Fußballer vor der Saison

TSG Lützelsachsen II: Über den Teamgeist zum Erfolg

Das Team spielt in der A-Klasse eine gute Rolle, obwohl andere Vereine deutlich besser besetzt sind. Auch deshalb tritt Trainer Enrique Cazorla auf die Euphoriebremse.

Das Trainerteam um Chefcoach Enrique Cazorla (hinten, links) und die beiden Assistenten Oliver Kratzer und Ruben Castro begrüßte zum Trainingsauftakt einige neue Akteure bei der TSG Lützelsachsen II. Neu dabei sind (vorne, von links): Senan Celik, Manuel Herzog, Nick Mandel, Marcel Gontar. Es fehlen: Friedrich Hoffner, Christian Fuchs und Manuel Holz. Foto: Philipp Müller
Das Trainerteam um Chefcoach Enrique Cazorla (hinten, links) und die beiden Assistenten Oliver Kratzer und Ruben Castro begrüßte zum Trainingsauftakt einige neue Akteure bei der TSG Lützelsachsen II. Neu dabei sind (vorne, von links): Senan Celik, Manuel Herzog, Nick Mandel, Marcel Gontar. Es fehlen: Friedrich Hoffner, Christian Fuchs und Manuel Holz.

Wer sich bei den Trainern nach den potenziellen Favoriten für die kommende Spielzeit in der Fußball-Kreisklasse A2 erkundigt, der hört immer wieder die Antwort: TSG 91/09 Lützelsachsen II.

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Die Begründung hierfür liefere schon allein der Blick auf die Tabelle der vergangenen Saison, sagte stellvertretend Ümit Erdem, Trainer von Aufsteiger TSV Sulzbach.

Viertbeste Reserve im gesamten Kreis

In der Tat beendete die Elf von Trainer Enrique Cazorla die Spielzeit 2022/23 auf dem fünften Platz, wobei die TSG-Reserve bis zum vorletzten Spieltag durchaus realistische Chancen auf Platz zwei hatte. Und auch Cazorla selbst sagt sichtlich stolz: „Wer sich den Fußballkreis Mannheim etwas genauer anschaut, der sieht, dass wir zuletzt die viertbeste zweite Mannschaft waren – hinter dem SV Waldhof, dem VfR Mannheim und dem FV Brühl.“

Enrique Cazorla geht in seine fünfte Spielzeit als Trainer der TSG 91/09 Lützelsachsen II. Foto: Philipp Reimer Photography
Enrique Cazorla geht in seine fünfte Spielzeit als Trainer der TSG 91/09 Lützelsachsen II.

Auf die daraus womöglich resultierende Favoritenrolle angesprochen, weicht Cazorlas Stolz schnell einem herzhaften Lachen: „Ich frage mich immer, wie die Trainerkollegen ausgerechnet auf uns kommen. Das können die doch nicht ernst meinen.“ Sogleich fügt er hinzu: „Wer wirklich nur auf die Tabelle guckt, mag vielleicht so denken. Wer aber auch mal hinter die Kulissen schaut, der erkennt, was für ein immenser Aufwand hinter dem fünften Platz in der vergangenen Runde gestanden hat.“

Ohne Mittelstürmer, aber mit viel Spielglück

Etliche Spiele seien äußerst spät und mitunter auch glücklich zugunsten seiner Elf entschieden worden, so Cazorla weiter. „Das ging nur über einen ausgeprägten Teamgeist, eine gute Fitness und ganz viel Improvisation. Wir hatten beispielsweise keinen echten Mittelstürmer, mit Daniel Mommertz hat ein etatmäßiger Mittelfeldspieler trotzdem 18 Tore geschossen.“

Der etatmäßige Mittelfeldspieler Daniel Mommertz avancierte in der Vorsaison zum Torjäger. Foto: Thomas Rittelmann In den Hopfengärten 2 68239 Mannheim
Der etatmäßige Mittelfeldspieler Daniel Mommertz avancierte in der Vorsaison zum Torjäger.

Mit etwas weniger Spielglück hätte es der TSG-Reserve durchaus ähnlich ergehen können, wie der benachbarten SG Hohensachsen, führt der Coach aus. Die rutschte bekanntermaßen tief in den Tabellenkeller und schaffte erst in der Relegation den Klassenerhalt.

Dieses Schicksal könnte in der neuen Saison auch andere Teams ereilen, „die eigentlich ganz andere Ziele im Kopf haben“, warnt Cazorla. „Urplötzlich kommt dann das Erwachen – und dann ist es bei der Stärke der diesjährigen A-Klasse womöglich schon zu spät.“

Cazorla mahnt zur Demut

Er selbst will diese Erfahrung keinesfalls machen, weshalb er – intern wie extern – versucht, die aufgekommene Euphorie zu bremsen. „Wir müssen auch die neue Runde mit einer gehörigen Portion Demut angehen. Wir wollen nämlich nicht die besagte Überraschungsmannschaft in negativer Hinsicht sein. Und wir wissen, dass wir auch diesmal wieder improvisieren müssen.“

Will heißen: Ein echter Neuner fehlt immer noch, auch auf der linken Außenbahn besteht ein Engpass. Hinzu kommen etliche Studenten, Azubis oder Schichtarbeiter, die nur sporadisch trainieren können.

Reichlich Grund zum Jubeln hatten die TSG-Kicker in der Vorsaison. Dennoch mahnt ihr Coach zur Demut. Foto: Gian-Luca Heiser
Reichlich Grund zum Jubeln hatten die TSG-Kicker in der Vorsaison. Dennoch mahnt ihr Coach zur Demut.

Cazorlas Zielvorgabe klingt dann auch eher bescheiden: „Wir wollen so schnell wie möglich die 30 Punkte sammeln, die man in dieser Liga für den Klassenerhalt brauchen wird. Danach können wir uns gerne über andere Ziele unterhalten.“

Die Spieler haben verstanden

Nach den ersten Einheiten scheint es, als hätten die Spieler die Warnungen ihres Trainers verstanden. Cazorla: „Alle ziehen super mit, wir präsentieren uns schon wieder als starke Einheit.“ Auch die sieben Neuzugänge würden ihren Teil dazu beitragen, lobt der TSG-Coach – wenngleich er relativiert: „Das sind zum Großteil junge Kerle, die wir behutsam aufbauen müssen.“

Gleichwohl ist er sich sicher, dass er jeden einzelnen Spieler brauchen wird: „Wir haben zwar einen Kader von 30 Mann. Den brauchen wir unter den genannten Umständen aber auch, um Woche für Woche 14 Spieler aufbieten zu können.“