Lars Röller verlässt die SGL Richtung 2. Bundesliga
Der Abwehr-Riese der SG Leutershausen steht ab sofort beim TV Großwallstadt unter Vertrag. Der Abschied fällt nicht leicht.
Das Abwehrzentrum der SG Leutershausen hat einen eindrucksvollen Mittelblocker verloren: Lars Röller hat sich Handball-Zweitbundesligist TV Großwallstadt angeschlossen und soll bei der Mannschaft des Leutershausener Trainers Michael Roth den kurzfristigen Wechsel von TVG-Kapitän Dino Corak nach Hamburg kompensieren. Der 29-jährige Kroate hat den Verein gebeten, ihn von seinem Vertrag zu entbinden. Und so war der Weg für Lars Röllers Wechsel frei.
„Ich habe mich mit der Mannschaft sehr wohl gefühlt. Und ich bin froh, dass mir die SGL diesen Schritt jetzt ermöglicht hat“, sagt Röller, der seit 2021 bei der SGL unter Vertrag stand. Über seinen Heimatverein TSG Mutterstadt, die Eulen Ludwigshafen, die Rhein-Neckar-Junglöwen und die HBW Balingen-Weilstetten kam Lars Röller zur SGL. 2018 stand er für die Rhein-Neckar Löwen im Kader des Champions-League-Achtelfinals gegen Kielce.
Dank geht an die SGL
Der Abwehrrecke, der bislang aus Mutterstadt an die Bergstraße gependelt war, ist aktuell in einem Hotel in Großwallstadt untergebracht. Der Abschied von seinen Teufeln kam kurzfristig. „Ich wollte es den Jungs unbedingt selbst sagen, habe dann auch sehr viel positive Rückmeldung und Verständnis für meinen Schritt erhalten. Den Ausstand müssen wir aber noch nachholen. Das habe ich schon versprochen.“
TVG-Geschäftsführer Michael Spatz, ebenfalls mit Leutershausener Vergangenheit, freute sich über den Transfer: „Wir haben mit Lars einen Spieler gefunden, mit dem wir den Weggang von Dino gut kompensieren können. Ich bedanke mich vor allem der SG Leutershausen für die tolle und effiziente Zusammenarbeit.“ Ebenso überzeugt ist Trainer Michael Roth: „Ich bin froh, dass wir so gute Beziehungen zu Leutershausen haben und sie uns die Möglichkeit geben, Lars kurzfristig zu uns zu holen. Er ist sehr abwehrstark, eine Persönlichkeit und kann jetzt auch die Chance nutzen, sich bei uns zu zeigen.“
Eine große Chance
Das war für Röller auch ein Hauptgrund für seinen Wechsel. „Kurz vor Ende meines Masters und bevor ich dann ins Berufsleben wechsle, habe ich jetzt noch einmal die große sportliche Chance mich noch einmal weiterzuentwickeln“, sagt der Mann, der die Kreisposition in Großwallstadt zusammen mit Florian Mohr bekleiden wird. „Bei nur zwei Kreisläufern kommt da noch mal mehr Verantwortung auf mich zu. Das wird eine Herausforderung, auf die ich mich freue.“
Trotz Schuhgröße 51 tritt Röller in große Fußstapfen des jahrelangen TVG-Kapitäns. Nach überstandener Reha aufgrund einer Schulterverletzung fühlt er sich der 2,03 Meter große und 110 Kilo schwere Handball-Riese aber so fit wie selten zuvor. „Ich bin bereit, in Großwallstadt die nächsten Schritte in meiner Entwicklung zu machen.“
Viele schöne Erinnerungen
Aus Leutershausen nimmt Lars Röller viele schöne Erinnerungen mit. „Höhepunkte in meinem ersten Jahr waren sicher die Derbys gegen Großsachsen, der Last-Second-Sieg nach dem Tor von Sven Schreiber gegen die Rhein-Neckar Löwen II und das Benefizspiel gegen die Ukraine, wo wir vor voller Halle mit einer gemischten Mannschaft gespielt haben.“
Das Abenteuer 2. Liga hätte er sich durchaus auch mit den ab der kommenden Saison als Saase3Leutershausen spielenden Bergsträßern vorstellen können. „Da steht eine große Veränderung an, die neue Mannschaft wird sich erst einmal finden müssen. Aber es ist natürlich auch eine große Chance für die Zukunft.“ Auch dass seine ehemaligen Mitspieler noch in dieser Saison die Aufstiegsspiele erreichen können, hält er nicht für ausgeschlossen. „Die Tabellenspitze ist in diesem Jahr breit aufgestellt, da ist durchaus noch was drin.“
Großwallstadt hat nach 18 von 34 Spielen 20:16 Punkte auf dem Konto. Röller wird seinen 25. Geburtstag am Mittwoch also beim Tabellensiebten in Großwallstadt feiern. Eher gediegen. Und das wird nicht daran liegen, dass Großwallstadt im Rahmen seiner Wintervorbereitung schon einen Tag später in Melsungen testet. „Außer Training und Studium bleibt momentan tatsächlich gerade für sehr wenig Zeit“, sagt Röller, der zuletzt in Leutershausen nicht mehr so viele Spielanteile hatte wie noch in der vergangenen Runde.
Roth: Auch 2024/25 ein Topteam
„Lars ist ein feiner Kerl, wir haben ihm beim Wechsel keine Steine in den Weg gelegt. So ist es für alle Seiten eine gute Lösung“, sagt Uli Roth, bei der SGL fürs Sponsoring verantwortlich und da auch für die neue Spielgemeinschaft gerade „in guten Gesprächen. Wir werden auch für die kommende Saison ein Topteam stellen. Und wenn wir jetzt die Aufstiegsspiele mitnehmen können, tun wir das gerne. Es fühlt sich gerade alles sehr gut an, aber es ist auch noch wahnsinnig viel Arbeit.“