Infocenter Hessen Mobil

Ein Blick in die Zukunft: Das Infocenter Ortsumgehung Mörlenbach

Auch wenn die Verkehrsfreigabe der neuen Ortsumgehung erst 2027 sein wird, kann die Straße samt ihrer Bauwerke schon heute begutachtet werden.

Das Infocenter zur Ortsumgehung Mörlenbach bietet einen transparenten Einblick in das Baugeschehen. Foto: Philipp Reimer
Das Infocenter zur Ortsumgehung Mörlenbach bietet einen transparenten Einblick in das Baugeschehen.

Es ist das einzige Infocenter, das Hessen Mobil zur Zeit betreibt – das Infocenter zum bautechnischen Großprojekt „Ortsumgehung Mörlenbach“. Regelmäßig erscheinen dort Gruppen, die sich von Sachgebietsleiter Jochen Vogel über den Bauverlauf der B38a informieren lassen. Dabei handelt es sich regelrecht „um einen Blick in die Zukunft“, denn anhand einer 3-D-Echtzeitsimulation kann man die Straße im Grunde bereits befahren – auch wenn es bis zur Verkehrsfreigabe noch vier Jahre dauern wird.

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Sobald die neue Straße fertig ist, wird man vom Saukopftunnel kommend über die Talbrücke Reisen, durch den Tunnel Berkersklamm, unter der Überführung Panoramastraße hindurch, über die Draisnentrasse hinweg, anschließend über die Talbrücke Mörlenbach und dann durch den Tunnel Kisselhöhe schlussendlich nach Mörlenbach auf Höhe der Supermärkte rauskommen. Die Verkehrsentlastung für Mörlenbach soll dann bei 68% liegen.

Infocenter seit Ende 2022

Bis es soweit ist geht allerdings noch einiges an Wasser die Weschnitz hinunter. Die Bauarbeiten sind aber in vollem Gange. Ortsausgang Mörlenbach Richtung Weiher befindet sich seit 2022 bereits ein Kreisel. Nimmt man die Ausfahrt, die später mal auf die neue Ortsumgehung führen wird, gelangt man nun auf den Parkplatz des Infocenters. Direkt neben dem Infocenter stehen zahlreiche Parkplätze zur Verfügung. Im Erdgeschoss befindet sich unter einer Reihe an Ingenieurbüros ein großer Besucherraum. Dort angekommen, fällt der Blick direkt auf eine große Leinwand. An den Wänden hängen Bilder von Eidechsen, Fledermäusen, Schmetterlingen und großflächige, bunte Baupläne. Außerdem fällt ein Regal auf, in dem gelbe Gummistiefel und Helme aneinandergereiht sind. Wenn das Wetter es zulässt, bietet Hessen Mobil Baustellenbegehungen an.

Offen für alle Fragen

„Ein besonderes Projekt braucht besondere Kommunikation“, bringt Vogel auf den Punkt. Fachleute klären vor Ort auf, beispielsweise über Herausforderungen beim Bau der beiden Tunnel und der beiden Talbrücken. Dabei ist der Naturschutz ein großes Thema. Welche Arten werden genau geschützt und wie? Welche Ausgleichsmaßnahmen ergreift Hessen Mobil? Neben Naturschutz und Landschaftspflege gibt es viele weitere Themen. Welche Historie hat diese Straße eigentlich und wann genau wird welches Bauwerk errichtet? Wie teuer ist das ganze aktuell? Oder auch eine ganz klassische Frage: Was dauert da eigentlich so lange?

Auch für Sorgen haben der Sachgebietsleiter und seine Kollegen ein Ohr. So fragen ihn einige Bürger, ob sich der bekannte Mörlenbacher Stau ab Ende des Jahres 2027 verlagern könnte und ob es zum Problem werden könnte, dass die Ortsumgehung über Ampelsysteme an die jetzige Bundesstraße angebunden sein wird.

Gerade bei den beiden letzteren Fragen kann Vogel getrost Entwarnung geben. Intelligente Ampelsysteme würden den Verkehr fließen lassen und auch eine Verlagerung des Staus sei ein unrealistisches Szenario.

Detailreiche Simulation

Auf der Leinwand rollt Auto für Auto über die neue Straße. Sogar die Schatten der Wolken ziehen langsam über das Weschnitztal hinweg. Die Gruppen, die das Infocenter besuchen, sind häufig Schulklassen, Vereine oder Gruppen aus Unternehmen. Aber auch Privatpersonen können sich zu Terminen anmelden, sich über den Bau der neuen Straße informieren und die Simulation begutachten.

Entweder aus Vogel- oder aus Fußgängerperspektive sind alle Stellen der Straße zu besichtigen. Anwohner können sich sogar anschauen, wie der Blick vom eigenen Balkon aus auf die Straße aussehen wird.

Aber nicht nur die fertige Straße ist sichtbar, auch einzelne Bauschritte sind in der Simulation nachvollziehbar. Verschiedene Verkehrsaufkommen können nachgestellt werden, sogar die Jahreszeit ist variabel. Vogel erklärt, daher könne die Simulation nicht nur für die Öffentlichkeitsarbeit, sondern auch für interne Besprechungen verwendet werden.

Die Details überzeugen und lassen den Blick in die Zukunft authentisch und echt wirken. Noch vier Jahre wird es dauern, bis die Straße dann tatsächlich echt ist. Anfang des kommenden Jahres beginnen die ersten Bauarbeiten an den Tunneln. Dabei ist Hessen Mobil im Zeitplan. „Wir arbeiten 24/7, jeden Tag. Wir hören also erst auf zu arbeiten, wenn wir fertig sind“, verspricht Jochen Vogel.