Heddesheim erlebt ein Turnier für die Geschichtsbücher
Beim B&K-Cup treffen die SG Leutershausen und der TVG Großsachsen letztmals aufeinander. Zwar gewinnt die SGL das Derby, im Finale setzt es aber eine Niederlage.
„Letztes Derby“ lautet die Überschrift auf dem Notizblock von Turnierleiter Thomas Schmid. Um dies noch einmal zu betonen, hat er die Worte besonders dick umkringelt. Und natürlich lässt er dies dann auch die zahlreichen Zuschauer in der Heddesheimer Nordbadenhalle am Sonntagnachmittag via Mikrofondurchsage wissen.
In der Tat werden die Zuschauer in den nächsten 50 Minuten Augenzeugen eines historischen Handballspiels: Wenige Wochen bevor Oberligist TVG Großsachsen und Drittligist SG Leutershausen in unterschiedlichen Ligen in ihre letzte eigenständige Saison starten – mit Beginn der Spielzeit 2024/25 soll die Spielgemeinschaft der beiden langjährigen Rivalen mit der TSG Lützelsachsen und der SG Hohensachsen bekanntlich Realität werden –, kreuzen sie im letzten Vorrundenspiel des Badent&Klemm-Consulting-Cups der SG Heddesheim noch einmal die Klingen.
Beide gehen punktgleich ins Spiel
Die Ergebnisse im Überblick
Frauen, Gruppe 1
HG Oft./Schwetzingen - VTV Mundenheim 25:14
VTV Mundenheim - HSG St. Leon/Reilingen II 17:15
HG Oft./Schwetzingen - HSG St. Leon/Reil. II 24:15
1. HG Oftersheim/Schwetzingen 49:29 4:0
2. VTV Mundenheim 29:42 2:2
3 HSG St. Leon/Reilingen II 30:41 0:4
Frauen, Gruppe 2
TSG Haßloch - HG Saase 30:16
TSG Haßloch - SG Heddesheim 24:19
SG Heddesheim - HG Saase 23:17
1. TSG Haßloch 54:35 4:0
2. SG Heddesheim 42:41 2:2
3. HG Saase 33:53 0:4
Spiel um Platz fünf
HSG St. Leon/Reilingen II - HG Saase 22:20
Halbfinals
HG Oft./Schwetzingen - SG Heddesheim 26:17
TSG Haßloch - VTV Mundenheim 19:15
Spiel um Platz drei
SG Heddesheim - VTV Mundenheim 20:16
Endspiel
HG Oftersheim/Schwetzingen - TSG Haßloch 22:14
Männer, Gruppe 1
TSV Am. Viernheim - HLZ Fries.-Hochdorf II 20:30
HG Oft./Schwetz. - HLZ Fries.-Hochdorf II 26:27
Longericher SC - TSV Am. Viernheim 27:19
Longericher SC - HG Oft./Schwetzingen 31:21
HG Oft./Schwetzingen - TSV Am. Viernheim 23:21
Longericher SC - HLZ Fries.-Hochdorf II 24:27
1. HLZ Friesenheim-Hochdorf II 84:70 6:0
2. Longericher SC 82:67 4:2
3. HG Oftersheim/Schwetzingen 70:79 2:4
4 TSV Amicitia Viernheim 60:80 0:6
Männer, Gruppe 2
SG Leutershausen - SG Heddesheim 28:16
TSV Birkenau - TVG Großsachsen 28:29
TVG Großsachsen - SG Heddesheim 25:19
SG Leutershausen - TSV Birkenau 41:17
TSV Birkenau - SG Heddesheim 19:24
TVG Großsachsen - SG Leutershausen 25:31
1. SG Leutershausen 100:58 6:0
2. TVG Großsachsen 79:78 4:2
3. SG Heddesheim 59:72 2:4
4. TSV Birkenau 64:94 0:6
Spiel um Platz drei
Longericher SC - TVG Großsachsen 34:29
Endspiel
HLZ Fries.-Hochdorf II - SG Leutershausen 24:21
Obendrein hat das traditionsreiche Hirschberger Derby an diesem Tag auch sportlich etwas zu bieten: An den beiden vorangegangenen Turniertagen haben sich nämlich sowohl die SGL als auch der TVG gegen die Gruppengegner TSV Birkenau und Gastgeber SG Heddesheim keine Blöße gegeben. Beide gehen demnach mit 4:0-Punkten ins Derby.
