Größte Wohnungsbaugesellschaft entwickelt ganze Stadtviertel
Hessens wichtigste Wohnungsbaugesellschaft will weiterhin für Tausende Menschen ein bezahlbares Dach über dem Kopf schaffen. Inwiefern hat sich die Modernisierung ihrer Bestandswohnungen geändert?
Wiesbaden (dpa/lhe) - Hessens größte Wohnungsbaugesellschaft Nassauische Heimstätte setzt verstärkt auch auf die Entwicklung ganzer Stadtquartiere mit Kitas, Schulen und Parks. Im Frankfurter Schönhof-Viertel beispielsweise entstehen rund 2.000 Wohnungen für etwa 6.000 Bewohner sowie Grünflächen, Kindergärten und eine Schule, wie das sozial orientierte Unternehmen mitteilte. Seine größten Gesellschafter sind das Land Hessen und die Stadt Frankfurt.
Hessens Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori (SPD) ist der Aufsichtsratschef der Nassauischen Heimstätte/Wohnstadt (NHW), wie die Unternehmensgruppe vollständig heißt. Seinen Worten nach beweist die NHW, dass bezahlbares Wohnen auch in den Ballungsräumen möglich sei - mit einer durchschnittlichen Kaltmiete von 7,13 Euro pro Quadratmeter und «über 4.200 neuen Wohnungen seit 2020», davon rund 1.500 mit Förderungen errichtet.
Mansoori: «Bezahlbares Zuhause und damit Sicherheit im Alltag»
«Die Nassauische Heimstätte gibt tausenden Familien, Alleinerziehenden und Menschen mit normalem Einkommen ein bezahlbares Zuhause und damit Sicherheit im Alltag», ergänzte der stellvertretende Ministerpräsident.
Der Bestand der NHW umfasst nach eigenen Angaben inzwischen rund 61.500 Wohnungen an etwa 110 Standorten in Hessen. Der Konzernjahresüberschuss belief sich im Geschäftsjahr 2025 in wirtschaftlich angespannten Zeiten auf 32,8 Millionen Euro.
Insgesamt neunstellige Investitionen
In der Umsetzung befinden sich laut dem Unternehmen «13 Vorhaben mit rund 1.800 Wohnungen und einem Investitionsvolumen von 767 Millionen Euro». Zu den größten aktuellen Bauprojekten zählen nach den Angaben das Lyoner Quartier in Frankfurt mit mehr als 600 Wohnungen und das Quartier Waidesgrund in Fulda mit gut 150 Wohnungen.
Der Modernisierungskurs ist laut NHW neu ausgerichtet worden: Statt einzelne Gebäude umfassend zu sanieren, gehe es stärker um größere Maßnahmen mit hoher Klimawirkung. Im Fokus stünden etwa der Ersatz fossiler Heizungen durch Wärmepumpen oder Fernwärmeanschlüsse in Verbindung mit Photovoltaikanlagen.
2025 wurden den Angaben zufolge 1.324 Wohnungen modernisiert - nach 667 im Jahr 2024. Das Unternehmen blickt auf eine mehr als 100-jährige Geschichte zurück. Es beschäftigt rund 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.