Die Heddesheimer Löwen beißen gnadenlos zu
Oberliga-Spitzenreiter SG Heddesheim lässt junge Pforzheimer im Topspiel alt aussehen.
Heddesheim. „Junior“ Felix Kirschner hatte es vor drei Wochen schon angekündigt: „Wir sind dieses Jahr so geil drauf, wir machen Pforzheim mit zehn weg.“ Der jüngste Spieler der SG Heddesheim wurde damals noch von seinen Teamkollegen belächelt. Nach dem 29:19 (13:6) der Heddesheimer Löwen im Oberliga-Spitzenspiel gegen die SG Pforzheim/Eutingen II dürfte er als Orakel schwer gefragt sein.
Vielleicht konnte Kirschner, der gestern auch als Assist auf der Spielmacher-Position glänzte, ja auch die Form seines Torhüters vorhersehen. Denn was Cedric Ehret im Heddesheimer Tor gestern wegfischte, war nicht von dieser Welt. in der ersten Halbzeit ließ er die jungen Gäste mit seinen Paraden derart verzweifeln, dass die am Ende noch nicht einmal mehr aufs Tor trafen. 11:2 stand es nach 23 Minuten und Ehret wies bis zu diesem Zeitpunkt eine Fangquote von 70 Prozent vor. Verrückt. Am Ende waren es 16 Paraden.
Während die Löwen-Abwehr, wieder einmal angeführt vom herausragenden Simon Reisig und Philipp Ulrich, den Weg zum Tor dichtmachte, spielte Heddesheim gegen die unkonventionelle 2:4- und 3:3-Abwehr der Gäste seine Angriffe geduldig aus. Bei der 13:6-Pausenführung war den 400 Zuschauern in der Nordbadenhalle klar, dass die Löwen an diesem Tag gnadenlos zubeißen würden.
"Wir waren so was von bereit"
„Man hat es schon die Woche über im Training gemerkt und spätestens vor dem Spiel war klar: Das wird unser Spiel, das wird unsere Saison“, konnte Keeper Cedric Ehret diese überragende Leistung kaum fassen. „Selbst wenn es nicht so gut gelaufen wäre, hätten wir heute gewonnen. Wir waren so was von bereit“, jubelte der Heddesheimer Matchwinner, der nun hofft, dass die Löwen die Restsaison unbeschadet überstehen. „Nach dem knapp verpassten Aufstieg im letzten Jahr wären wir mal dran.“
So weit will SGH-Trainer Frank Schmitt noch nicht denken, es stünden noch viele schwere Spiele an. „Aber so fokussiert, lauffreudig und diszipliniert wie die Mannschaft heute war, habe ich sie selten gesehen. Die Art und Weise war schon sehr beeindruckend.“
SG Heddesheim: Ehret, Kolander (ab 52.); Hoffmann (1), Lierz (2), Stephan (6), Kettner (3), Pugar (2), Kirschner, Bauer (1), Dennhardt (1), reisig (1), Ulrich (4), Pauli (6/3), Badent (2).