Lange Löscharbeiten

Nach Feuer in Forschungsgebäude – Suche nach Ursache startet

Ein Feuer bremst womöglich das Milliardenprojekt am GSI Helmholtzzentrum in Darmstadt aus. Die Feuerwehr ist weiter vor Ort.

Das Feuer brach gegen 6.20 Uhr aus. Foto: Peter Knapp/dpa
Das Feuer brach gegen 6.20 Uhr aus.

Darmstadt (dpa/lhe) - Nach dem Großfeuer in einer Darmstädter Forschungseinrichtung soll die Suche nach der genauen Ursache und der Höhe des entstandenen Schadens losgehen. Betroffen von dem Brand war ein Gebäude auf dem Gelände des GSI Helmholtzzentrums für Schwerionenforschung. 

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Betroffen von dem Brand war ein Gebäude auf dem Gelände des GSI Helmholtzzentrums für Schwerionenforschung. Dort entsteht seit einigen Jahren eine Anlage mit Teilchenbeschleuniger für ein internationales Forschungsprojekt, das mehrere Milliarden Euro Investitionen beinhaltet. 

Forschungsprojekt verzögert sich wohl

Die neue Anlage ist zwar nicht direkt betroffen, das Forschungsprojekt kann aber wohl dennoch nicht wie geplant starten. Die Forscher hoffen, mit ihr mehr über die Entstehung des Universums herauszufinden. Bisherigen Angaben zufolge sollte Ende 2027 mit ersten Experimenten und Ende 2028 auch mit dem neuen 1,1 Kilometer langen Beschleunigerring geforscht werden. 

Welche Auswirkungen das Feuer auf das Großprojekt in Gänze habe, müsse abgewartet werden, sagte der hessische Wissenschaftsminister Timon Gremmels (SPD) bei einem Besuch der Unglücksstelle.

Milliarden-Projekt

Der neue Teilchenbeschleuniger trägt den Namen «Fair» (Facility for Antiproton and Ion Research; Anlage zur Forschung mit Antiprotonen und Ionen). Es handelt sich um ein internationales Kooperationsprojekt. 2024 war der Kostenrahmen mit rund 3,3 Milliarden Euro angegeben worden.

Rund 160 Feuerwehrleute aus Darmstadt und der gesamten Region hatten den ganzen Donnerstag die Flammen bekämpft. Der Brand war am Donnerstagmorgen gegen 6.20 Uhr ausgebrochen. Ein Sprecher der Forschungseinrichtung nannte einen Kurzschluss in einer bereits bestehenden Anlage zur Teilchenbeschleunigung als Ursache. 

 «Komplexe Brandbekämpfungsmaßnahmen»

«Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte wurde ein Brand in einer Industriehalle festgestellt», berichtete die Feuerwehr am Freitagmorgen. «Dort brannten industrieübliche Einrichtungen wie elektrische Anlagen, Büroarbeitsplätze und Werkstattausstattung. Trotz schnellen Eingreifens der ersten Kräfte konnte sich der Brand auf weite Teile der Industriehalle ausbreiten.» 

Menschen wurden nicht verletzt, es seien auch keine Gefahrstoffe nachgewiesen worden. Die Feuerwehr sprach von «komplexen Brandbekämpfungsmaßnahmen». Unter anderem waren Kanalfachunternehmen mit Saugfahrzeugen vor Ort, um das Löschwasser abzutransportieren, und Spezialkräne für Löscharbeiten von oben. 

Suche nach Glutnestern

Am Donnerstagabend war das Feuer weitgehend gelöscht. Dennoch waren auch am Freitag noch Einsatzkräfte für Nachlöscharbeiten vor Ort. Unter anderem suchten sie nach möglichen Glutnestern. Die Feuerwehr rechnet damit, dass die Nachlösch- und Aufräumarbeiten den ganzen Freitag andauern.

Zur Höhe des entstanden Sachschadens wie auch zur Brandursache gab es am Freitagmorgen seitens der Feuerwehr noch keine Aussagen.