Demonstrationen

Kurdisches Neujahrsfest - zentrale Kundgebung in Frankfurt

Sie feiern das kurdische Neujahrsfest, aber auch den Freiheitskampf der Kurden und anderer Völker im Mittleren Osten: In Frankfurt sind rund 30.000 Menschen zur zentralen Newroz-Kundgebung in Deutschland gekommen. Bunte Festkleider gab es ebenso wie politische Slogans.

Menschen nehmen an der zentralen Feier zum kurdischen Neujahrsfest «Newroz» teil. Foto: Andreas Arnold/dpa
Menschen nehmen an der zentralen Feier zum kurdischen Neujahrsfest «Newroz» teil.

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Tausende Kurdinnen und Kurden aus ganz Deutschland sind am Samstag in Frankfurt zusammengekommen, um das kurdische Neujahrsfest Newroz zu feiern und den Kampf der Kurden um Unabhängigkeit zu unterstützen. Die Polizei sprach am Nachmittag von rund 30.000 Teilnehmern. Neben buntglitzernden Festkleidern vieler Frauen und Mädchen gab es auch zahlreiche uniformähnliche Kleidung, die an die kurdischen Peschmerga-Truppen im Kurdischen Autonomiegebiet im Irak erinnerten.

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Immer wieder wurde auch an den Kampf der Frauen im Iran um mehr Rechte erinnert, der durch den Tod der jungen Kurdin Jina Mahsa Amini im vergangenen September ausgelöst wurde. Die Menschen skandierten «Jin, Jiyan, Azadi» (Frau, Leben, Freiheit), den Slogan der iranischen Protestbewegung.

Neben Flaggen in den kurdischen Farben Rot, Gelb und Grün waren auch zahlreiche Fahnen mit den Porträts von Menschen zu sehen, die wegen ihres politischen Engagements in der Türkei, im Iran und in anderen Ländern inhaftiert oder getötet wurden.

Entgegen der Auflagen waren in der Menge auch Bilder des inhaftierten Führers der Kurdischen Arbeiterpartei PKK, Abdullah Öcalan, zu sehen. Da die PKK in Deutschland als terroristische Organisation eingestuft ist, waren keine PKK- und Öcalan-Fahnen erlaubt. Die Organisatoren riefen immer wieder dazu auf, die Fahnen zu entfernen, auch Ordner schritten ein und baten Kundgebungsteilnehmer, die Fahnen zusammenzurollen.

Das diesjährige Fest ist auch dem Gedenken an die Opfer der Erdbebenkatastrophe in der Türkei und in Syrien vom 6. Februar gewidmet. Das Beben ereignete sich in einer Region mit vielen kurdischen Bewohnerinnen und Bewohnern.

Neben politischen Botschaften gab es auf der Bühne aber auch Musik, viele Menschen tanzten auf der nach einem Regenguss schlammigen Erde zu den lebhaften Rhythmen, während von zahlreichen Grillständen Rauch aufstieg. Für viele Teilnehmer war das Frankfurter Newroz ein buntes Fest mit Begegnungen mit Landsleuten aus ganz Deutschland.