Gorxheimertal

Anthofers Pläne für Gorxheimertal: Verkehrssicherheit, Kommunalpolitik und mehr

Bürgermeisterkandidat Michael Anthofer teilt seine Pläne für Gorxheimertal. Von Verkehrssicherheit über kommunale Projekte bis hin zu seiner Vision für die Gemeinde - was er vorhat.

Der Kreisel ist für Michael Anthofer ein Sinnbild in Sachen Verkehrssicherheit und für die Gemeinde Gorxheimertal insgesamt. Daher wählte er den Kreisel für ein Gespräch vor Ort. Foto: Fritz Kopetzky
Der Kreisel ist für Michael Anthofer ein Sinnbild in Sachen Verkehrssicherheit und für die Gemeinde Gorxheimertal insgesamt. Daher wählte er den Kreisel für ein Gespräch vor Ort.

Auf dem Weg ins Tal wird deutlich: Es ist viel los auf der Hauptstraße. Dort wird gebaggert, hier wird gehalten oder geparkt und alle, die von Weinheim kommend in Richtung Trösel wollen und umgekehrt, müssen an ihm vorbei: dem Kreisel in Unter-Flockenbach. Bürgermeisterkandidat Michael Anthofer wählt ihn als Treffpunkt für ein Gespräch vor Ort – denn der Kreisel habe viel Bedeutung für ihn: „Der Kreisel ist ein Sinnbild in Sachen Verkehrssicherheit: Bestehende Projekte werden angefangen, aber nicht zu Ende gebracht, wie zum Beispiel die Verschönerung des Kreisels. Ich denke aber auch an die Bepflanzung entlang der Hauptstraße, an die Überprüfung der geltenden 50-Stundenkilometer-Beschränkung oder der Falschparker am Straßenrand. Der Kreisel zeigt symbolisch aber auch: Das Tal und der Kreisel stehen auf festem Fundament, auf das man aufbauen kann“, sagt Anthofer. Er steht vor dem Verkehrskreisel, an dem binnen weniger Minuten zahlreiche Autos vorbeifahren. Der Polizeihauptkommissar bewirbt sich um das Amt des Bürgermeisters, gewählt wird am 8. Oktober.

WNOZ WhatsApp-Kanal

Die Weinheimer Nachrichten und Odenwälder Zeitung auf WhatsApp! Aktuelle Nachrichten aus deiner Region. Die Top-Themen jeden Mittag frisch auf dem WhatsApp-Kanal.

Impressum

Es ist der Morgen nach dem WN/OZ-Forum, bei dem das Thema Verkehrssicherheit im Allgemeinen sowie die Themen Kreisel und Hauptstraße im Speziellen bereits diskutiert wurden. Doch Anthofer ist mit Bürgern der Gemeinde bereits seit Wochen im Gespräch über diese Themen. Die Rückmeldung, die ihn erreiche: „Das Thema Sicherheit spielt eine große Rolle“, erklärt er.

Der Kreisel als „Aushängeschild“

Der Kreisel stelle eine Gefahrenstelle dar, da durch fehlende Erhöhungen an der gezeichneten Linie, wie beispielsweise einen Bordstein, die Verkehrsteilnehmer dazu animiert würden, einfach geradeaus durchzufahren – vor allem in Richtung Abtsteinach – und die Geschwindigkeit nicht zu senken. Helfen könnten nicht nur Markierungen – die aber auch Gelenkbusse und Lkw nicht beeinträchtigen dürfen –, sondern auch die für Kreisel typische Beschilderung: weiße Pfeile auf blauem Grund. Als „letzte Lösung“ würde er eine Tempo-Beschränkung kurz vor allen Ein- und Ausfahrten am Kreisel in Angriff nehmen, sagt der Polizeihauptkommissar. Er betont aber, dass HessenMobil die durchführende Straßenbaubehörde für diesen Knotenpunkt ist. Sollte er zum Bürgermeister gewählt werden, wolle er das Gespräch mit der Behörde suchen.

Die einst vorgesehene, auf Spenden basierende Errichtung einer Skulptur auf dem Kreisel habe leider nicht geklappt. Dennoch müsse er „verschönert“ werden. Und das mit einem Bezug zum Ort, wie beispielsweise dem Gemeindewappen oder einer Symbolik, die alle drei Ortsteile miteinander verbindet. Denn den Kreisel könne man auch als „Aushängeschild“ für die Gemeinde aufwerten. „Dafür muss jedoch Geld ausgegeben werden“, betont er.