Aufgrund der besseren Tordifferenz würde der SGL um ihren neuen Trainer Thorsten Schmid aber bereits ein Unentschieden zum Erreichen des Endspiels gegen die Drittliga-Reserve des HLZ Friesenheim-Hochdorf reichen – auch, weil die Saasemer in ihrem ersten Vorrundenspiel am Freitagabend gegen Badenligist Birkenau nur um Haaresbreite (29:28) die Oberhand behielten, während die SGL gegen Birkenau mit stattlichen 24 Toren Differenz siegte.
SGL-Neuzugänge gut integriert
Doch auf Unentschieden spielen kommt in dieser Partie nicht infrage. Beide Teams geben Vollgas, insbesondere Großsachsen wird dabei lautstark unterstützt. Die E-Jugend der SG Heddesheim hat eigens fürs Derby ihre Trommeln rausgeholt, die Sympathien der Handball-Youngster gelten eindeutig dem „Underdog“. Und der hält dank der Treffsicherheit von Tim Burkard (6) und Hannes Weindl (5) auch lange mit, zur Pause führt Leutershausen gerade mal mit 16:15.
Im zweiten Spielabschnitt dreht dann aber die SGL zunehmend auf, Niklas Krämer netzt insgesamt sieben Mal ein, auch die Neuzugänge Max Preller (3), Yessine Meddeb (3) und Bastian Seitz (2) finden immer besser ins Team. Am Ende heißt es dann doch – vergleichsweise standesgemäß – 31:25 und die Trommeln sind weitgehend verstummt.
Derby hat Kraft gekostet
Allerdings hat die Partie auf beiden Seiten Kräfte gekostet. Bei Großsachsen ist im anschließenden kleinen Finale gegen den Longericher SC die Luft raus (29:34) und auch Leutershausen leistet sich im Endspiel gegen Friesenheim-Hochdorf zu viele Fehlwürfe. Noch schlimmer aber: Binnen kürzester Zeit müssen sowohl Seitz als auch Preller die Platte verletzungsbedingt verlassen. Die Sorgenfalten in Thorsten Schmids Gesicht sind auch von der gegenüberliegenden Tribüne kaum zu übersehen.
„Wir hoffen alle, dass es bei den Jungs nichts Schlimmeres ist. Sie hatten sich bereits super ins Team integriert, längere Ausfälle wären für uns ganz schwer zu verkraften“, sagte der Coach nach dem Finale, das am Ende zwar noch einmal knapp wurde, eine Minute vor Schluss nach einem verworfenen Siebenmeter von SGL-Linksaußen Gianluca Pauli aber zugunsten des HLZ entschieden war. Endstand: 24:21.
Nichtsdestotrotz konnte Schmid dem Turnier mit Ausnahme der Verletzungen fast nur Gutes abgewinnen. „Gerade am Freitag und am Samstag haben wir schon sehr viel von dem umgesetzt, was wir uns für die neue Runde vorgenommen haben. Wir haben hier definitiv den einen oder anderen Schritt in die richtige Richtung gemacht.“
HG Saase hält gut mit
Nahezu identische Töne sind auch von Steffen Piffkowski, dem neuen Trainer der Verbandsliga-Frauen der HG Saase, zu hören. Zwar hatte seine Sieben in einer „knackigen Gruppe“ gegen die höherklassigen Gegner kaum eine Chance, doch befindet Piffkowski am Rande der Finalspiele der Männer: „Gegen Haßloch, das in die 3. Liga hoch will, haben wir uns beim 16:30 durchaus achtbar aus der Affäre gezogen, auch gegen Heddesheim haben wir lange mitgehalten.“
Ihr bestes Spiel lieferte die HG im Spiel um Platz fünf gegen St. Leon/Reilingen II am Sonntagvormittag ab. „Beim 20:22 waren wir nah dran“, so Piffkowski.
Auch Piffkowski klagt über Verletzungen
Gleichwohl bereiten auch ihm zwei Verletzungen Sorgen: Manu Miller musste im letzten Spiel vorzeitig runter, Silja Schlue dürfte nach einem Kreuzbandriss aus dem letzten Vorbereitungsspiel vor dem B&K-Cup deutlich länger ausfallen.
Den Titel bei den Frauen sichert sich derweil Oberligist HG Oftersheim/Schwetzingen. Die Gastgeber, die auf und neben dem Feld eine tolle Figur abgeben, freuen sich über Platz drei.