Tennis

„Gefightet wie die Wahnsinnigen“: TC 02 trotzt Hitze und Gegnern

Der Weinheimer Kapitän ist enttäuscht, aber stolz. Warum der Saisonstart trotzdem Hoffnung auf mehr macht, zeigt ein außergewöhnliches Wochenende.

Vito Tonjec, am Auftakt-Wochenende als Nummer 2 des TC 02 Weinheim eingesetzt, zeigte an beiden Tagen eine überragende Leistung. Foto: Philipp Reimer Fotografie
Vito Tonjec, am Auftakt-Wochenende als Nummer 2 des TC 02 Weinheim eingesetzt, zeigte an beiden Tagen eine überragende Leistung.

Schönberg/Mannheim. Mit einem Sieg und einer denkbar knappen Niederlage sind die Badenliga-Herren des TC Weinheim 1902 in die Saison gestartet, „Es war eines der taffsten Wochenenden, das ich in Sachen Tennis je erlebt habe – diese Hitze, die Intensität der Spiele, die knappen Matches.“ Kevin Lampert, Kapitän des Teams steht sichtlich unter dem Eindruck zweier Spieltag, die es in sich hatten. Extreme Hitze, dazu zwei bärenstarke Gegner – das verlangte nicht nur von den Spielern einiges ab. Es bleibt zunächst ein bisschen Katerstimmung, denn „eigentlich wollten wir beide Begegnungen gewinnen“, so Lampert.

Stark besetzt waren die Weinheimer ins Rennen gegangen, setzten erstmals an Position 1 den 23-jährigen Rechtshänder Guillaume Dalmasso ein, einen Franzosen, in Metz geboren, in Cannes daheim und die Nummer 566 der Welt. Wieder mit von der Partie der Kroate Vito Tonjec, in den vergangenen Jahren verlässlicher Punktegarant auf Rang 1. Neu dabei der Brasilianer Kaua Lopes Cressoni, Jahrgang 2005. Dazu noch die „üblichen Verdächtigen“ Tim Heger, Moritz Hoffmann, Noah Zeiger und Etienne Lutz. „Eine ziemlich starke Aufstellung“, so Lampert.

Vito Tonjec spielt überragend

Entsprechend viel hatte man sich erhofft. Beim Freiburger TC Schönberg gewann Tonejc souverän gegen den starken Schweizer Valent, Hoffmann zog mit einem Sieg gegen Florian Meyer nach, der Brasilianer musste sich im Matchtiebreak gegen den Ex-Weinheimer Leon Huck an Position 6 geschlagen geben. Gegen den Schweizer Damien Wenger konnte Weinheims Franzose an Position 1 nicht viel ausrichten. Dafür wurde Tim Heger für seinen großen Kampf mit einem 12:10 im Championstiebreak belohnt. Weil aber Zeiger verlor, hieß es nach den Einzeln 3:3. Am Ende siegten alle drei Weinheimer Doppel in zwei Sätzen.

Immer top informiert mit dem WNOZ-WhatsApp-Kanal!

Breaking News, spannende Hintergründe und Newsletter: Mit unserem WhatsApp-Kanal bleiben Sie stets über Weinheim, den Odenwald und die Metropolregion informiert.

Impressum

31 Grad hatte es noch nachts gegen 1 Uhr, als die Truppe den von Sport 65 zur Verfügung gestellten Bus beim TC 02 abstellen konnte. Viel Zeit zur Regeneration bliebt nicht, denn um 11 Uhr ging es am Sonntag mit dem Derby bei der MTG Mannheim weiter. Während Vito Tonjec all sein Können zeigte und gegen Jochen Bertsch beim 6:3, 6:4 nichts anbrennen ließ, hatte Noah Zeiger gegen Rytis Razminas das Nachsehen. Etienne Lutz, anstelle von Moritz Hoffmann im Einsatz, hatte gegen Benny Schweizer beim 7:6, 1:6 verloren und 8:10 im Matchtiebreak kein Glück. Eine starke Leistung zeigte Weinheims Franzose gegen seinen Landsmann Hugo Car und siegte im mitreißenden Match 10:7 im Championstiebreak. Heger verlor. Gar keine Mühe hatte Cressoni gegen Thorsten Bertsch.

Derby ohne Happy End

Wieder war ein 3:3 die Ausgangsposition, diesmal ohne Happy End. Die Doppel waren nichts für schlechte Nerven: Tonejc/Zeiger hatten mit einem letztlich klaren Sieg die Weinheimer 4:3 in Führung gebracht. Die anderen beiden Partien gingen in die Verlängerung. Beide Weinheimer Duos kämpften sich im Championstiebreak von einem 6:9-Rückstand auf ein 9:9 zurück. Ein Matchpunkt fehlte noch – und den hatten Dalmasso/Hoffman mit einem Matchball gegen Car/J. Bertsch auf dem Schläger. Am Ende siegte jedoch das Mannheimer Duo mit 13:11. Auch Heger/Cressoni mussten in den Matchtiebreak und verloren mit 9:11. Damit stand es 4:5 aus Weinheimer Sicht. Unterm Strich stand ein 11:11 in Sätzen – entsprechend groß war die Enttäuschung. Lampert kritisierte, dass die Weinheimer es nicht einmal geschafft hätten, mit einer 4:2-Führung in die Doppel zu gehen. Sein Lob ging nicht nur an Tonjec, der „ein unfassbar gutes Wochenende hatte“. Die gesamte Mannschaft sei intakt, eine gute Truppe: „Das Team lebt füreinander. Die haben gefightet wie die Wahnsinnigen.“

Hoffnung auf Heim-Fans

Titelfavorit Wiesloch hat seine ersten beiden Begegnungen gewinnen können. Weinheim steht auf Rang zwei. Am Sonntag (7.) geht es um 11 Uhr gegen Tiengen. Hier erhofft sich der TC 02 Unterstützung der heimischen Zuschauer. Klappt das, sollte einem Heimsieg nichts im Wege stehen.