Fürth

Premiere für das neue Theaterstück des SV Fürth

Das Schauspielensemble feiert eine gelungene Premiere mit der Komödie „Der Urlaubsmuffel“ im Theater an der Goethestraße.

Hawaiihemd, Strohhut und viele Geschichten haben die Nachbarn im Gepäck. Die Zahnarztgattin (rechts) lauscht mit gemischten Gefühlen. Foto: Fritz Kopetzky
Hawaiihemd, Strohhut und viele Geschichten haben die Nachbarn im Gepäck. Die Zahnarztgattin (rechts) lauscht mit gemischten Gefühlen.

Koffer packen findet er lästig, noch mehr hasst er es, in fremden Betten zu schlafen, und wenn er sich schön entspannen will, dann zu Hause in der schönen Heimat. Als einen rechten Urlaubsmuffel lernen die Zuschauer am Freitagabend im proppenvollen Theater an der Goethestraße in Fürth den Zahnarzt Dr. Hans Best kennen.

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Seine Frau Elfriede hingegen nimmt an jedem Preisausschreiben teil, bei dem es um eine Reise geht, selbst wenn sie nur für zwei Tage in den Teutoburger Wald führt. Hauptsache: endlich raus aus den gewohnten vier Wänden. Dass zwischen Hans und Elfriede beim Thema „Urlaub“ öfter mal die Fetzen fliegen, ist eine logische Schlussfolgerung, zumal das benachbarte Gastwirt-Ehepaar Wilma und Heiner eine Kreuzfahrt nach der anderen bucht.

Wenn die beiden dann braun gebrannt zurückkommen, prahlt vor allem Wilma mit Austern und Scampi beim exotischen Käpt’ns Dinner, von den abenteuerlichsten Landgängen oder Flirts mit jungen Urlaubsbekanntschaften von Englisch über Französisch bis Hawaiianisch mit schnuckeligen Einheimischen.

Geklaute Bademäntel

Auch wenn ihre Mitbringsel nichts weiter als Bademäntel mit dem Aida-Logo sind, steigt der Neid der Zahnarztgattin auf ihre umtriebige Nachbarin. Um des lieben Friedens willen lässt sich Hans schließlich zu einer gewonnenen zweitägigen Heizdecken-Fahrt mit dem „Kukident-Express“ überreden. Den Nachbarn wird allerdings ein einwöchiger Ägypten-Urlaub vorgegaukelt. Damit das Lügengebäude nicht einstürzt, gehen die Bests nach einem genauen Plan vorMit der Komödie „Der Urlaubsmuffel“ von Beate Irmisch traf die Theatergruppe des SV Fürth wieder einmal den Nerv ihres treuen Publikums. Wolfgang Arnold und Dagmar Zeiß entpuppten sich als Ideal-Besetzung für die Rollen des kontroversen Zahnarzt-Ehepaares.

Foto: Fritz Kopetzky

Er gibt den bodenständigen, fleißigen Vertreter seiner Zunft, der, wenn es sein muss, einen vor der Spritze flüchtenden Patienten persönlich wieder einfängt. Sie ist die von Fernweh geplagte Gattin, die sehnsuchtsvoll in Urlaubskatalogen blättert oder ständig am Telefon hängt, wenn es wieder einmal um die Gewinnausschüttung eines Preisausschreibens geht.

In dem Gemeindepfarrer (Reinhard Arnold) findet sie einen Gleichgesinnten, der sich die ersehnten Fernreisen allerdings aus finanziellen Gründen nicht leisten kann. Maria Aschenbrenner ist eine überzeugende Sprechstundenhilfe, patent, hundertprozentig hinter ihren Chefs stehend, die im Notfall auch mal selbst zur Zange greift. Das tut sie kurz entschlossen bei dem Polizisten Arthur (Julian Wagner), der den pochenden Zahn mit Hochprozentigem betäuben wollte. Auf die Leiber geschnitten waren Renate Fuhr und Richard Wagner die Rollen des reisewütigen Ehepaares Wilma und Heiner.

Sie kann die Nase nicht hoch genug tragen, wenn sie, von der Südsee heimgekehrt, schon wieder von der nächsten Reise nach Skandinavien schwärmt, für die sie wegen Heiners lästigem Schnarchen zwei getrennte Kabinen gebucht hat. Er, der ihr geschickt den unter ihrer Fuchtel stehenden Ehemann vorspielt, würde zwei getrennte Schiffe vorziehen. Bleibt noch Jessica Drexler, die die vorlaute Postbotin darstellt, die es mit dem Briefgeheimnis nicht so genau nimmt.

Hühnerstall und Zahnarztpraxis

Den acht spielfreudigen Darstellern gelang es, von einer verrückten Szene zur anderen immer tiefer im Sumpf des perfekten Chaos zu versinken. Dem Kulissen-Team Gregor Fuhr, Karl-Heinz Gehbauer, Britta Hendler und Jutta Reger ist mit der geschickten Bühnenaufteilung aus Zahnarztpraxis, Biergarten und Hühnerstall ein ungewohnt aufwendiges Bühnenbild gelungen. Für die Maske waren Martina Schmitt, Elke Gehbauer und Monika Kilian-Rabeneck zuständig. Zur Textsicherheit trugen die Souffleusen Maria Kronshage und Marianne Berg bei.

Fazit: Dem Schauspiel-Ensemble des SV Fürth ist es wieder einmal fernab von herkömmlichen Regie-Konzepten, dafür in harmonischer Gemeinschaftsarbeit gelungen, einen rundum vergnüglichen Theaterabend in rasantem Tempo zu erarbeiten und überaus erfolgreich aufzuführen.

  • Weitere Vorstellungen im Theater an der Goethestraße in Fürth: Freitag, 20. Oktober, Samstag, 21. Oktober, Samstag, 4. November, Sonntag, 5. November, Freitag, 10. November, und Samstag, 11. November. Freitags und samstags geht es um 20 Uhr los, sonntags um 18 Uhr. Infos: www.theatergruppe-fuerth.de