Wasserversorgung

Wasser aus Talsperre für Rhein-Main: Plan nimmt Gestalt an

Erstmals in Hessen soll eine Hochwasserschutzanlage in eine Trinkwassertalsperre umgebaut werden. Noch in diesem Jahr soll der vollständige Genehmigungsantrag eingereicht werden.

Kommt von hier künftig Trinkwasser für die Menschen in Frankfurt, Hanau und im Main-Kinzig-Kreis? Die Pläne nehmen Gestalt an. Foto: Michael Bauer/dpa
Kommt von hier künftig Trinkwasser für die Menschen in Frankfurt, Hanau und im Main-Kinzig-Kreis? Die Pläne nehmen Gestalt an.

Bad Soden-Salmünster (dpa/lhe) - Die anhaltende Trockenheit und der ungewöhnlich niedrige Wasserstand der Kinzigtalsperre sorgen derzeit bei vielen Spaziergängern für Fragen. Doch der Wasserverband Kinzig gibt Entwarnung: Der Pegel wird derzeit bewusst abgesenkt und ist nicht Folge der Dürre. Vielmehr bereitet der Verband damit die Sanierung der südlichen Außendichtung des Staudamms vor.

Die Dürre lenkt den Blick aber auf eine weitreichende Zukunftsplanung: Die Kinzigtalsperre soll in einigen Jahren nicht mehr nur dem Hochwasserschutz dienen, sondern auch zur Trinkwasserversorgung von Teilen des Rhein-Main-Gebiets beitragen. Geplant ist ein neues Wasserwerk, das jährlich bis zu neun Millionen Kubikmeter Wasser aus der Talsperre mit modernster Technik aufbereiten und als Trinkwasser zur Verfügung stellen soll.

«Mit diesem neuen Werk, was wir jetzt planen, übernimmt Frankfurt große Verantwortung und baut zum ersten Mal in Hessen eine Hochwasserschutzanlage in eine Trinkwassertalsperre um», sagt der Geschäftsführer des Wasserverbandes Kinzig, Holger Scheffler, der Deutschen Presse-Agentur. An dem Verband sind Frankfurt, Hanau und der Main-Kinzig-Kreis beteiligt.

Newsletter

Holen Sie sich den WNOZ-Newsletter und verpassen Sie keine Nachrichten aus Ihrer Region und aller Welt.

Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

Probebetrieb in fünf Jahren

Der Genehmigungsprozess läuft bereits: Die im Juli 2025 beim Regierungspräsidium Darmstadt eingereichten, rund 1.400 Seiten umfassenden Unterlagen wurden Scheffler zufolge inzwischen geprüft, kommentiert und dem Verband zurückgespielt. Dort arbeite man derzeit «mit hoher Priorität» an der Überarbeitung, berichtet der Geschäftsführer. 

Noch in diesem Jahr soll der vollständige Genehmigungsantrag einschließlich des aktuellen Wasserbedarfsnachweises eingereicht werden, erklärt der Geschäftsführer. Laufe alles nach Plan, könne das Wasserwerk Ende 2031 in Betrieb gehen.