Bundestagswahl

Im Kreis Bergstraße findet hinter der Union ein Erdrutsch statt

Die SPD verliert den zweiten Platz im Kreis Bergstraße an die AfD. FDP erlebt einen ganz bitteren Abend. Michael Meister holt für die CDU erneut die meisten Erststimmen.

Zufriedene Gesichter in der Kreisgeschäftsstelle der CDU Bergstraße in Heppenheim. Dr. Micheal Meister (Zweiter von links) hat seinen Erfolg bei den Erststimmen im Wahlkreis verteidigt. Foto: Fritz Kopetzky
Zufriedene Gesichter in der Kreisgeschäftsstelle der CDU Bergstraße in Heppenheim. Dr. Micheal Meister (Zweiter von links) hat seinen Erfolg bei den Erststimmen im Wahlkreis verteidigt.

Kreis Bergstraße. Insgesamt im Bundestrend liegend, aber ein wenig konservativer aufgestellt als der Rest der Republik: Dieser Einordnung machte der Kreis Bergstraße auch bei der Bundestagswahl 2025 wieder Ehre. Nicht nur verteidigte CDU-Kandidat Dr. Michael Meister seinen Erfolg bei den Erststimmen – der diesmal aber nicht automatisch mit dem Einzug in den neuen Bundestag verknüpft ist. Auch holte die CDU, nach der „Schlappe“ im Jahr 2021, wieder den mit Abstand höchstens Anteil an den Zweitstimmen.

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War es bei den Bundestagswahlen in der Vergangenheit aber immer so, dass Christ- und Sozialdemokraten um Platz eins und zwei im Kreis Bergstraße rangen, landete diesmal die AfD auf dem zweiten Platz. 20,2 Prozent bei den Zweitstimmen (2021: 9,5) entfielen auf diese Partei, ihr Direktkandidat Thomas Fetsch brachte es auf 20,4 Prozent (9,5). Eine herbe Schlappe vor allem für die Bergsträßer SPD, die mit 17,4 Prozent ins Ziel ging. 2021 waren es noch 27,2. Sven Wingerter, sozialdemokratischer Bewerber im Wahlkreis, rutschte von 27,2 auf 21 Prozent ab.

Diesen politischen Erdrutsch konnten sich die Bergsträßer Christdemokraten – zumindest, was die Prozentzahlen betrifft – mit einigem Abstand anschauen. Schnell war am Wahlabend klar, dass sie im Kreis den Status der stärksten Kraft zurückgewinnen konnten.

31,2 Prozent waren es am Ende bei den Zweitstimmen. Zum Vergleich: 2021 landete die CDU bei 24,5 Prozent. Meister baute sein Ergebnis von der letzten Bundestagswahl (30,5) noch einmal deutlich aus und vereinte 36,3 Prozent der Erststimmen auf sich.

FDP stürzt ab

Im Bundestrend liegen im Wahlkreis Bergstraße auch die Verluste bei den Grünen und der FDP. Während 2021 die Grünen noch bei 14,2 Prozent der Zweitstimmen ins Ziel kamen, mussten sie sich diesmal mit 11,2 Prozent begnügen. Die Liberalen rutschten gar von 13,5 auf 5,2 Prozent ab. Till Mansmann, zuletzt mit 10,7 Prozent noch über die Landesliste in den Bundestag gekommen, erhielt diesmal gerade noch 3,9 Prozent der Erststimmen.

Achtungserfolg für Volt

Einen kleinen Achtungserfolg durfte am Sonntag zumindest Benedikt Eikmann für sich verbuchen. Der Bundestagskandidat der Partei Volt brachte es immerhin auf einen Stimmenanteil von 1,7 Prozent bei den Erststimmen – obwohl seine Partei auch im Kreis Bergstraße ansonsten nur unter den „Sonstigen“ mit weniger als einem Prozent der Stimmen rangierte. arn