Wald-Michelbach

Kundgebung in Wald-Michelbach: Demokratie geht jeden etwas an

Auch in Wald-Michelbach wird gegen den Rechtsextremismus demonstriert. Die Veranstalter hoffen, dass am Sonntag, 18. Februar, um 14 Uhr möglichst viele Menschen auf den Platz zwischen den Kirchen kommen.

Das Team hinter der Kundgebung hofft auf viele Menschen, die auf den Platz zwischen den Kirchen in Wald-Michelbach kommen. Foto: Fritz Kopetzky
Das Team hinter der Kundgebung hofft auf viele Menschen, die auf den Platz zwischen den Kirchen in Wald-Michelbach kommen.

Fleißig haben die engagierten Freiwilligen bereits die Plakate im ganzen Überwald und darüber hinaus verteilt. Denn zur Wald-Michelbacher „Kundgebung gegen Rechtsextremismus“ am morgigen Sonntag sollen möglichst viele Menschen kommen.

Newsletter

Holen Sie sich den WNOZ-Newsletter und verpassen Sie keine Nachrichten aus Ihrer Region und aller Welt.

Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

Die Idee, auch in Wald-Michelbach für die freiheitlich-demokratische Grundordnung auf die Straße zu gehen, hatte Heike Langer von der Freien Wähler Gemeinschaft (FWG) im Zuge der Demonstration in Heppenheim vor einigen Wochen. So eine Aktion müsse es auch in Wald-Michelbach geben, – „und wenn ich es allein machen muss“, sagt sie bei einem Treffen der Organisatoren mit unserer Redaktion.

Aktion ist ein "Selbstläufer"

Allein ist Langer aber nicht geblieben: Nicht nur die Freien Wähler unterstützen die Aktion. Mithilfe der Zukunftsoffensive Überwald, die die Einladung über ihren Mailverteiler an Vereine und Parteien verschickte, wurde die Aktion zum „Selbstläufer“.

Inzwischen haben sich rund 20 engagierte Menschen zusammengefunden, die die Veranstaltung organisieren – Menschen aus Vereinen, Politik oder Kirche von allen Seiten des demokratischen politischen Spektrums ziehen an einem Strang. Auch Vereine aus Wald-Michelbach, Grasellenbach und Abtsteinach rufen zur Teilnahme auf, berichten die Organisatoren.

AfD-Ergebnis bei der Landtagswahl hat schockiert

Wer in dieser Sache neutral bleibe, handle bereits gegen die Demokratie, sagt Langer entschieden. Die meisten aus dem Team seien auch Wahlhelfer. Dass bei der vergangenen Landtagswahl im Oktober die AfD in Wald-Michelbach etwa 25 Prozent der Stimme erhielt, hat sie schockiert, erinnern sie sich. Mit der Kundgebung wolle das Team die Menschen, die aus Protest die AfD gewählt habe, ohne sich weitere Gedanken zu machen, zeigen, dass es auch andere Alternativen gibt als eine in Teilen als rechtsextrem eingestufte Partei.

Denn die Mehrheit stehe hinter der Demokratie. Die Kundgebung sei als Angebot gedacht, sich zu engagieren, sagt Jörg Maletz vom Demokratischen Bürgerforum Wald-Michelbach. „Wir müssen zusehen alle Menschen abzuholen“, macht Langer deutlich – auch junge Menschen. Die Jugend wird bei der Kundgebung mit Aylin Erdogan, Mitglied im Landesvorstand der Schülervertretung, ebenfalls zu Wort kommen.

„Es ist nicht egal, was mit den Menschen passiert“

Langer unterstreicht im Vorfeld deutlich: „Das ist keine Wahlveranstaltung und auch keine Veranstaltung für oder gegen eine Regierung.“ Es gehe allein darum, für die demokratische Grundordnung einzutreten. Es geht den Organisatoren darum, zu zeigen, dass diese gesellschaftlichen Probleme alle Menschen etwas angehen. Gerade in einer kleinen Gemeinde wie Wald-Michelbach könne man sich nicht in der Menge verstecken – da werde es persönlich. Das findet auch Mitorganisatorin und Rednerin Christina Schmitt, die sich ehrenamtlich in der katholischen Kirchengemeinde engagiert. Sie selbst wurde in Malaysia geboren und wäre selbst von den vom Correctiv aufgedeckten Abschiebeplänen betroffen – „und mit mir meine ganze Familie. So wie Millionen andere in diesem Land“, sagt sie. Jörg Michas, evangelischer Pfarrer für Siedelsbrunn, Kreidach und Abtsteinach, fügt hinzu: „Es geht auch darum, Wertschätzung zu zeigen. Es ist nicht egal, was mit Menschen passiert.“

Vielleicht weitere Veranstaltung

Rund 200 Teilnehmer haben die Veranstalter angemeldet, sie hoffen jedoch, dass noch viel mehr Menschen zum Platz zwischen den Kirchen kommen. Am Sonntag wird es eine Spendenbox geben. Das Geld – abzüglich der Veranstaltungskosten – soll an eine gemeinnützige Organisation für Opfer von Rechtsextremismus gespendet werden. Und vielleicht wird es vor der Europawahl im Juni eine Neuauflage geben.

Die „Kundgebung gegen Rechtsextremismus“ findet am Sonntag, 18. Februar, zwischen 14 und 16 Uhr auf dem Platz zwischen den Kirchen in Wald-Michelbach statt.
Direkt im Anschluss findet um 16 Uhr auch in Rimbach eine ähnliche Veranstaltung auf dem Marktplatz statt.