Fußballer vor der Saison

Für Resnik ist es eine Frage der Ehre

Die Trainer des SV Laudenbach erwarten von ihrer Mannschaft nach der Horror-Abstiegssaison eine verbesserte Einstellung. Dann sehen sie ihr Team ganz weit oben

Matthias Bär, Dominic Keil, Jannis Will, Marvin Pfeifer, Sebastian Vetter und Louis Ehret (von links) verstärken den Laudenbacher Kader teilweise bereits seit der vergangenen Rückrunde. Jetzt will der SVL die Abstiegssaison vergessen machen. Foto: Fritz Kopetzky
Matthias Bär, Dominic Keil, Jannis Will, Marvin Pfeifer, Sebastian Vetter und Louis Ehret (von links) verstärken den Laudenbacher Kader teilweise bereits seit der vergangenen Rückrunde. Jetzt will der SVL die Abstiegssaison vergessen machen.

Wird aus der Lachnummer der vergangenen Saison ein Aufstiegskandidat? Wenn es nach Trainer Dirk Resnik und seinen Kollegen geht, dann darf diese Wandlung gerne stattfinden. „Eigentlich muss sie das sogar. In der vergangenen Runde haben wir nur einen einzigen Sieg verbucht und 130 Gegentore kassiert. Da hat ja die ganze Bergstraße schon über uns gelacht. Das will ich nicht noch einmal erleben“, sagt der 50-Jährige. „Wäre ich nicht schon zu alt, wäre ich gern noch einmal selbst aufgelaufen. Wie die Jungs sich haben hängen lassen, das konnte man nur schwer mitansehen.“

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Die SVL-Torhüter waren um diese Horrorsaison nicht zu beneiden. Der sang- und klanglose Abstieg für den A-Klassen-Aufsteiger stand bereits früh fest, zu instabil waren die Leistungen. Das soll nun in der B-Klasse anders werden. „Von der individuellen Klasse her haben wir das Zeug, unter die ersten drei Mannschaften zu kommen. Jetzt müssen wir die Kameradschaft, die wir außerhalb des Platzes leben, aufs Spielfeld bekommen“, sagt Resnik.

Die Trainer Dirk Resnik, Jan Hofmann, Roberto Marras und Benjamin Braun (von links) nehmen ihre Mannschaft in die Pflicht. Foto: Fritz Kopetzky
Die Trainer Dirk Resnik, Jan Hofmann, Roberto Marras und Benjamin Braun (von links) nehmen ihre Mannschaft in die Pflicht.

Genau dieser Aspekt gibt dem Übungsleiter und seinen Co-Trainern Roberto Marras, Benni Braun und Jan Hofmann aber auch Rätsel auf. „Das Mannschaftsgefüge stimmt, die Jungs verstehen sich super. Wenn wir diese Gemeinschaft auf den Platz bringen würden, wären wir kaum zu schlagen. So aber brechen wir selbst nach Führungen ein und können unsere Linie nicht halten.“ Dass das in der B-Klasse besser werden muss, weiß Resnik. „Und das haben wir auch an die Spieler weitergegeben. Solche Auftritte schaden ja dem Ansehen des Vereins“, appelliert der Trainer an die Ehre der Mannschaft.

Kein Kanonenfutter mehr sein

Doch der Verlauf der bisherigen Testspiele lässt ihn skeptisch zurück. Auch hier zeigte sich wieder das Muster der vergangenen Runde. „Wenn die Spieler nicht bereit sind, 100 Prozent zu geben, dann werden wir vielleicht nicht mal einstellig abschließen, obwohl die Mannschaft das Potenzial zu wesentlich mehr hat. Aber sie muss es eben auch wollen. Und da reichen 50, 60 Leistung eben nicht. Egal in welcher Klasse.“

Kanonenfutter, auch in der B-Klasse zu sein, das kann keiner ernsthaft wollen. Und dazu sollten die Erinnerungen aus der Abstiegssaison auch zu schmerzhaft sein. Dass trotz der sportlichen Horrorrunde einiges stimmt im Verein, zeigt auch der Umstand, dass es nur drei Abgänge gab, der Kader bei 33 Spielern steht. Davon seien zwar „nur“ 20 bis 22 im Training, doch noch ist ja Urlaubszeit. Mit gleich vier Männern im Trainerteam sei viel Kleingruppenarbeit möglich, die Rahmenbedingungen für eine gute Vorbereitung seien also vorhanden.

Noch knapp drei Wochen sind es bis zum Saisonstart am 3. September. Und dann geht es gleich gegen den FV Leutershausen II, der in der abgelaufenen Runde nur haarscharf an den Aufstiegsspielen vorbeischrammte. „Da sehen wir gleich, wo wir stehen. Den FVL schätze ich stark ein, aber wir müssen vor allem auf uns schauen. Wenn alle das wollen, schaffen wir es unter die ersten drei Teams. Aber eben nur dann.“

Abschiedsspiel für Hofmann

Am Wochenende stellen die Coaches die Mannschaft auch spielerisch mit zwei Spielen auf die Probe. Vor dem Test gegen die ebenfalls hoch gehandelten Klassenkonkurrenten vom FV Fortuna Heddesheim III am Sonntag wartet am Samstag das Abschiedsspiel für den langjährigen Laudenbacher Kapitän Jan Hofmann. Der künftige Co-Trainer, der seine Karriere gesundheitsbedingt beenden musste, stellt eine Allstar-Truppe zusammen – auch mit Spielern der alten Schule wie Dirk Resnik, Björn Helly oder auch Frank Gassner. Ein sportlich und mental durchaus spannender Vergleich. Und einer, der auch noch sozialen Hintergrund hat: Die Einnahmen der Partie werden an die drei Laudenbacher Kindergärten gestiftet. Es stimmt schon viel beim SVL, jetzt fehlt nur noch der Erfolg.