Wald-Michelbach

Wer am Donnerstag in Wald-Michelbach gegen die AfD demonstriert

Die Alternative für Deutschland trifft sich in der Rudi-Wünzer-Halle in Wald-Michelbach. Eine Initiative ruft zur Gegendemo auf.

Anit-Nazi-Demo: Mit Plakaten wie diesen protestierten im Januar mehr als 1000 Menschen in Weinheim gegen Hass und Hetze. Am Donnerstag (6. Juni 2024) soll in Wald-Michelbach gegen die AfD demonstriert werden. Foto: Philipp Reimer Fotografie
Anit-Nazi-Demo: Mit Plakaten wie diesen protestierten im Januar mehr als 1000 Menschen in Weinheim gegen Hass und Hetze. Am Donnerstag (6. Juni 2024) soll in Wald-Michelbach gegen die AfD demonstriert werden.

Am Sonntag wählen die Bundesbürger ein neues Europaparlament. Alle Parteien halten derzeit ihre Wahlkampfveranstaltungen ab, so auch die AfD am morgigen Donnerstag in Wald-Michelbach in der Rudi-Wünzer-Halle.

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Wer organisiert die Gegendemo?

Das Bündnis „Bunt is de Ourewald schenner“ kündigt deshalb am Donnerstag, 6. Juni, um 17.30 Uhr eine Kundgebung an – spontan, wie Heike Langer (Freie Wähler Gemeinschaft) vom Bündnis im Gespräch mit der Redaktion erklärt: „Es ist sehr kurzfristig und die am wenigsten organisierte Kundgebung.“ Sie sei aber bewusst gewählt.

Soll die AfD-Veranstaltung gestört werden?

Langer macht klar: Es handelt sich um eine „klassische Gegendemonstration“. Nicht gegen die Wahlkampfveranstaltung selbst, betont sie: „Wir möchten keine unnötige Konfrontation aufbauen und schon gar nicht die Wahlkampfveranstaltung der AfD sprengen. Das ist nicht unsere Intention.“ Aus diesem Grund endet die Kundgebung des Bündnisses vor dem Beginn der AfD-Versammlung um 19 Uhr, um Störungen zu vermeiden.

Auch der Ort der Gegendemonstration ist so gewählt, dass beide Veranstaltungen möglichst konfliktfrei ablaufen können. Die Teilnehmer der Kundgebung treffen sich oberhalb der Rudi-Wünzer-Halle, allerdings auf der gegenüberliegenden Straßenseite und leicht versetzt.

Wie viele Demonstranten werden erwartet?

Verstecken wollen sie sich aber nicht: „Wir sind deutlich sichtbar“, sagt Langer. Denn das sei der Sinn der Sache. Und sie stellt unmissverständlich klar, dass das Bündnis die politischen Inhalte der Partei nicht unterstützt, sondern rundweg ablehnt. Es ist nicht die erste Wahlkampfveranstaltung der AfD in der Rudi-Wünzer-Halle. Und es ist auch nicht die erste Gegendemonstration. In den vergangenen Jahren war der DGB der Organisator. Jetzt übernimmt das Bündnis. 150 Demonstranten sind angemeldet. Langer ist gespannt, wie viele Menschen tatsächlich dem Aufruf folgen und am Donnerstag dabei sein werden.

Sind viele Aktionen geplant?

Am Abend seien jedoch nicht viele Aktionen geplant, so Langer. Eine Rede hält Manfred Forell von der Initiative „Vielfalt.Jetzt!“ Wer noch auftreten wird, solle spontan vor Ort entschieden werden. Mit einem Infostand in Form einer „Brandmauer“ wird die Initiative im Hinblick auf die Europawahl am 9. Juni aufklären und sich mit den Wahlversprechen der AfD auseinandersetzen.

Was sagt die Polizei?

Und zwar auf friedliche Weise, davon geht auch die Polizei aus: „Nach unseren Erkenntnissen gehen wir derzeit von einem störungsfreien und friedlichen Verlauf aus“, schreibt Bernd Hochstädter vom Polizeipräsidium Südhessen auf Anfrage der Redaktion. Es sei dennoch nicht ausgeschlossen, dass es zu „verbalen Bekundungen“ der Teilnehmer kommen kann.

„Für den Schutz und die Überwachung der Veranstaltungen sind wir personell entsprechend aufgestellt und können lageabhängig unserem gesetzlichen Auftrag gerecht werden“, ergänzt Hochstädter. Neben den Kräften des Polizeipräsidiums Südhessen und der Polizeistation Wald-Michelbach sollen auch Mitarbeiter des Ordnungsamtes während der Kundgebung im Einsatz sein. Hochstädter appelliert an alle Beteiligten: „Es versteht sich von selbst, dass die Bürgerinnen und Bürger ihr Grundrecht auf freie Meinungsäußerung und Versammlung friedlich wahrnehmen.“

Ausrichter der Wahlkampfveranstaltung der AfD unter dem Motto „Europa neu denken“ ist der Ortsverband Weschnitztal/Überwald. Der Einlass in die Halle ist um 18 Uhr geplant.

Welche AfD-Promis werden erwartet?

Auf Anfrage der Redaktion teilt Catherine Schmiedel, Pressesprecherin des Ortsverbandes, mit, dass Martin Hess (MdB) – stellvertretender innenpolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Robert Lambrou (MdL) – Landessprecher der AfD Hessen, Alexander Jungbluth – AfD-Kandidat zur Europawahl auf Listenplatz 5 sowie Mary Khan-Hohloch – AfD-Kandidatin zur Europawahl auf Listenplatz 14 als Redner auftreten werden. Daneben haben laut Schmiedel „auch andere prominente AfD-Politiker“ ihr Kommen angekündigt.

Nähere Angaben zum Inhalt der einzelnen Wahlkampfreden oder zu Gästen macht sie nicht.