Eintracht-Coach Hütter beschäftigt mehr als die Systemfrage
Immer wieder gibt Eintracht Frankfurt nach der Pause Führungen aus der Hand. Wie Hütter und sein Team die Probleme in der zweiten Halbzeit angehen und in Leipzig mit der Systemfrage umgehen wollen.
Frankfurt (dpa) - Die Frage nach der taktischen Herangehensweise beschäftigt Eintracht Frankfurt weiter. Sollte Trainer Adi Hütter vor dem Auswärtsspiel in der Fußball-Bundesliga bei RB Leipzig am Samstagabend (18.30 Uhr/Sky) für mehr defensive Stabilität von einer Vierer- auf eine Dreierkette umstellen? Oder muss er vor allem die Probleme nach der Pause in den Griff bekommen? Viermal führten die Hessen bislang zur Halbzeit, nur einmal brachten sie den Vorsprung ins Ziel.
Vor dem ersten Spiel nach der Länderspielpause stellte Hütter klar: «Ich werde die Viererkette nicht an die Wand schmeißen, im Gegenteil: Bei einer Dreierkette würde es jemand im Sturm treffen.»
«Kann mich glücklich schätzen»
Eine Umstellung könnte also zulasten von Jonathan Burkardt oder Younes Ebnoutalib gehen. Beide gehörten zu den Profis, die sich zuletzt im XXL-Aufgebot von Bundestrainer Jürgen Klopp zeigen durften. Doch keiner der beiden konnte im Trikot der Nationalmannschaft einen Scorerpunkt verbuchen.
Bei der Eintracht kommt Burkardt dagegen schon auf sechs Pflichtspieltreffer, sein Mannschaftskollege auf fünf. «Als Clubtrainer kann ich mich glücklich schätzen, zwei Stürmer zu haben, die nicht nur mit Toren einen guten Start hingelegt haben, sondern auch sehr gut zusammenpassen», meinte Hütter. Der 56-Jährige ließ jedoch offen, ob das Duo in Leipzig gemeinsam auflaufen wird.
Hoffnung schöpft der Coach aus der Auswärtsbilanz. Nach dem 3:3 bei Union Berlin zum Auftakt gewannen die Frankfurter mit 3:1 bei Mainz 05. RB verlor sein letztes Heimspiel dagegen Ende Januar. «Wir müssen mutig sein, gut verteidigen, viel laufen und immer hellwach sein - speziell, was die zweite Halbzeit betrifft», sagte Hütter.
«Lustige» Neururer-Anekdote
Mit seinem Trainerteam sucht er nach Erklärungen für die wiederkehrenden Probleme nach Wiederbeginn. Es seien meist individuelle Geschichten, sagte Hütter und sprach von Unkonzentriertheiten. Der langjährige Bundesliga-Coach Peter Neururer hatte kürzlich von einer ungewöhnlichen Maßnahme berichtet: Wegen ähnlicher Probleme habe er seine Mannschaft einmal gar nicht mehr in die Kabine geholt, sondern auf dem Platz gelassen. «Das habe ich als sehr, sehr lustig empfunden», sagte Hütter über die Neururer-Anekdote.
Malik Pimpong fällt wegen leichter Beschwerden aus, ebenso der erkrankte Jeremiaha Maluze. Can Uzun ist dagegen gesund von der türkischen Nationalmannschaft zurückgekehrt und konnte normal mittrainieren.