Handball

Bleibt der European-League-Pokal erneut in Deutschland?

19 der 21 vergangenen Sieger des zweitwichtigsten Europokals im Vereinshandball kamen aus der Bundesliga. Am Wochenende darf ein deutsches Trio auf den Titel hoffen.

Die SG Flensburg-Handewitt gewann 2024 und 2025 die European League. (Archivbild) Foto: Christian Charisius/dpa
Die SG Flensburg-Handewitt gewann 2024 und 2025 die European League. (Archivbild)

Hamburg (dpa) - Der zweitwichtigste Kontinental-Wettbewerb im Vereinshandball heißt European League. Beim Blick auf die Siegerliste wäre aber auch ein Name wie Deutschland-Cup denkbar. 19 der bislang letzten 21 Titelträger der Konkurrenz, die bis 1993 als IHF- und danach bis 2020 als EHF-Pokal firmiert hatte, kommen aus der Bundesliga. Ausnahmen waren nur 2014 die Ungarn von Pick Szeged sowie 2022 die Portugiesen von Benfica Lissabon.

Der Flensburger Torhüter Kevin Möller war der wertvollste Spieler des Final Four im vergangenen Jahr. (Archivbild) Foto: Christian Charisius/dpa
Der Flensburger Torhüter Kevin Möller war der wertvollste Spieler des Final Four im vergangenen Jahr. (Archivbild)

Beim Final Four an diesem Wochenende in Hamburg ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Siegerpokal einmal mehr in Deutschland bleibt. In Titelverteidiger SG Flensburg-Handewitt, dem THW Kiel und der MT Melsungen sind drei Bundesligisten am Start. Komplettiert wird die Endrunde von Montpellier HB aus Frankreich.

Identisches Starterfeld und identische Halbfinals wie 2025

Es ist das identische Starterfeld wie 2025, und es kommt am Samstag zu den gleichen Halbfinalbegegnungen. Der THW trifft auf Montpellier (12.30 Uhr), Flensburg auf Melsungen (15.30 Uhr). Am Sonntag folgen das Spiel um Platz drei (15.00 Uhr) und das Finale (18.00 Uhr/alle Spiele bei Dyn). Die frühen Anwurfzeiten am Samstag sind dem Champions-League-Finale der Fußballer zwischen Paris Saint-Germain und dem FC Arsenal geschuldet, dem die Europäische Handball-Föderation (EHF) aus dem Weg gehen wollte.

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Sieg könnte Champions-League-Startplatz bringen

Ein Weg in die Champions League der Handballer kann das Final Four in Hamburg aber für die deutschen Clubs sein, denn der Sieger könnte sich für die nächste Auflage qualifizieren. Dafür gibt es aber einige Voraussetzungen. Der einfachste Weg wäre, wenn die im Halbfinale gegen den bereits feststehenden deutschen Meister SC Magdeburg stehenden Füchse Berlin die Königsklasse nicht gewinnen. Dann wäre der Platz mit dem Titelgewinn in der Hansestadt gebucht.

Bei der SG Flensburg-Handewitt, die mit dem insgesamt dritten European-League-Sieg in Serie einen Rekord aufstellen könnte, ist die Motivation entsprechend groß: «Jeder bei uns weiß, worum es geht», sagte Geschäftsführer Holger Glandorf auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur: «Wir wollen angreifen, wir wollen diesen Titel und wir wollen uns über diesen Weg die Möglichkeit erkämpfen, in der kommenden Saison Champions League zu spielen. Dafür werden wir alles auf der Platte lassen.»

Nicht für eine Teilnahme-Urkunde zum Finalturnier

Gegen Melsungen erwartet Glandorf erneut ein «ein extrem intensives und enges Spiel». Im Halbfinale des vergangenen Jahres gab es einen 35:34-Erfolg nach Verlängerung. In der Liga siegten die Norddeutschen 35:32 und 40:30. Für Melsungens Sportvorstand Jesper Larsson steht fest: «Es ist nur ein Spiel. Wenn alles passt, ist vieles möglich.» Zur Zielsetzung beim Final Four hat der Schwede eine klare Meinung: «Du fährst nicht zu einem Finalturnier nur für eine Teilnahme-Urkunde.»

Dainis Kristopans (M) und die MT Melsungen treffen im Halbfinale erneut auf die SG Flensburg-Handewitt. (Archivbild) Foto: Christian Charisius/dpa
Dainis Kristopans (M) und die MT Melsungen treffen im Halbfinale erneut auf die SG Flensburg-Handewitt. (Archivbild)

Kiel kann seine verkorkste Saison noch retten

Für den ansonsten so erfolgsverwöhnten Rekordmeister aus Kiel ist die Endrunde in Hamburg die letzte Chance, eine verkorkste Saison zu retten. «Dass wir hier stehen und die Chance auf einen Titel haben, motiviert uns extrem», sagte Linksaußen Rune Dahmke. 2025 verlor der THW das Semifinale 31:32 gegen die Franzosen. In dieser Saison folgten in der Gruppenphase dann zwei Siege.

Valentin Porte und Montpellier HB gewannen im Vorjahr das Halbfinale gegen den THW Kiel. (Archivbild) Foto: Christian Charisius/dpa
Valentin Porte und Montpellier HB gewannen im Vorjahr das Halbfinale gegen den THW Kiel. (Archivbild)

Finanziell ist das Final Four nur mäßig interessant: Die EHF schüttet 250.000 Euro aus. 100.000 gehen an den Sieger, 75.000 an den Zweiten, 50.000 an den Dritten und 25.000 an den Vierten. Mit der Hoffnung auf ein Ticket für die Königsklasse ist aber Hochspannung garantiert.