Kunstturnen

Silja Stöhr und Line Mayer trotzen den Verletzungssorgen

Die beiden Bergsträßerinnen haben bei den Deutschen Jugendmeisterschaften zwar mit Problemen zu kämpfen, schaffen es aber trotzdem aufs Treppchen.

Obwohl sie verletzungsbedingt nicht alle Übungen absolvieren konnten, kehrten Line Mayer (links), Trainerin Narina Kirakosyan (Trainerin) und Silja Stöhr mit reichlich Edelmetall von den Deutschen Meisterschaften in Dortmund zurück. Foto: Heiner Mayer
Obwohl sie verletzungsbedingt nicht alle Übungen absolvieren konnten, kehrten Line Mayer (links), Trainerin Narina Kirakosyan (Trainerin) und Silja Stöhr mit reichlich Edelmetall von den Deutschen Meisterschaften in Dortmund zurück.

Da sie beide zuletzt mit Verletzungen zu kämpfen hatten, waren die Deutschen Jugendmeisterschaften im Kunstturnen der Frauen am Wochenende für Silja Stöhr (SG Heddesheim) und Line Mayer (TSG Weinheim) ein Sprung ins kalte Wasser.

Newsletter

Holen Sie sich den WNOZ-Newsletter und verpassen Sie keine Nachrichten aus Ihrer Region und aller Welt.

Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

Bei Silja Stöhr, die in der Altersklasse 15 an den Start ging, war schon vor dem Wettkampf klar, dass sie aufgrund von Rückenproblemen nicht alle vier Geräte für den Mehrkampf turnen kann. Ziel war es dennoch, sich für die Gerätefinals am Sonntag am Stufenbarren und am Schwebebalken zu qualifizieren. Um das zu erreichen, musste sie – trotz des Handicaps – im Vorkampf zu den besten sechs Turnerinnen am jeweiligen Gerät zählen.

Line Mayer musste Anfang des Jahres eine zweimonatige Verletzungspause einlegen und turnte in Dortmund deshalb erst ihren ersten Wettkampf in diesem Jahr. Gleichwohl ging auch sie mit ambitionierten Zielen in die Titelkämpfe der Altersklasse 14: Zumindest ein bis zwei Finals wollte sie erreichen.

Einstieg mit Topleistung

Silja Stöhr stieg derweil mit einer Topleistung am Schwebebalken in den Wettkampf ein. Ohne Fehler zog sie ihre Übung durch und qualifizierte sich als Drittbeste für den Finalkampf am Sonntag. Das erste Ziel war damit bereits erreicht. Und auch der zweite Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Nur wenig später gelang ihr am Stufenbarren nämlich die zweitbeste Übung der Konkurrenz.

Aufgrund der Verletzungsprobleme musste sie anschließend jedoch am Boden und beim Sprung passen – wenngleich sie zumindest einen Sicherheitssprung absolvierte, um in den Finals antreten zu dürfen. Denn: Hierfür müssen im Mehrkampf mindestens drei Geräte geturnt werden.

Patzer am Stufenbarren

Line Mayer begann derweil am Sprung. Ihr am wenigsten geliebtes Gerät funktionierte sehr gut – sie schien die lange Pause gut verkraftet zu haben. Am Stufenbarren unterliefen ihr dann aber gleich zwei Patzer und so war schon nach dem zweiten Gerät klar, dass es im Mehrkampf nicht zu einer vorderen Platzierung reichen würde. Aber Lines Lieblingsgeräte Schwebebalken und Boden standen ja noch aus. Und mit der drittbesten Boden- und der zweitbesten Balkenübung gelang auch ihr ein doppelter Einzug in die Finals. Im Mehrkampf erreichte sie dadurch noch Platz sieben.

Dritte Goldmedaille in Folge

Am Sonntagmorgen untermauerte Line Mayer dann einmal mehr ihre Nervenstärke am Schwebebalken. Als einzige der „Top 6“ zog sie ihre Übung fehlerfrei durch, während die Konkurrenz patze – teilweise sogar mehrfach. Und so gewann die junge Weinheimerin im dritten Jahr in Folge die Goldmedaille am Schwebebalken.

Silja Stöhr startete ihrerseits am Stufenbarren in die Finals. Auch sie behielt dabei die Nerven und zog ihre Übung durch. Trotz starker Konkurrenz freute sie sich am Ende über die Bronzemedaille.

Zwei weitere Medaillen zum Abschluss

Nach diesen beiden Erfolgserlebnissen war die Stimmung entsprechend gut, beide Turnerinnen gingen mit viel Selbstvertrauen an ihr letztes Gerät. Line Mayer musste sich nach einer großartigen Übung am Boden nur einer Konkurrentin geschlagen geben und freute sich, wie in den Jahren zuvor, über die Silbermedaille. Silja Stöhr musste ihrerseits ganz am Anfang ihrer Übung am Schwebebalken einmal vom Gerät. Doch aus der Ruhe brachte sie das nicht. Die folgende Übung enthielt so viele Schwierigkeiten, um es trotz des Punktabzuges infolge des Sturzes abermals aufs Treppchen zu schaffen. Sie leistete sich keinen weiteren Fehler mehr und jubelte am Ende über ihre zweite Bronzemedaille. Unter dem Strich waren die Titelkämpfe somit für beide Turnerinnen ein voller Erfolg – trotz der Handicaps. hm