Was macht Ex-Waldhof-Trainer Bernhard Trares bei der SG Wald-Michelbach?
Nachdem der ehemalige Waldhof-Coach im Training der SG Wald-Michelbach war, gibt es Gerüchte. Das sagt Bernhard Trares über seine mögliche Rückkehr auf die Trainerbank. Die SG Wald-Michelbach nennt den Wunschkandidaten.
Wald-Michelbach. Das Trainerkarussell bei der SG Wald-Michelbach dreht sich. Der Fußball-Gruppenligist ist nach dem Rücktritt von Nico Garotti und Andreas Lerchl seit Sonntag auf der Suche nach einem neuen Coach – und jetzt machte in der Gerüchteküche ein prominenter Name die Runde: Bernhard Trares.
Der ehemalige Bundesliga-Profi (Werder Bremen, 1860 München) und Aufstiegscoach des SV Waldhof Mannheim war am Dienstagabend tatsächlich im Training der SG Wald-Michelbach. „Aber nur als Papa eines Spielers. Wir wären ja dumm, wenn wir seine Hilfe nicht annehmen würden“, sagt SG-Abteilungsleiter Dimitri Loenko auf Anfrage. Dass die Wald-Michelbacher Trares gerne als festen Trainer hätten, sei eine Ente. „Schön wär’s“, sagt Loenko und lacht. Die SG Wald-Michelbach wartet indes nur noch auf die Zusage ihres Wunschkandidaten Nico Hammann.
Es gibt Bewerbungen
Der 37 Jahre alte frühere Profi sitzt am Donnerstagabend zusammen mit Andre Roth aus der sportlichen Leitung der SGW im Heimspiel gegen den FC Fürth auf der Bank. Auch am Sonntag zu Hause gegen Viktoria Griesheim wird Hammann, der am Dienstag auch im Training war, aushelfen. „Uns war es wichtig, dass wir für diese Trainingswoche sicher sind“, sagt Loenko.
Der Abteilungsleiter hat im Übrigen einige Bewerbungen von Trainern bekommen. „So ganz uninteressant scheinen wir trotz des schlechten Starts nicht zu sein“, witzelt Loenko. Nico Hammann hatte sich nach vier Jahren (davon die letzten beiden auch als Trainer) beim Hessenliga-Absteiger SV Unter-Flockenbach am Rundenende verabschiedet und wollte eigentlich erst mal eine Pause einlegen und sich der Familie widmen. Bei der SG Wald-Michelbach spielte der gebürtige Affolterbacher in der Jugend, mit den C-Junioren sogar ein Jahr in der Oberliga, wonach er dann ins Nachwuchsleistungszentrum der TSG 1899 Hoffenheim wechselte.
Und Bernhard Trares? Der in Heppenheim-Sonderbach wohnende Trainer ist regelmäßig bei Spielen der SG Wald-Michelbach zu Gast, wo sein Sohn Philip seit sechs Jahren am Ball ist. „Ich war am Dienstag im Training dabei. Das war es dann auch“, sagt Trares über die Unterstützung. Er hat in dieser Saison den 4:1-Heimsieg der SGW gegen den TSV Altheim und die 0:5-Niederlage in Fehlheim gesehen. Dabei mischt er sich auf dem Sportplatz nicht ein: „Ich sitze immer ganz ruhig in einer Ecke.“ Zeit dazu hat er jetzt, nachdem sich der SV Waldhof am 9. April nach einer Niederlage gegen die SpVgg Unterhaching von seinem Cheftrainer getrennt hatte, um einen „sportlichen Neustart“ im Abstiegskampf der 3. Liga einzuleiten. Der bei den Fans sehr beliebte Trares war erst im September 2024 zurückgekehrt und hatte den Verein 2019 bereits in die 3. Liga geführt, konnte die Mannschaft aber in seiner zweiten Amtszeit nicht aus dem Abstiegskampf befreien.
Waldhof liegt am Herzen
Trares macht keinen Hehl daraus, dass er den SV Waldhof gerne weiter trainiert hätte, um über zwei, drei Jahre etwas gemeinsam zu entwickeln und möglicherweise aufzusteigen. „Leider ist es anders gekommen“, sagt der Heppenheimer für den Mannheim eine „Herzensangelegenheit“ ist, für die er auch wieder zurückkam. Ob er noch mal ein neues Engagement antritt, konnte Trares nicht sagen. Falls ein Angebot kommt, „muss es auch passen“.
Langweilig ist ihm jedenfalls nicht. Vor Kurzem hat er seinen 60. Geburtstag gefeiert und schaute ein bisschen Club-WM. Trares treibt viel Sport oder erledigt Dinge zu Hause, die während seiner Trainertätigkeit auch schon mal liegengeblieben sind. Und an Rente denkt er sowieso nicht. „Wenn man das schon so lange macht, wird einen der Fußball immer begleiten“.