Situation entlang der Hauptstraße

Von Anwohnern entlang der Hauptstraße gebe es immer wieder die Rückmeldung, dass sich viele Verkehrsteilnehmer nicht an die gebotenen 50 Stundenkilometer halten. Anthofer hält nichts von einer Tempo-30-Einführung entlang der Hauptstraße, sondern möchte die vorhandene Geschwindigkeitsbegrenzung konsequent überwachen. Außerdem sei die Hauptstraße „noch nicht fertig“, da die vorgesehene Begrünung fehle. Er erklärt: „Es ist erwiesen, dass Bäume oder visuelle Hindernisse dabei helfen können, in angemessener Geschwindigkeit zu fahren.“

Parkflächen entlang der Hauptstraße seien zwar farblich gekennzeichnet, jedoch „gibt es nicht genug, was Falschparken zur Folge hat“. Eine weitere: Kinder und Senioren müssten oft auf die Straße ausweichen. „Und das ist nicht nur entlang der Hauptstraße, sondern auch der Seitenstraßen so.“ Über weitere Parkflächen müsse daher nachgedacht werden.

Subjektives Sicherheitsempfinden

Als subjektives Sicherheitsempfinden bezeichnet man das Wohlbefinden jedes Einzelnen, das in Zahlen nicht messbar ist. „Tatsächliche Zahlen und das Empfinden – beispielsweise beim Thema Geschwindigkeitsüberschreitung – müssen nicht übereinstimmen. Die Bedenken gilt es ernstzunehmen, beispielsweise mit Kontrollen und mit einer Erhöhung der Polizeipräsenz. Denn die Aufgabe der Polizei ist in erster Linie keine Strafverfolgung, sondern Präsenz zu zeigen.“ Auch für die Hauptstraße gelte: Jeder Unfall ist einer zu viel. Aber man müsse Maßnahmen abwägen, denn es handelt sich um eine rund 5,5 Kilometer lange Strecke, deren Verkehrsfluss nicht beeinträchtigt werden dürfe.

Blick in die Hauptstraße: Anthofer hält nichts von Tempo 30, sondern möchte die vorhandenen Begrenzungen durchsetzen. Foto: Fritz Kopetzky
Blick in die Hauptstraße: Anthofer hält nichts von Tempo 30, sondern möchte die vorhandenen Begrenzungen durchsetzen.

Er möchte sich zudem dafür einsetzen, dass die Gemeinde wieder Kompass-Teilnehmer wird. Vor Kurzem wurde ein Statuswechsel vom „Teilnehmer“ zum „Partner“ vollzogen, der für kleinere Kommunen angepasst ist. „Das Fundament, auf dem die Gemeinde steht, ist gut, aber es muss darauf aufgebaut werden“, sagt Anthofer. Vor allem im Bereich der Kommunikation sieht er Verbesserungspotenzial: beispielsweise im Einführen von Runden Tischen, wenn Gesprächsbedarf besteht, wie bei der Kindergartensituation. Er könnte sich zudem vorstellen, den Bürgerbrief in regelmäßigeren Abständen zu veröffentlichen.

Weitere „Baustellen“

Weitere sinnbildliche „Baustellen“ sieht Anthofer unter anderem in der Nutzung von Fördermöglichkeiten. „Um im Förderdschungel durchzublicken, fehlt eine Stelle in der Verwaltung, die Vereine über Fördermöglichkeiten informiert. Diese möchte ich gerne verwirklichen.“ Insgesamt sei es wichtig, dass sich die Gemeinde als interessanter Arbeitgeber für junge Menschen und Ausbilder zeigt. „Personalstellen müssen oben angesetzt werden.“

Dasselbe gelte für die Personalsituation in Kinderbetreuungseinrichtungen. In der Umstrukturierung der Abläufe, beispielsweise mithilfe einer App, mit der man Kinder krankmelden könne, sieht Anthofer eine Entlastung der Arbeitsabläufe. Ein Mehrgenerationenhaus, wie es im Rahmen der „Zukunftsvision“ gewünscht war, wolle er zu einem seiner ersten Projekte machen. „Aber zunächst müssen bestehende Projekte vorangebracht werden.“ Er betont: „Alle Projekte kosten Geld: Man muss sie in ihrer Umsetzung daher priorisieren, aber letztendlich muss man sie alle angehen.“