Erste Saison-Niederlage für den TTC 46 Weinheim
Nach dem 6:3-Erfolg am Samstag gegen Dachau unterliegt der Tabellenführer der Bundesliga am Sonntag dem ESV Weil mit 2:6. Nationalspielerin Yuan Wan sorgte derweil auch im Fernsehen für ein Highlight.
Am achten Spieltag der Tischtennis-Bundesliga hat es jetzt auch die bis dato ungeschlagenen Damen des TTC 46 Weinheim erwischt. Nachdem sich das Team von Trainer Rainer Schmidt am Samstag noch zu Hause gegen den TSV Dachau mit 6:3 behauptet hatte, setzte es am Sonntagnachmittag eine deutliche 2:6-Niederlage beim ESV Weil.
Mit einem hart erkämpften 6:3-Erfolg eröffneten die Damen des TTC 46 ihre Rückrunde. Gegen das einzige Team, das den Weinheimerinnen in der Vorrunde einen Zähler abgeknöpft hatte, gelang also ein erfolgreicher Start. In den Doppeln teilte man zunächst die Punkte. Während Hsien-Tzu Cheng und Yuan Wan locker gegen Byun/Ernst gewannen, mussten sich Ece Harac/Mateja Jeger im Entscheidungssatz Winter/Pranjkovic beugen.
Und Unentschieden stand es auch nach den ersten Einzeln. Hsien-Tzu Cheng kam noch nicht an die Form ihrer taiwanesischen Landsfrau Tung-Chuan Chien heran und unterlag gegen Sabine Winter in vier Sätzen. Yuan Wan setzte sich dagegen gegen die Koreanerin Seoyoung Byun nach verlorenem ersten Durchgang noch recht klar durch.
Hinteres Paarkreuz macht den Unterschied
Das hintere Paarkreuz des TTC 46 machte dann den Unterschied: Sowohl Ece Harac gegen Naomi Pranjkovic als auch Mateja Jeger gegen Tin-Tin Ho hatten zwar in den einzelnen Sätzen deutlich zu kämpfen, brachten aber ihre Spiele mit 3:0 und 3:1 durch – 4:2. Cheng konnte daraufhin auch in ihrem zweiten Einzel gegen Byun nicht punkten, aber Yuan Wan brachte schon einmal den fünften Zähler auf die Habenseite. Gegen ihre Nationalmannschaftskollegin Sabine Winter führte sie schnell 2:0, musste dann aber doch in den Entscheidungssatz, gewann diesen schließlich knapp mit 11:9.
Trainer Rainer Schmidt bescheinigte Wan eine tolle Leistung, die sie derzeit bringe, da sie körperlich fit sei und nicht mit Reiseproblemen zu kämpfen habe. Ece Harac machte schließlich mit ihrem zweiten Sieg des Tages den Deckel drauf, als sie gegen Tin-Tin Ho in drei knappen Durchgängen den sechsten Zähler eintütete. Insgesamt lief es für den TTC 46 also deutlich besser als in der Vorrunde in Dachau, als aus einem 5:3 noch ein 5:5-Unentschieden wurde.
Anfängliche Parallelen zum Samstag
Dass die Bäume aber nicht in den Himmel wachsen, musste das Weinheimer Quartett dann am Sonntag erleben. Beim ESV Weil setzte es eine überraschende 2:6-Niederlage. Wieder stand es 1:1 nach den Doppeln. Und wieder waren Cheng und Wan recht schnell fertig, als sie Anna Hursey und Ievgeniia Sozoniuk klar beherrschten und mit 3:0 bezwangen. Ece Harac und Mateja Jeger mussten sich ihrerseits ebenfalls erneut über fünf Sätze quälen – letztlich wieder ohne Erfolg.
Yuan Wan in der ARD
- Die Partie gegen Dachau am Samstagabend war gerade beendet, da schlug Weinheims Nationalspielerin Yuan Wan an der Seite ihrer früheren Teamkollegin Sophia Klee (jetzt TSV Langstadt) schon wieder in der ARD-Sendung „Die Hirschhausen-Show – Was kann der Mensch?“ auf. Zumindest scheinbar, denn die Show mit Moderator Eckart von Hirschhausen und den Gästen Uwe Ochsenknecht, Judith Rakers, Hans Sigl und Sabine Heinrich war bereits im Vorfeld aufgezeichnet worden.
- Wan und Klee mussten sich an fünf „verrückten Tischen“ beweisen, die entweder in der Höhe schwebten, schiefe Seiten, viele Löcher und Dellen hatten oder lang und schmal waren. Fünf Mal musste der Ball jeweils übers Netz, um eine Wertung zu erzielen. Das gelang dem Duo an immerhin vier der fünf kuriosen Platten.
- Der rund 18-minütige TV-Auftritt kann weiterhin über die ARD-Mediathek abgerufen werden.
Yuan Wan fand in ihrem Einzel nach verlorenem ersten Satz gegen die Waliserin Anna Hursey immer besser ins Spiel und führte mit 2:1, danach lief aber nicht mehr viel zusammen und das Spiel ging an Weil. Auch im Südbadischen konnte Hsien-Tzu Cheng nicht ihr Potenzial wie gewünscht abrufen, sodass gegen Sozoniuk die nächste Niederlage mit 0:3 zu Buche stand.
Harac glänzt, Jeger verliert
Und auch die Hoffnung auf den Ausgleich im hinteren Paarkreuz erfüllte sich nicht vollends, sondern eben nur teilweise; Ece Harac setzte sich gegen Kornelija Riliskyte mit 3:1 durch, aber Mateja Jeger musste mit dem gleichen Ergebnis gegen Daniela Ortega eine Niederlage quittieren.
Auch gegen Hursey gelang Cheng daraufhin nur ein Satzgewinn zum 1:2, sodass schon einmal der fünfte Zähler und somit mindestens ein Unentschieden für die heimstarken Südbadenerinnen feststand.
Gegen Ievgeniia Sozoniuk, die im Pokal Anfang Januar bereits die deutsche Nummer eins, Nina Mittelham (Berlin) überraschend geschlagen hatte, gelang Yuan Wan dann wieder eine 2:1-Führung. Danach war aber abermals Schluss, da Sozoniuk mit 11:7 und 11:8 in den folgenden Sätzen den Sieg für Weil perfekt machte.
"Alles kein Beinbruch"
TTC-Trainer Rainer Schmidt kommentierte die erste Saison-Niederlage mit den Worten: „Etwas müde gewirkt“. Seine Schützlinge hätten trotz hoher Führungen mitunter die falschen Entscheidungen getroffen.
„Alles kein Beinbruch“, lautete dennoch die Devise der Verantwortlichen, denn für die Play-offs wird es für die Weinheimerinnen auch in diesem Jahr auf jeden Fall wieder reichen. Und am nächsten Sonntag kann man im Heimspiel gegen Bingen die Scharte auch schon wieder auswetzen. hol/fran