Berge versetzen – wie es in der Vergangenheit schon so oft der Fall war. „Wir haben es trotz geringer Mittel zusammen in die A-Klasse geschafft, über Willen und Teamgeist. Das hat uns immer ausgezeichnet – und ich glaube fest daran, dass es am Sonntag erneut so sein wird.“
Neue Herausforderung
Fiederlein fährt Ski, seit er vier Jahre alt ist, der Bürokaufmann arbeitet bei Sport65 in Weinheim unter anderem als Reiseleiter auf vielen Skireisen. Zudem ist er im Online-Skihandel unterwegs. Er wird im letzten Spiel sein letztes Hemd geben, nachdem er sich inzwischen zu einer neuen Herausforderung bei Ligarivale FC Ober-Abtsteinach durchgerungen hat.
Auch für Erfolgstrainer Oliver Zeug, der Hammelbach/Scharbach nach der Meisterschaft 2022 in der C-Klasse vor zwölf Monaten erstmals seit 18 Jahren (Abstieg 2007) wieder in die A-Klasse führte, steht die Abschiedsvorstellung an. Umso mehr hoffen beide zum Ausstand auf den Ligaverbleib. „Ich habe mich in der langen Zeit superwohl gefühlt. Teamgeist und Zusammenhalt waren herausragend, es hat super Spaß gemacht mit den Jungs, auch wenn man immer Höhen und Tiefen durchmacht“, sagt Luca Fiederlein – in der Hoffnung, die jüngsten Tiefen rechtzeitig zu überwinden und in Sachen Ligaverbleib im Derby den Deckel draufzumachen.