Leichtathletik

Bianca Stichling springt zur Deutschen Meisterschaft

Die gebürtige Weinheimerin floppt über 1,90 Meter. Nach überstandener Verletzung hat sie noch viel vor.

Deutsche Meisterin in der Halle: Bianca Stichling aus Birkenau. Foto: Philipp Reimer Fotografie
Deutsche Meisterin in der Halle: Bianca Stichling aus Birkenau.

Leverkusen. Dass sie die Höhe von 1,90 Metern drin hat, dieses Gefühl hatte Bianca Stichling schon. Dass das dann auch den Deutschen Meistertitel in der Halle bringen würde, das war der 25-Jährigen aus Birkenau nicht klar. Doch in Dortmund klappte es am Samstag erneut zum großen Erfolg, einem herausragendem Abschluss der Hallensaison und der Lust auf neue Höhenflüge.

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Der inzwischen dritte DM-Titel – nach 2022 in der Halle und im Freien – ist deshalb so besonders, weil er nicht nur persönliche Bestleistung, sondern auch das Ende einer langen Leidenszeit markiert. Im Sommer 2024 hatte die junge Frau, die bei der TSG 1862 Weinheim von Trainer Thomas Geißler ausgebildet wurde und beim TSV Bayer 04 Leverkusen den Durchbruch schaffte, einen krassen Schnitt gemacht. Kein Training, keine Wettkämpfe, dafür monatelange Reha.

Klarheit nach letztem MRT

„Wir sind in den letzten Jahren von einem Arzt zum anderen, haben uns viele Meinungen angehört, aber keiner konnte uns sagen, was es wirklich ist“, sagte die Studentin. Anhaltende Rückenschmerzen passten nicht zur Diagnose Ödem, bei einem letzten MRT wurde ein Haarriss im fünften Lendenwirbel als Ursache entdeckt. Endlich Klarheit darüber, wie es nun weitergehen könnte.

Im Oktober stieg Stichling mit leichtem Training wieder ein, hörte auf ihren Körper. Im Januar folgte der erste Wettkampf mit verkürztem Anlauf, dann in Cottbus der Zweite. Und bei der BKK Freudenberg Hochsprung Gala in ihrem „Wohnzimmer“, der Weinheimer TSG-Halle, sprangen 1,84 Meter heraus. Es war die beste Höhe seit den 1,90 Metern aus dem Erfolgsjahr 2022. Es folgten zwei Wochen intensives Training und dann am Wochenende der Auftritt in der Dortmunder Helmut-Körnig-Halle.

Universiade als Höhepunkt

„Von den Vorleistungen waren Christina Honsel und Imke Onnen sicher favorisiert. Aber dass ich die Höhe drin habe, weiß ich“, sagte Stichling, die zu ihrem Geburtstag am 4. März mal wieder Heimaturlaub in Birkenau macht. Danach geht es mit Bayer 04 Leverkusen zur Vorbereitung auf die Sommersaison für zwei Wochen auf La Palma. Und im Sommer wartet mit der Universiade in Bochum-Wattenscheid ein ganz besonderes Heimspiel auf die BWL-Studentin, die nach abgeschlossenem Bachelor nun ihren Master per Fernstudium macht. Bei den Rhine-Ruhr-Games soll es gerne noch höher hinausgehen. „Wenn ich gut durch den Aufbau komme, sind die 1,90 in jedem Fall zu steigern.“ Bei der Universiade trifft sie auch ehemalige Vereinskollegen wieder: Marie Höfler, Luca Holland-Cunz, Celia Hohenadel, Laurenz Rieger und Moritz Renner vertreten Deutschland im Florettfechten.