SV Fürth gewinnt das Pokalderby vor über 600 Zuschauern
Titelverteidiger SV Fürth bringt dem FC Fürth im Kreispokal-Viertelfinale mit 3:1 die erste Niederlage in dieser Saison bei. Die Roten nutzen in der ersten Hälfte ihre Chancen nicht.
Fürth. Wenn die Fans des SV Fürth noch einige Reste ihres Silvesterfeuerwerks übrighatten, dann dürfte dies nun mit lautem Knall und buntem Funkenregen am Mittwochabend in Rauch aufgegangen sein. Vor Spielbeginn, bei jedem Torerfolg und nach dem Schlusspfiff wurden nämlich die Raketenbatterien gezündet. Am Ende durfte der Titelverteidiger im Ortsderby des Fußball-Kreispokals vor 620 Zuschauern einen verdienten 3:1-Erfolg im „Gastspiel“ beim Ortsrivalen FC Fürth feiern.
Stimmen zum Spiel
Jusef Nerabi (FC-Spielführer): „Wir haben ganz gut angefangen und waren eigentlich auf einem ganz guten Weg. Die Treffer für den SV nach langen Bällen und der Elfmeter waren allerdings dann ein Nackenschlag. Wir haben insgesamt zwar ein ordentliches Spiel gemacht, doch insgesamt war die Intensität, die wir auf den Platz gebracht haben, nicht so hoch, wie sie sein muss, wenn man ein solches Spiel für sich entscheiden will.“
David Hummel (SV-Spielführer): „Das war ein Spiel auf Augenhöhe. Das Momentum war zum Glück auf unserer Seite, als wir kurz vor der Halbzeitpause noch das 2:1 erzielt haben. Das war genau in der Phase, als der FC sehr viel Druck aufgebaut hat. Wir waren vorne recht eiskalt, weshalb wir das Spiel zwar etwas glücklich, aber dennoch verdient gewonnen haben.“
Luca Sielmann (FC): „Insgesamt war das Spiel in der ersten Hälfte sehr ausgeglichen. Ärgerlich ist, dass wir es da verpasst haben, unsere Dinger zu machen. Unser Problem war, dass wir die langen Bälle des SV nicht verteidigt bekommen haben. Wir hatten allerdings durchaus noch die Gelegenheiten, um wenigstens noch zwei Tore zu erzielen, doch die haben wir einfach nicht genutzt.“
Björn Kabel (SV): „Das war ein Spiel mit recht viel Tempo. Wir sind in der ersten Hälfte verdient in Führung gegangen, aber dem FC ist schnell der Ausgleich gelungen. Dass wir in einer Drangphase des FC das 2:1 gemacht haben, war sehr gut. Nach der Pause haben wir sehr kontrolliert gespielt und haben nicht mehr viel zugelassen. Insgesamt geht der 3:1-Sieg aus meiner Sicht absolut in Ordnung.“
FC-Trainer Ralf Ripperger war die Enttäuschung nach der ersten Pflichtspielniederlage seiner Truppe in der laufenden Spielzeit anzumerken: „Der Sieg für den SV ist insgesamt nicht unverdient. Wir hatten unsere Drangphasen, in denen wir auch zu Chancen gekommen sind. Aber wenn man sie hat, muss man eben auch mal zupacken. Der SV hat zumindest in der ersten Hälfte aus relativ wenig sehr viel gemacht.“
In der ersten Hälfte entwickelte sich sehr schnell ein Spiel auf Augenhöhe. Ein Klassenunterschied war zwischen den beiden Mannschaften zunächst nicht zu erkennen. Beide Teams kamen zu ihren Gelegenheiten, wobei es zunächst der Gruppenligist war, der den ersten Torerfolg feiern konnte. Nach einem langen Ball wurde Medet Incirkus in Schussposition gebracht, dessen Schuss aus acht Metern noch unhaltbar von einem FC-Verteidiger abgefälscht wurde (32.).
Dieser Treffer zeigte bei den Rot-Weißen keine Wirkung. Nachdem Adamek in der 35. Minute mit einem Freistoß aus spitzem Winkel noch die Latte traf, war Luca Sielmann zwei Minuten später für den Tabellenführer der Kreisoberliga erfolgreich: Nach einem langen Ball aus der eigenen Hälfte startete Sielmann dynamisch durch und schloss aus halbrechter Position gekonnt ins lange Eck ab. Mit dem Ausgleichstreffer startete der FC eine enorme Drangphase. Nach einem Kopfball von Ole Gärtner parierte SV-Schlussmann David Hummel herausragend (43.). Es sollte nicht die letzte überzeugende Arbeitsprobe des SV-Kapitäns sein. Marcello Gehbauer (44.) und Andreas Adamek (45.) verpassten ebenso die FC-Führung, was sich noch vor der Pause rächte: In der ersten Minute der Nachspielzeit der ersten Hälfte setzte sich Konstantin Braun über rechts durch, passte scharf nach innen, wo Yannick Marx lauerte und den Ball unter Mithilfe von FC-Innenverteidiger Gehbauer in die Maschen setzte.
Nach der Pause verschob sich das Spiel allmählich zugunsten des Gruppenligisten. „Es gab in der zweiten Hälfte nicht mehr viele Situationen für den FC. Wir haben gut verteidigt und kaum etwas zugelassen. Gerade nach dem 3:1 haben wir die Sache gut gemacht“, war SV-Coach Jochen Ingelmann mit seinem Team im ersten Pflichtspiel des neuen Jahres zufrieden. Der Treffer zum 1:3-Endstand resultierte aus einem Foulelfmeter. Patrick Geissinger trat an, verlud dabei FC-Keeper Kempf und schob locker flach in die linke Ecke ein (64.). Zwar ließ der FC in der Folge nichts unversucht, um vielleicht doch noch einmal heranzukommen, doch die Defensive des SV präsentierte sich insgesamt als recht stabiles Bollwerk.
Während der FC Fürth nun noch eine weitere Woche Zeit hat, ehe der Spielbetrieb in der Kreisoberliga wieder beginnt, muss der SV Fürth bereits am Samstag (15 Uhr) beim TSV Höchst ran. In der Hinrunde feierten die Weschnitztaler gegen die Elf aus dem Odenwaldkreis einen 6:1-Kantersieg. Nun würde der SV gern auch die Punkte aus Höchst entführen, um sich weiter von der Abstiegszone zu distanzieren. Mit einer dem Pokalspiel vergleichbaren Leistung sollte dies gelingen.
FC Fürth: Kempf - Gehbauer, Landzettel (77. Y. Sielmann), L. Sielmann, Gensel (70. Batsilas), Nerabi, Arras, Fischer, Adamek, Turzer, Gärtner.
SV Fürth: Hummel - J. Vucic (77. Kabel), Geissinger, A. Vucic (70. Babic), Schwinn, Eckstein, Incirkus, Möldner, Weise, Marx (82. Weber), Braun.
Tore: 0:1 Incirkus (32.), 1:1 Sielmann (37.), 1:2 Marx (45.+1), 1:3 Geissinger (64., Foulelfmeter).
Beste Spieler: geschlossene Mannschaftsleistung - J. Vucic, Geissinger, Hummel. Zuschauer: 620.