Weiter dringender Bedarf an Wohnraum für Geflüchtete
Maintal (dpa/lhe) - Der Landrat des Main-Kinzig-Kreises rechnet auch für die nahe Zukunft mit einer «größeren Zahl» an neu ankommenden Flüchtlingen. «Wir brauchen dringend weiteren Wohnraum und weitere Bettplätze für Geflüchtete», sagte Thorsten Stolz (SPD) am Donnerstag beim Besuch einer neuen Gemeinschaftseinrichtung für Geflüchtete in Maintal.
Im ersten halben Jahr wurden in dem bevölkerungsreichsten hessischen Landkreis rund 2000 neue Flüchtlinge untergebracht, nach etwa 9200 im vergangenen Jahr. Das waren mehr als zum Höhepunkt der Flüchtlingskrise von 2015/16 mit damals rund 6400 Aufnahmen.
«Das kostet Kraft und einige Ressourcen, aber wir lassen hier auf der kommunalen Ebene nicht nach», sagte Stolz. Viel hänge in den kommenden Monaten vom weiteren Fluchtgeschehen ab, ebenso von der Frage der Refinanzierung für die Leistungen der Kommunen und vom Tempo der Anerkennungsverfahren.
Der Main-Kinzig-Kreis hatte im vergangenen Jahr Notunterkünfte in Schulturnhallen und Mehrzweckhallen errichtet und dauerhaften Wohnraum in leerstehenden Immobilien geschaffen. Die Turnhallen sind nach Angaben der Kreisverwaltung allesamt wieder leergeräumt, die Bettplätze dafür an anderer Stelle aufgebaut worden. Aktuell gibt es in dem Landkreis 15 Not- und Gemeinschaftseinrichtungen. Oft arbeitet der Kreis dabei mit Organisationen wie dem Deutschen Roten Kreuz zusammen.
Hessens größter Landkreis hat der Landesregierung eine ungerechte Verteilung von Geflüchteten vorgeworfen. Anfang Mai wurde eine Normenkontrollklage gegen das Land eingereicht. Das Wiesbadener Integrationsministerium wies die Kritik zurück.