Theater- und Musical

Hanauer Grimm Festspiele haben an Qualität gewonnen

Die Theater- und Musicalaufführungen in der Geburtsstadt der Brüder Grimm haben sich nach Ansicht der Landesregierung künstlerisch und organisatorisch verbessert. Was die Höhe der künftigen Fördermittel angeht, ist aus Wiesbaden wenig Konkretes zu hören.

Das Denkmal der Brüder Grimm. Foto: Uwe Zucchi/dpa
Das Denkmal der Brüder Grimm.

Hanau (dpa/lhe) - Für die Brüder Grimm Festspiele in Hanau gibt es lobende Worte von der hessischen Landesregierung, aber keine konkreten Aussichten auf mehr Fördermittel oder eine Einstufung als «Leuchtturm»-Projekt. Das geht aus einer Antwort von Kunstministerin Angela Dorn (Grüne) auf eine Anfrage der oppositionellen FDP-Landtagsfraktion hervor. Darin heißt es, die Festspiele in der Geburtsstadt der Brüder Grimm hätten «aus Sicht der Landesregierung in den vergangenen Jahren künstlerisch und organisatorisch an Qualität gewonnen und sich deshalb eine erhöhte Sichtbarkeit unter den hessischen Sommerfestivals erarbeitet».

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Die auf Märchen spezialisierten Festspiele mit ihren Theater- und Musicalaufführungen wurden laut Ministerium in diesem Jahr mit insgesamt 120.000 Euro an Landesmitteln finanziell unterstützt. Darin enthalten sei auch die Förderung durch den Kulturfonds Frankfurt Rhein-Main, der sich zur Hälfte aus Landesmitteln finanziere.

Die Landesregierung habe sich in den vergangenen Jahren stark für die Festspiele in Hessen insgesamt und somit auch für die Brüder Grimm Festspiele eingesetzt und die Förderung erheblich verbessert. «Ob und wie eine Weiterentwicklung aussehen kann, hängt von den für Theaterförderung zur Verfügung stehenden Haushaltsmitteln und der konzeptionellen Qualität der eingereichten Förderanträge ab», erklärte die Ministerin weiter.

Über die Förderhöhe für das nächste Jahr könne zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussage gemacht werden. Sie hänge von den zur Verfügung stehenden Haushaltsmitteln, der Menge der insgesamt eingegangenen Anträge pro Förderhalbjahr und dem Votum des Fachbeirats für Theaterförderung zur Mittelvergabe ab. Diese Voraussetzungen gälten zudem auch für die Burgfestspiele in Bad Vilbel (Wetteraukreis).

Die Brüder Grimm Festspiele haben sich laut Ministerium in der jüngeren Vergangenheit durch die Arbeit ihres Intendanten Frank-Lorenz Engel «deutlich professionalisiert». Besonders das Amphitheater im Park von Schloss Philippsruhe habe dadurch gewonnen und sei als Spielort eine Stärke der Festspiele. Die künstlerische Qualität sei gut, der Markenkern klar umrissen. Die Einbindung in das Rhein-Main-Gebiet mache die Festspiele für das Publikum aus der Region attraktiv.

Auf die Frage, was die Festspiele in Hanau und Bad Vilbel tun müssten, damit sie aus Sicht der schwarz-grünen Landesregierung zu «Leuchtturm-Festspielen» werden könnten wie etwa diejenigen in Bad Hersfeld, antwortete Dorn ausweichend. «Höchste künstlerische Qualität und Exzellenz sind aus Sicht der Landesregierung immer zu begrüßen, jedoch soll unabhängig von der jeweiligen Standortfrage die hessische Theaterlandschaft insgesamt gesichert und weiterentwickelt werden», schrieb die Ministerin.

Die Hanauer Festspiele hatten vor wenigen Tagen bekannt gegeben, dass sie in diesem Jahr gut 70.000 Zuschauerinnen und Zuschauer angezogen hatten und damit deutlich mehr als im vergangenen Jahr (rund 64 000). Allerdings hat die Zuschauerzahl noch nicht das Niveau der Zeit vor Corona erreicht.

Die Festspielleitung rechnete für die zu Ende gegangene Saison mit Einnahmen in Höhe von 1,4 bis 1,5 Millionen Euro. Außerdem wurde ein Plus bei den Sponsorengeldern verzeichnet. Die Stadt Hanau wiederum erhöhte ihren Zuschuss für die Festspiele auf rund 580.000 Euro, um die Mehrkosten bei den Personalausgaben und wegen der allgemeinen Preisentwicklungen auszugleichen. Die Eintrittspreise waren nicht erhöht worden.