Sensationell starke Annika Schlechter hält den Derbysieg fest
Beim 27:21 der SG Heddesheim gegen Weinheim stehen die Torfrauen im Mittelpunkt. Gastgeberinnen behaupten die Oberliga-Spitze
Die Handballerinnen der SG Heddesheim grüßen weiter von der Oberliga-Spitze. „Zu Recht“, wie Weinheims Trainer Jürgen Al-Shawani nach dem Derby am Samstagnachmittag bescheinigen musste. Was aber nicht daran lag, dass die Heddesheimerinnen einen so überzeugenden Auftritt geliefert hätten. Beim 27:21 (11:9) leisteten sich die Gäste der HSG Weinheim/Oberflockenbach einfach viel zu viele Fehlwürfe.
38 Versuche fanden nicht den Weg ins Tor der überragenden Heddesheimer Torfrau Annika Schlechter. Die wehrte sage und schreibe 26 Bälle ab! Da konnte selbst die sehr gute Quote von Laura Propp im HSG-Tor, die mit 17 Paraden ebenfalls einen Spitzenwert hatte, nicht mithalten. Die Vorstellung der beiden Torhüterinnen entschädigte die 150 Zuschauer für die spielerische Magerkost auf der Platte, die 33 Ballverluste auf beiden Seiten sorgten nicht gerade für Spielfluss.
Heddesheim - Weinheim 27:21
SG Heddesheim: Schlechter, Münch (zu einem Siebenmeter); Dielmann (1), Hildenbrand (49, Pugar (7/4), Holzer (1), Francis (2), Scheiner (2), Korn (2), Hörl, Butschek, Gedik (4), Vetter (3), Matthes (1).
HSG Weinheim/Oberflockenbach: L. Propp, Sax, Eder-Herzog; Fath (3), Pinto Pareja (2), Püschel, Amann (2), Müller (8/3), Mackert (1), Karl, Funder (1), K. Propp (4/2).
Schiedsrichterinnen: Nathalie Strecker/Vanessa Falter.
Zuschauer: 150.
Zeitstrafen: 2:6 Minuten.
Siebenmeter: 4/4:8/5.
Ballverluste: 18:15.
Fehlwürfe: 26:38.
Paraden und beste Spielerinnen: Schlechter 25 - Laura Propp 18.
Spielfilm: 4:1, 6:4, 7:6, 9:7, 11:9; 14:10, 15:13, 18:13, 20:14, 20:17, 22:17, 22:19, 26:19, 27:21.
„Wir haben heute genau das Gegenteil von dem gespielt, was wir uns vorgenommen hatten, nämlich unsere Angriffe geduldig vorzutragen. Stattdessen waren wir hektisch und haben uns in Zweikämpfe verstrickt, der Ball ist überhaupt nicht gelaufen“, bemängelte Heddesheims Trainer Branko Dojcak das fehlende Zusammenspiel seiner Frauen.
Zunächst starteten die Gastgeberinnen gut, der erste Weinheimer Gegentreffer fiel in der 6. Minute durch Miriam Müller, für die bei 18 Wurfversuchen am Ende acht Treffer standen. Da stand es allerdings schon 4:1. Müller stand auch an der Spitze der Weinheimer 5:1-Abwehr, die ihre Sache vor der überragenden Laura Propp nicht schlecht machte. Allerdings wussten die Weinheimerinnen keinen Profit aus den zwölf Heddesheimer Ballverlusten der ersten Hälfte zu schlagen, kamen nur beim 7:6 auf einen Treffer heran. Dass es 11:9 zur Pause stand, war den 20 Weinheimer Fehlversuchen im Angriff zuzuschreiben.
Weinheim nutzt die Chancen nicht
Im zweiten Durchgang hatte Heddesheim beim 14:10 wieder den besseren Start, die entscheidende Phase der Partie folgte dann eigentlich schon nach dem 15:13 (38.), als es Weinheim nicht schaffte, die Partie zu drehen.
Zwei vergebene Siebenmeter von Katharina Propp und Anika Mackert und zwei Gegenstöße bei denen Müller an Schlechter scheiterte – nach dem 16:13 durch Heddesheims Christina Matthes (42.) zog Heddesheim davon, näher als auf drei Tore kam Weinheim nicht mehr auf. „Wir hatten Mitte der zweiten Halbzeit eigentlich spielerisches Übergewicht, Heddesheim hatte keine Ideen mehr. Aber bei so vielen ausgelassenen Chancen, gehen wir dann halt als Verlierer vom Platz. Das ist bitteres Lehrgeld“, sagte HSG-Coach Jürgen Al-Shawany. Am Ende hat Heddesheim das dann abgezockter gespielt. Branko Dojcak wusste, bei wem er sich für den Derbysieg zu bedanken hatte: „Annika muss man heute wirklich hervorheben.“