Handball

20 Gegentore in erster Hälfte: S3L-Serie reißt in Hanau

Saase3Leutershausen muss sich in dieser Saison erstmals in der 3. Liga Südwest in fremder Halle geschlagen geben. „Selbst verschuldet“ findet Sportchef Wetzel.

Der starke Stefan Salger allein konnte die erste S3L-Auswärtsniederlage nicht abwenden. Foto: Daniel Schmitt
Der starke Stefan Salger allein konnte die erste S3L-Auswärtsniederlage nicht abwenden.

Hanau. Bei der TSG Münster bestritten die Drittliga-Handballer noch vor einer Woche ihr – laut Trainer Florian Taafel – bestes Saisonspiel. Das Niveau konnte Saase3Leutershausen am Freitagabend bei der HSG Hanau nicht halten. Beim 31:35 (16:20) fanden vor allem die Defensive samt Torhütern nicht genug Gegenmittel gegen die linke Angriffsseite der Gastgeber. Vor etwas über 500 Zuschauern musste sich S3L deshalb erstmals in dieser Saison in fremder Halle geschlagen geben. Cedric Schiefer (8) und sein Linksaußen Cedric Marquardt (11/4) waren die herausragenden Spieler der Gastgeber. Und mit Benedikt Müller im HSG-Tor hatte Hanau auch den an diesem Abend besseren Keeper im Kasten. 15 Paraden gingen auf Müllers Konto, Jonas Maier verbuchte auf der Gegenseite nur acht.

Auch die Statistik der Fehlwürfe ging klar an die HSG Hanau. Nur neunmal verfehlten Würfe der Gastgeber das Tor, S3L hatte 17 zu verbuchen. Zwar kämpften sich die Bergsträßer dann, als sich Mitte der zweiten Hälfte die Abwehr steigern konnte, vom 25:19 auf 25:23 nach einem Gegenstoß durch Simon Reisig heran und hatten nach dem 29:27 beim 31:30 (55.) durch den in der ersten Hälfte glücklosen Kapitän Maximilian Kessler sogar den Anschlusstreffer geschafft. Doch drei technische Fehler im Angriff in Folge und zwei Fehlwürfe durch Tim Götz und Niklas Krämer sorgten beim 35:30 für die Vorentscheidung.

Wetzel sieht eine vertane Chance

„Schade, vor dem Topspiel am kommenden Samstag gegen Krefeld hätten wir uns da eine schöne Ausgangslage erarbeiten können. Aber 20 Tore in der ersten Halbzeit sind einfach zu viel. Da hat uns komplett die Torhüterleistung gefehlt und für meinen Geschmack auch die Einstellung in der Abwehr“, vermutete Mark Wetzel von der Sportlichen S3L-Leitung ein kleines Mentalitätsproblem. „Hanau wollte das heute mehr, uns hat heute die Emotion gefehlt. Das war selbst verschuldet.“

Immer top informiert mit dem WNOZ-WhatsApp-Kanal!

Breaking News, spannende Hintergründe und Newsletter: Mit unserem WhatsApp-Kanal bleiben Sie stets über Weinheim, den Odenwald und die Metropolregion informiert.

Impressum

S3L-Trainer Taafel hatte versucht, seine Spieler wieder portioniert einzusetzen. Durch den Abwehr-Angriffswechsel Tim Burkard/Niklas Krämer und Simon Reisig/Stefan Salger fanden die konsequenter auf Tempospiel gehenden Hessen aber immer wieder Lücken im S3L-Abwehrverband. Auch der Innenblock stach diesmal zu wenig, agierte vielleicht etwas zu passiv. Und weil S3L die einfachen Tore aus dem Gegenstoß fehlten, taten sich die Bergsträßer im zu behäbig wirkenden Positionsangriff gegen die offensiv auf 3:3 oder 4:2 agierende Abwehr schwer. Einzig Stefan Salger blieb durchgehend gefährlich, brauchte für seine zehn Tore nur 13 Versuche. Auch Moritz Keller sprang für den glücklosen Max Kessler stark in die Bresche. Doch das sollte gegen die verdienten Sieger an diesem Abend nicht reichen.

S3L: Maier (1), Bennefeld (19. -30.); Schreiber (3), Gutsche, Salger (10), Krämer (3), Schwarzer (2), Burkard, Keller (5), Götz (4), Reisig (2), Schlafmann, Kessler (1).