Handball

Doppeltes Derby: Die Heddesheimer Nordbadenhalle wird voll

In der Oberliga ist bei den Herren der TSV Amicitia Viernheim und bei den Damen der TSV Birkenau zu Gast. Und in Großsachsen jagt ein S3L-Spiel das nächste

Heiß umkämpft sind am Samstag auch viele Derbys. Die Frauen der SG Heddesheim, hier mit Christina Matthes beim Wurf gegen Weinheims Julika Fath, wollen diesmal gegen den TSV Birkenau bestehen. Foto: Katrin Oeldorf
Heiß umkämpft sind am Samstag auch viele Derbys. Die Frauen der SG Heddesheim, hier mit Christina Matthes beim Wurf gegen Weinheims Julika Fath, wollen diesmal gegen den TSV Birkenau bestehen.

Für Heddesheims Trainer Frank Schmitt ist es aufgrund seiner Vergangenheit als Coach in Viernheim ein besonderes Spiel. Vom „Spiel der Spiele“ will er aber nichts wissen. „Die ganz große Rivalität aus der Zeit als ich noch gespielt habe, gibt es ja nicht mehr. Die Spieler kennen und mögen sich, die Vereine verstehen sich, die Verantwortlichen auch“, sagt der ehemalige Nationalspieler. „Aber allein, dass die Halle voll wird, viele Viernheimer Fans mit rüberkommen und die Stimmung gut wird, steigert natürlich die Vorfreude. Und natürlich haben wir uns vorgenommen, jedes Heimspiel zu gewinnen. Da gehört das Derby dazu.“

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Aufgrund der Kaderstärke und dem zweiten Tabellenplatz werden die SG-Löwen als Favorit gehandelt. Viernheims neuer Trainer Erkan Öz freut sich am Samstag ab 19 Uhr aber auf ein „Spiel auf Augenhöhe. Die Mannschaft muss ich nicht motivieren, in einem Derby ist eh kaum vorhersehbar, was kommt. Da entscheiden Kleinigkeiten – und die Einstellung.“ Die stimmte beim TSV Amicitia bei der 14:16-Niederlage bei Spitzenreiter SG Pforzheim/Eutingen II vor allem in der Abwehr. Zusammen mit den Torhütern war sie das Prunkstück, Viernheim führte in der 48. Minute noch 14:12, um dann am Ende doch noch zu verlieren. „Im Angriff war viel Luft nach oben. Aber die Jungs ackern im Training und nach zwei Wochen im Amt kann ich durchaus zufrieden sein“, sagt Öz. Beide Teams sind nicht ganz fit. Aber der Viernheimer Coach bringt es auf den Punkt: „Kleine Wehwehchen zählen am Samstag nicht. Die auszukurieren, dafür ist nach dem Derby noch Zeit.“

SGH-Frauen empfangen Birkenau

Zwei Stunden vor dem Männerderby kommt es zu einem weiteren Nachbarschaftsduell: Ebenfalls in der Oberliga empfangen die Frauen der SG Heddesheim um 17 Uhr in der Nordbadenhalle den TSV Birkenau. Die Gastgeberinnen sind noch verlustpunktfrei, Birkenau hat erst eine Niederlage im Tableau stehen, dafür aber schon fünf Punkte Abzug wegen der Nichterfüllung des Schiedsrichtersolls vom Gesamtverein auszubaden. „Als die in der Tabelle aufgeploppt sind, ging die Stimmung bei den Mädels in den Keller. Aber natürlich ist das auch ein Ansporn, den wichtigen vierten Tabellenplatz trotzdem zu erreichen“, sagt TSV-Trainer Emil Hofmann, der sich die Heddesheimerinnen schon öfter angeschaut hat. Zuletzt gegen die HSG Weinheim/Oberflockenbach, gegen die Birkenau am vergangenen Sonntag zwar gewann, aber nicht gut dabei aussah. „Wenn wir uns gegenüber Weinheim in Heddesheim nicht gigantisch steigern, werden wir dort keine Chance haben.“ Neben Dani Rajic und Ophelia Schall fehlt Birkenau auch Torhüterin Katharina Bussek verletzt.

