Die HSG Weinheim/Oberflockenbach ist kaum zu fassen
Die Spielgemeinschaft hat als Aufsteiger auch in der Oberliga einen Spitzenplatz im Visier. Und den braucht es auch für den Oberligaverbleib
Als Aufsteiger startet die HSG TSG Weinheim/TV Oberflockenbach in die Oberliga Baden und hat sich als Neuling ambitionierte Ziele gesetzt. „Ich denke schon, dass wir uns im Mittelfeld ansiedeln können. Wir wollen nicht nur den Klassenerhalt als Ziel ausrufen, sondern schauen auch nach oben“, gibt Trainer Jürgen Al-Shawani die Richtung vor. Dabei muss die HSG auch ganz nach oben schauen, denn nur eine Top-Platzierung reicht auch zum Ligaverbleib. Grund hierfür ist die Verschmelzung der Landesverbände zur Saison 25/26, in der es dann in ganz Baden-Württemberg nur noch zwei statt bislang drei Gesamt-Oberligen geben wird.
Nur eine Spielerin geht
Al-Shawani, der in seine dritte Spielzeit bei den Damen I in Weinheim geht, kann auf eine eingespielte Mannschaft zurückgreifen, muss lediglich den Abgang von Leistungsträgerin Anne Havemann nach Birkenau verkraften. Dabei vertraut der Übungsleiter auf altbekannte Mechanismen. Jene Mechanismen, die der Spielgemeinschaft in der abgelaufenen Saison den Durchmarsch in der Verbandsliga ermöglichten: Mit 15 Siegen, zwei Remis und nur einer Niederlage sicherte man sich – ebenfalls als Neuling – die Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg. Der zweite Aufstieg in Serie soll noch lange nicht das Ende sein, kennt sich der Großteil des Kaders doch bereits seit der C-Jugend.
Eingespielte Mechanismen
„Wir haben den Vorteil gewisser Automatismen. Unser Spiel wollen wir natürlich weiter entwickeln und dann bin ich überzeugt, dass wir an guten Tagen auch die Favoriten ärgern können“, sagt Al-Shawani. Dabei ist der 61-Jährige mit der Vorbereitung, die Anfang Juli gestartet ist, nur bedingt zufrieden. Durch die Urlaubszeit konnte man nur selten als Team zusammen trainieren: „Natürlich ist es der Liga geschuldet, aber wir haben selbst zwei Wochen vor Saisonbeginn nur mit einem kleinen Teil des Kaders trainieren können. Das war alles andere als optimal und macht es schwierig neue Dinge einzubauen.“
HSG Weinheim/Oberflockenbach 2024/25
Zugänge: Anika Mackert (TV Schriesheim), Sina Pinto (zweite Mannschaft), Emely Karl, Johanna Eder-Herzog (beide TV Siedelsbrunn).
Abgänge: Anne Havemann (TSV Birkenau).
Der Kader: Tor: Laura Propp, Vera Sax, Außen: Lena Amann, Nadine Funder, Stella Püschel, Marie-Claire Weiß, Rückraum: Julika Fath, Katharina Propp, Emely Karl, Anika Mackert, Miriam Müller, Sarah Kuhn, Nadine Gruber, Kreis: Sina Pinto, Anna Berger, Johanna Eder-Herzog.
Trainer: Jürgen Al-Shawani (seit: 2022 Damentrainer, davor weibliche Jugend).
Saisonziel: guter Mittelfeldplatz.
Favoriten: TSV Birkenau, SG Heddesheim.
Diese müsse man nun im Verlauf der Spielzeit „sukzessive einbringen und entwickeln“, vor allem die Verbesserung des Angriffsspiels hat sich Al-Shawani auf die Fahnen geschrieben. „Ich möchte unseren Angriff mehr in Strukturen bringen, daraus sollen die Spielerinnen eigene Entscheidungen treffen.“ Zunächst aber gilt es die Neuzugänge Anika Mackert (TV Schriesheim) Sina Pinto (zweite Mannschaft), Emely Karl sowie Johanna Eder-Herzog (beide TV Siedelsbrunn) ins bestehende System zu integrieren. Rückraumspielerin Mackert traut Shawany eine Führungsrolle zu, insgesamt sorgen die neuen Spielerinnen für mehr Breite im Kader. Angeführt wird die junge Truppe von Julika Fath und Miriam Müller.
Offensive Abwehr als Basis
Steckenpferd der neuen Spielzeit soll erneut die offensive Abwehr mit Ballgewinnen und daraus resultierenden einfachen Toren werden. So erzielte der Aufsteiger in der vergangenen Spielzeit im Schnitt beachtliche 32,2 Tore pro Partie. Eine Marke die man gerne auch in der Oberliga erreichen möchte, wohlwissend, dass die Qualität eine andere wird. „Körperlich werden wir sicher hin und wieder unterlegen sein“, ist sich Al-Shawani bewusst, dass eine andere Physis vorherrscht, Sorgen macht er sich nicht: „Wir spielen einen extrem schnellen und dynamischen Handball. Uns muss man erst mal zu fassen kriegen. Dieses Tempo hat uns zwei Aufstiegs in Folge beschert.“ In Weinheim ist man sich seiner Qualitäten bewusst und möchte erneut für Furore sorgen.