SEK-Einsatz

Streit um Haus eskaliert: Mordermittlungen gegen 61-Jährigen

In Ingersheim eskaliert ein Familienstreit um ein Wohnhaus. Plötzlich brennt ein Dachstuhl und das SEK rückt an. Was genau passiert ist - und was dem Tatverdächtigen jetzt droht.

In Ingersheim soll ein Bewohner den Dachstuhl seines Hauses angezündet haben und Brandsätze geworfen haben. Foto: Karsten Schmalz/KS-Images/dpa
In Ingersheim soll ein Bewohner den Dachstuhl seines Hauses angezündet haben und Brandsätze geworfen haben.

Ingersheim (dpa) - Nach einem eskalierten Familienstreit um ein Wohnhaus in Ingersheim ermitteln die Behörden gegen einen der Bewohner wegen des Verdachts des versuchten Mordes. Zudem werfen die Ermittler dem 61 Jahre alten Mann schwere Brandstiftung vor. Nach dem Willen der Staatsanwaltschaft soll er in Untersuchungshaft. 

Den Ermittlern zufolge soll der Bewohner des Mehrfamilienhauses im Ortsteil Kleiningersheim am Mittwoch einen Brandsatz von einem Balkon auf eine 42-jährige Verwandte und ihren Begleiter geworfen haben. Dabei wurden beide leicht verletzt. In welchem Verhältnis die beiden genau zu dem Tatverdächtigen stehen, wollte eine Polizeisprecherin nicht sagen.

Kurze Zeit später hätten Einsatzkräfte der Polizei festgestellt, dass Knallkörper aus dem Gebäude geworfen wurden, wenig später habe der Dachstuhl des Hauses in Flammen gestanden. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Bewohner den Brand gelegt hatte. Es sei auch zu einer Verpuffung gekommen, bei der sich Dachziegel gelöst haben sollen.

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Auch Entschärfer vor Ort

Weil nicht auszuschließen gewesen sei, dass sich auch explosive Stoffe in dem Haus befanden, seien auch Entschärfer des Landeskriminalamts vor Ort gewesen. Ob sich tatsächlich Sprengsätze in dem Haus befanden, sei noch Gegenstand von Ermittlungen, sagte eine Polizeisprecherin.

Während des Brandes habe sich der Mann über Stunden in dem Gebäude aufgehalten, so die Polizei. Nachdem ein Spezialeinsatzkommando Kontakt zu ihm aufgenommen hatte, habe er es freiwillig verlassen und sei festgenommen worden. Der 61-Jährige wurde bei dem Brand selbst schwer verletzt und kam ins Krankenhaus. 

Dort soll der Mann am Mittwoch einer Haftrichterin vorgeführt werden, die dann über den von der Staatsanwaltschaft beantragten Haftbefehl entscheidet.

Haus kann nicht betreten werden

Das Haus kann nach Angaben der Polizei derzeit nicht betreten werden und dürfte unbewohnbar sein. Ob es auch einsturzgefährdet ist, soll einer Polizeisprecherin zufolge nun ein Statiker prüfen. Davon hänge auch ab, welche Untersuchungen die Kriminalpolizei noch am Tatort durchführen könne. Das Umfeld rund um das Haus sei weiter abgesperrt. 

Auch einige Nachbargebäude seien bei dem Brand durch starke Hitze- und Rauchentwicklung beschädigt worden, so die Polizei. Die genaue Schadenshöhe lasse sich noch nicht beziffern, dürfte aber mindestens sechsstellig sein, hieß es.

Kleiningersheim ist neben Großingersheim der zweite Ortsteil der 6.400-Einwohner-Gemeinde Ingersheim im Landkreis Ludwigsburg. Die beiden Ortsteile liegen knapp drei Kilometer voneinander entfernt. In Kleiningersheim leben rund 1.500 Menschen.