Auch die Heddesheimerinnen treten nicht vollständig an. Katja Bender fällt mit Fersenproblemen schon die komplette Runde aus, Ina Siemeth plagt der Rücken. „Ansonsten sind wir aber gut drauf und vollständig. Ich erwarte ein Spiel auf Augenhöhe, in dem die Torhüterinnen wieder den Ausschlag geben könnten“, sagt SGH-Trainer Branko Dojcak, der mit der Ex-Birkenauerin Annika Schlechter ebenso eine starke Keeperin zwischen den Pfosten stehen hat, wie das beim TSV mit Johanna Meyer der Fall ist. Die 10:0 Punkte seiner Mannschaft will Dojcak nicht überbewerten. „Es ist viel zu früh, daraus etwas abzuleiten. Wir wollen unter die ersten drei Teams und dafür dürfen wir uns gegen Birkenau keine Schwächephase erlauben.“

Das gilt auch für die Frauen der HSG Weinheim/Oberflockenbach. 20 Ballverluste in eigener Halle hatten das 24:28 gegen Birkenau zur Folge. Und mit dem aktuellen Spitzenreiter TSV Rot-Malsch kommt am Samstag um 17 Uhr der Oberliga-Spitzenreiter in die TSG-Halle. da muss der Aufsteiger seine Fehlerquote drastisch reduzieren.

S3L-Großkampftag

Bevor die Regionalliga-Herren (20 Uhr) und Verbandsliga-Herren (17.30 Uhr gegen den TV Ispringen) ihre Heimspiele in der Sachsenhalle bestreiten, laden beide S3L-Frauenteams zum Derby. Den Mittag eröffnet der Verbandsliga-Spitzenreiter um 13 Uhr mit dem Nachbarschaftsduell gegen den Drittletzten TV Schriesheim. „Die Favoritenrolle nehmen wir an, haben Schriesheim auch beobachtet und wollen nichts dem Zufall überlassen“, sagt S3L-Trainer Steffen Piffkowski, der bei der Suche nach einem Nachfolger noch nicht fündig geworden ist. „Da muss bis Mitte Dezember aber jemand präsentiert werden, damit auch die Mädels wissen, wohin es geht.“ Die S3L will ihren Coach jedenfalls gerne mit dem Titel verabschieden.

Um 15.15 Uhr geht es in der Sachsenhalle dann erneut zu einem Bergstraßen-Duell, wenn die Frauen der S3L II in der Landesliga die HSG Bergstraße erwarten. „Nach den beiden letzten katastrophalen Spielen, in denen unsere Abwehr quasi nicht existent war, müssen wir jetzt eine Reaktion zeigen. Wir wollen auf jeden Fall zwei Punkte holen“, sagt S3L-Trainerin Lisa Stein, die einen gut eingespielten Gegner erwartet. „Da müssen wir in der Defensive ein anderes Gesicht zeigen.“

Carsten Gärtner, Trainer der HSG Bergstraße, ist mit dem Auftritt seiner Frauen, in deren Reihen mit Laura und Leonie Falter sogar zwei B-Jugendliche spielen, bislang sehr zufrieden. „Wir schauen nicht auf die Tabelle, wollen die Mannschaft weiterentwickeln. Und das klappt bislang ganz gut.“ In Großsachsen wolle man versuchen, die guten Heimleistungen auch in der Fremde umzusetzen, auch wenn das mit Harz nicht einfach werde.

Heimspiele für HSG und Birkenau

Das gilt auch für die Landesliga-Herren der TG Laudenbach, die ihre zuletzt starke Leistung beim Derby in Hemsbach nun auch in Neckarelz zeigen wollen. Die Herren der HSG Weinheim/Oberflockenbach brauchen am Samstag unbedingt einen Heimsieg, wenn sie am Tabellenende nicht schon früh abgehängt werden wollen.

In der Verbandsliga hofft der in den letzten drei Begegnungen sieglose TSV Birkenau am Samstag ab 19.30 Uhr auf eine Kehrtwende im Heimspiel gegen Rintheim.