Handball

SG Heddesheim schnappt sich den Osada-Cup

Die Löwen gewinnen den Helmut Osada-Cup des TSV Amicitia Viernheim. Die S3L II hat im kleinen Finale keine Chance

Die SG Heddesheim, hier Jonas Bauer beim Wurf gegen Gastgeber TSV Amicitia Viernheim, überzeugte nach dem Sieg beim eigenen Turnier auch in Viernheim. Foto: Ernst Lotz
Die SG Heddesheim, hier Jonas Bauer beim Wurf gegen Gastgeber TSV Amicitia Viernheim, überzeugte nach dem Sieg beim eigenen Turnier auch in Viernheim.

Im Vorfeld wurden die VTV Mundenheim und die SG Heddesheim noch bedauert. Im Nachgang war es gar nicht so schlimm, dass diese beiden Teams das olympische Handball-Finale nicht schauen konnten, weil sie zeitgleich ihr letztes Gruppenspiel beim 26. Helmut Osada-Cup in Viernheim spielen mussten. Die bittere Final-Schlappe von Deutschland gegen Dänemark war beim Public Viewing im Foyer nur ein kleiner Stimmungsdämpfer beim Gute-Laune-Turnier des TSV Amicitia Viernheim. Die Heddesheimer Löwen setzten dem Ganzen zudem noch die Krone auf, indem sie Mundenheim bezwangen und ins Finale einzogen, wo sie dann auch noch den Drittligisten Haßloch mit 25:21 ausschalteten.

Newsletter

Holen Sie sich den WNOZ-Newsletter und verpassen Sie keine Nachrichten aus Ihrer Region und aller Welt.

Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

„Es läuft gut bei uns, fast ein bisschen zu gut zu diesem Zeitpunkt“, lacht SGH-Trainer Frank Schmitt. Der war erst am Sonntag, dem dritten Turniertag, aus dem Urlaub zurückgekommen und hatte sich von seinem Co-Trainer Marco Dubois berichten lassen: „Starke Abwehr samt Torhüter und vorne zahlt sich aus, dass wir derzeit fast komplett trainieren und so spielerisch Kondition tanken können.“ Die Heddesheimer, in der abgelaufenen Runde noch Vizemeister, gelten als einer der Favoriten auf Platz eins. „Der Sieg beim B&K-Cup und der Auftritt hier machen den Druck, auch den, den wir uns selbst machen, nicht gerade kleiner.“

Gastgeber zu stark geschwächt

Während die Heddesheimer ablieferten, konnte Ligakonkurrent und Gastgeber TSV Amicitia Viernheim gerade mal mit sieben Spielern der ersten Mannschaft antreten. Torhüter Timo Röhling kommt erst im September von seinem Auslandssemester zurück, Kevin Welte, Philipp, Oswald, Patrick Fath und Björn van Marwick, der sich mit Knieproblemen plagt und nicht wie vermeldet mit einem Kreuzbandriss, fehlten bei den Viernheimer „Bulls“. So waren die Gastgeber chancenlos, gewannen aber immerhin einmal.

Genauso abgeschlagen war der Vierte der zweiten Gruppe. Verbandsligist TSV Birkenau war schon auf dem Papier der schwächste Turnierteilnehmer. Dann verletzte sich zum Auftakt gegen Regionalligist Saase3Leutershausen II auch noch Torhüter Luca Roll, sodass die Birkenauer erst den vereinslosen Bruder von Moritz Holschuh als Keeper reaktivierten und am Schlusstag sogar Feldspieler Robin Rahn (kleines Bild) in den Kasten musste. „Für uns war es ein Erlebnis dabei zu sein, letztlich ging es unter diesen Voraussetzungen darum, drei gute Testspiele zu haben“, sagt Frank Jöst aus der Sportlichen Leitung.

S3L II arbeitet am Neuaufbau

Mit dem Sieg im letzten Gruppenspiel über die HSG Weschnitztal machte das komplett neu formierte Handballteam Saase3Leutershausen II das kleine Finale klar und machte sich anschließend auf, um bei Trainer Timo Baumann im Garten das olympische Finale zu schauen. Pasta gab es dann per Lieferservice dazu, um noch mal Energie für das Spiel um Platz drei zu tanken. „Bei unseren ganz jungen Spielern sieht man, dass das durchaus Talente sind, die noch Schritte gehen müssen, aber die wir formen können“, zeigte sich Baumann mit den Ergebnissen, der Art und Weise aber nicht zufrieden. „Wir agieren oft zu hektisch und verlassen das Spielsystem, hinten fehlen noch die Absprache und die nötige Härte.“ Ansätze, an denen Baumann nach der jetzt zehntägigen Spielpause arbeiten will. Zu Führungsspielern wie Moritz Mangold im Tor, Lukas Gutsche im linken Rückraum und dem spielenden Co-Trainer Tobias Schetters gesellen sich junge Wilde. Philipp Alt zeigte im linken Rückraum ebenfalls starke Ansätze.

Tobias Schetters ist einer der vielen neuen Spieler bei Handball-Regionalligist Saase3Leutershausen II, hier versuchen sich die zwei Klassen tiefer spielenden Birkenauer Ronny Unger und Paul Kreis in der Abwehr. Foto: Katrin Oeldorf
Tobias Schetters ist einer der vielen neuen Spieler bei Handball-Regionalligist Saase3Leutershausen II, hier versuchen sich die zwei Klassen tiefer spielenden Birkenauer Ronny Unger und Paul Kreis in der Abwehr.

„Am Ende war es mein Sohn, der das Spiel beim 28:31 noch für die S3L dreht. Darüber reden wir heute Abend noch“, lacht Weschnitztals Trainer Marcus Gutsche und klopft seinem Junior Lukas im S3L-Dress auf die Brust. Der Aufsteiger hatte in Gerrit Fey und Christian Buse seine besten Werfer. „Am Ende waren wir nicht clever genug, aber bis zum Saisonstart ist es ja noch hin. Hier waren wir nur zum Ärgern.“

Ralf Schaal aus der Abteilungsleitung von Ausrichter Viernheim zeigte sich nicht nur zufrieden mit dem guten Besuch, sondern auch mit der Atmosphäre in der einst ungeliebten Waldsporthalle. „Ich freue mich auf die Ligaspiele in der Harbig-Halle, in die wir jetzt tatsächlich nach fünf Jahren Renovierung wieder einziehen dürfen. Aber die Voraussetzungen hier für ein Turnier sind aufgrund der Infrastruktur super. Vielleicht bleiben wir ja hier.“