Gorxheimertal

„Auf Dauer keine Lösung“

Der Kirchenvorstand der evangelischen Kirchengemeinde sucht eine Wohnung für eine der beiden von der Brandnacht betroffenen Familien. Außerdem wurde der Erlös aus der Online-Spendenaktion überreicht.

Während die eine Aktion nach großer Resonanz bereits beendet wurde, startet die nächste: Bei der privat initiierten Online-Spendenaktion kamen 4655 Euro zusammen, die bereits an die zwei betroffenen Familien überreicht wurden. Für die eine der beiden Familien, die vom Dachstuhlbrand in Gorxheimertal vor zwei Wochen betroffen sind, wird mit Unterstützung des Kirchenvorstands der evangelischen Kirchengemeinde nun dringend eine Wohnung gesucht. Außerdem hat der Kirchenvorstand beschlossen, Geldspenden für das betroffene Ehepaar zu sammeln. Unser Archivbild entstand am Morgen nach der Brandnacht. Foto: Philipp Reimer Photography
Während die eine Aktion nach großer Resonanz bereits beendet wurde, startet die nächste: Bei der privat initiierten Online-Spendenaktion kamen 4655 Euro zusammen, die bereits an die zwei betroffenen Familien überreicht wurden. Für die eine der beiden Familien, die vom Dachstuhlbrand in Gorxheimertal vor zwei Wochen betroffen sind, wird mit Unterstützung des Kirchenvorstands der evangelischen Kirchengemeinde nun dringend eine Wohnung gesucht. Außerdem hat der Kirchenvorstand beschlossen, Geldspenden für das betroffene Ehepaar zu sammeln. Unser Archivbild entstand am Morgen nach der Brandnacht.

Auch zwei Wochen nach dem Dachstuhlbrand in Gorxheimertal ist dieser nicht vergessen – ganz im Gegenteil: Bereits wenige Stunden nach dem Brand wurde auf private Initiative hin eine Online-Spendenaktion ins Leben gerufen, um die zwei Familien zu unterstützen, für deren vorübergehende Unterbringung schnell und unkompliziert bereits im Laufe des Sonntags gesorgt wurde. Eine Familie mit Kleinkind konnte privat, das ältere Ehepaar mit Sohn in einer anderen Unterkunft untergebracht werden. Und mittlerweile hat die Online-Spendenaktion zu einem Abschluss gefunden. Nun bittet auch die evangelische Kirchengemeinde Gorxheimertal öffentlich um Unterstützung für eine der beiden Familien, die in dem nun nicht mehr bewohnbaren Haus lebte. Für diese wird dringend eine Wohnung gesucht.

Newsletter

Holen Sie sich den WNOZ-Newsletter und verpassen Sie keine Nachrichten aus Ihrer Region und aller Welt.

Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

Der Kirchenvorstand der evangelischen Kirchengemeinde Gorxheimertal sucht eine Wohnung für das ältere Ehepaar, das bisher in einer vorübergehenden Unterkunft untergebracht wurde. Seit fast 25 Jahren sei die Kirchengemeinde mit dem Ehepaar eng verbunden. Die Familie werde vom Kirchenvorstand und von Pfarrerin Dr. Vera-Sabine Winkler aufgrund ihrer Verlässlichkeit und Hilfsbereitschaft sehr geschätzt, wie es in dem Aufruf heißt.

„Herz und Tür öffnen“

In dem Aufruf appelliert Pfarrerin Dr. Winkler an alle, die eine leerstehende Wohnung von etwa 70 bis 80 Quadratmetern mit drei Zimmern in Gorxheimertal haben und sie zu einem günstigen Mietpreis vermieten können, „ihr Herz und ihre Tür für dieses Ehepaar zu öffnen, das völlig unverschuldet obdachlos geworden ist“.

Zwar übernachten beide zurzeit in einer vorübergehenden Unterkunft in Gorxheimertal und sie konnten gerettetes Hab und Gut mithilfe der Kirchengemeinde unterbringen, aber das sei auf Dauer keine Lösung. Wer eine Wohnung anzubieten hat, kann sich mit Pfarrerin Dr. Winkler in Verbindung setzen per E-Mail oder telefonisch unter 06201/294611.

Darüber hinaus hat der Kirchenvorstand beschlossen, Geldspenden für das betroffene Ehepaar zu sammeln. Für auf dem Konto der Kirchengemeinde eingehende Spenden werden Spendenquittungen ausgestellt.

Die Bankverbindung lautet:
Evangelische Kirchengemeinde Gorxheimertal,
DE79 5095 1469 0005 0518 65,
Sparkasse Starkenburg,
Stichwort: „Brandopferhilfe“.

Über den Grund ihres Engagements bekennen Kirchenvorstand und Pfarrerin: „So etwas kann jede und jeden von uns jederzeit treffen. Deshalb hat schon Jesus gesagt: ,Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.’ Das ist für uns Grund genug, mit diesem Appell an die Öffentlichkeit zu treten – in der Hoffnung, dass sich bald ein neues und schönes Zuhause für das Ehepaar findet“, heißt es in dem Aufruf.

„Dankbarkeit ist sehr groß“

Bei der von Andrea Edinger initiierten Online-Spendenaktion für die insgesamt sechs Personen der beiden betroffenen Familien kamen insgesamt 4655 Euro zusammen. Diese Spendensumme hat Edinger am Wochenende an die Familien übergeben. „Die Dankbarkeit der Familienmitglieder ist groß, und sie danken jedem von ganzem Herzen“, sagt Edinger im Gespräch mit unserer Redaktion.

Sie weist darauf hin, das die Familie mit dem Kleinkind mit Sachspenden jeder Art bereits versorgt wurde. Wenn noch jemand für diese Familie Geld spenden möchte, dann, wenn möglich, persönlich direkt bei der betroffenen Familie. Auch Edinger betont, dass das ältere Ehepaar noch dringend eine Wohnung sucht.

Noch keine eindeutige Ursache

Wie ein Pressesprecher des Polizeipräsidiums Südhessen auf Nachfrage der Redaktion mitteilt, sei die genaue Schadenshöhe des Dachstuhlbrands immer noch Gegenstand der Ermittlungen. Es gebe derzeit keinerlei Hinweise auf ein strafbares Geschehen. Man vermute als Ursache einen technischen Defekt, jedoch könne derzeit eine Ursache nicht eindeutig benannt werden. Es sei zudem durchaus möglich, dass die genaue Ursache aufgrund des Verbrennungsgrads eventuell nicht mehr genau zu definieren sei, wie der Sprecher mitteilt.

45 Einsatzkräfte sind vor Ort

Rückblick: In den frühen Morgenstunden des Sonntags, 23. Juli, wurden die Einsatzkräfte zu einem Dachstuhlbrand in der Oberflockenbacher Straße in Gorxheimertal gerufen. Insgesamt waren 45 Einsatzkräfte aus Gorxheimertal und Weinheim an den Löscharbeiten und der Versorgung der Bewohner, die unverletzt blieben, beteiligt.

Nach circa einer Stunde war der Brand unter Kontrolle und gelöscht. Rund vier Stunden nach der Alarmierung und Durchführung der Nachlöscharbeiten rückten die Einsatzkräfte ab, und die Sperrung der Oberflockenbacher Straße konnte aufgehoben werden.