Mörlenbach

Die Gemeinde Mörlenbach übernimmt die Hütte des OWK

Die Ortsgruppe des Odenwaldklubs hat sich aufgelöst, die von ihr gebaute Leonhard-Schenk-Hütte bleibt den Bürgern und Wanderern aber erhalten. Warum dort auch der Weg von Genua zum Nordkap vorbeiführt.

Vor vier Jahrzehnten haben Mitglieder der OWK-Ortsgruppe Mörlenbach die Leonhard-Schenk-Hütte am Waldrand gebaut. Seitdem ist sie nicht Veranstaltungsort für den Verein, sondern auch Anlaufstation für Wanderer, unter anderem auch auf den Europäischen Fernwanderwegen. Im Januar geht die Hütte in die Obhut der Gemeinde Mörlenbach über, nachdem sich der OWK Mörlenbach aufgelöst hat. Foto: Fritz Kopetzky
Vor vier Jahrzehnten haben Mitglieder der OWK-Ortsgruppe Mörlenbach die Leonhard-Schenk-Hütte am Waldrand gebaut. Seitdem ist sie nicht Veranstaltungsort für den Verein, sondern auch Anlaufstation für Wanderer, unter anderem auch auf den Europäischen Fernwanderwegen. Im Januar geht die Hütte in die Obhut der Gemeinde Mörlenbach über, nachdem sich der OWK Mörlenbach aufgelöst hat.

Über 40 Jahre hatte sich der Odenwaldklub (OWK) Mörlenbach um die Leonhard-Schenk-Hütte gekümmert. Im Sommer übernahmen die Mitglieder abwechselnd Hüttendienst, kümmerten sich um das Innere und die vielen angrenzenden Bänke an der Wanderhütte. Nun übergab der Verein, nach seiner Auflösung, die einst in Eigenleistung gebaute Hütte an die Gemeinde Mörlenbach.

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Die Hütte wurde einstmals von 14 Mitgliedern erbaut. Unterstützt wurden diese von acht ihrer Ehefrauen, die sich während des Baus um ihr leibliches Wohl kümmerten, erzählte Vorsitzende Hedi Schmidt. Nach dem Bau war die Hütte von vielen Gästen besucht worden, die dort eine Pause von ihrer Wanderung machen konnten.

So hatte Schmidt im letzten Jahr unter anderem einen Italiener an der Hütte getroffen, der sich auf dem Weg von Genua zum Nordkap befand und Rast im Mörlenbacher Wald machte. Gefunden hatte er die Hütte mit dem sagenhaften Ausblick durch die Karten der Europäischen Fernwanderwege, auf denen die Leonhard-Schenk-Hütte verzeichnet ist.

Restvermögen fließt in Hütte

Außerdem war die Hütte Veranstaltungsort für das Programm der Ferienspiele des Vereins, jährliche Nikolausbesuche und viele weitere Anlässen. Bei den Arbeiten rund um die Hütte wurde der Verein immer wieder vom Mörlenbacher Bauhof unterstützt.

Darüber hinaus sei auch die Zusammenarbeit mit Revierleiterin Stephanie Dober, die dem Verein bei Fragen rund um den angrenzenden Wald zur Seite stand, eng gewesen. Schmidt freut sich, dass die Gemeinde die Wanderhütte auch über das Ende der OWK-Ortsgruppe hinaus erhalten wird.

Dann wurde es offiziell: Die Vorsitzende und Bürgermeister Erik Kadesch unterschrieben den Vertrag, durch den die Leonhard-Schenk-Hütte ab dem 1. Januar offiziell der Gemeinde gehört. Die Gemeinde verpflichtet sich außerdem, die 12 500 Euro Restvermögen des Vereins für den Erhalt der Hütte zu verwenden.

Nach der Unterzeichnung bedankte sich Bürgermeister Kadesch beim OWK für das Vertrauen, dass dieser der Gemeinde entgegenbringt. Er sei auch dankbar für die vielen Jahre der guten Zusammenarbeit, in denen der OWK eine wichtige Rolle in Mörlenbach übernommen hatte. Das Problem der weniger werdenden Helfer, das letzten Endes zur Auflösung des Vereins geführt hatte, habe sich bereits seit einiger Zeit abgezeichnet. Um die Leonhard-Schenk-Hütte auch in Zukunft im aktuellen Stand zu erhalten, sei es die richtige Entscheidung gewesen, die Hütte an die Gemeinde und dem Bauhof weiterzugeben.

Mehrwert für die Kommune

Für die Gemeinde sei die öffentliche Hütte ein echter Mehrwert, ist sich der Bürgermeister sicher. Es gäbe aktuell noch keine feste Planung für die Zukunft der Wanderhütte. Allerdings seien Ausflüge der Kindergärten oder Unterrichtsstunden der Grundschule „im Grünen“ angedacht. Des Weiteren stehe die Gemeinde mit den verschiedenen Vereinen im Austausch, um auch mit diesen über zukünftige Projekte an der Hütte zu sprechen. Bis dahin kümmere sich der Bauhof um die Instandhaltung der Hütte, um diese auch weiterhin in einem ordentlichen Zustand zu halten. „Wir sind stolz darauf und froh, dass wir eine gute Lösung für beide Seiten gefunden haben“, so Kadesch.

Nichtsdestotrotz war es ein schwerer Schritt für den OWK gewesen, berichtete Vorsitzende Schmidt. Ihr Ehemann Siegfried Schmidt und sie hatten sich seit 30 Jahren als Vorsitzende engagiert. Zuletzt hatte Hedi Schmidt dabei nicht nur die Planung der Wanderungen, sondern auch die bürokratischen Aufgaben des Vereins übernommen.

Der Nachwuchs fehlte

Seit Längerem habe sich die Nachwuchsproblematik, die in vielen Vereinen der Region zu Konflikten führe, angedeutet. Bei der Jahreshauptversammlung im April war es dann soweit: Der Verein wurde offiziell aufgelöst.

Nun verwaltet der Vorstand das restliche Vereinsvermögen bis zum nächsten Jahr. Erst dann dürfe das Geld verteilt werden. Neben der Gemeinde werden dann auch andere Vereine vom OWK entsprechend unterstützt werden, kündigte Hedi Schmidt an.

Die Radgruppe macht weiter

Um an den Verein und seinen Einsatz für die Gemeinde zu erinnern, wurde ein Gedenkstein an der Hütte eingeweiht. Auf diesem wird an die Vorsitzenden Eberhard Hosemann, Maria Wetzel, Siegfried Schmidt sowie Hedi Schmidt und deren vielfältiges Engagement erinnert. Auch nach der Auflösung stehen noch einige abschließende Termine an. So blickt der Verein Mitte Februar auf die gemeinsamen Wanderjahre zurück. Darüber hinaus werden Hedi und Siegfried Schmidt im nächsten Jahr noch einmal die Bänke um die Hütte streichen und es wird eine letzte Vereinswanderung geben. Die Mitglieder der Radgruppe werden sich auch über das Ende des Vereins hinaus weiter zum gemeinsamen Radfahren treffen, wie Schmidt verriet.