Typisierung: Wald-Michelbach sucht weiter Lebensretter für Jean-Pascale
Die Eugen-Bachmann-Schule hat mit einer ersten Aktion vorgelegt, doch für Jean-Pascale und viele andere Patienten kann jeder Abstrich zählen. Ende Juli geht die Suche nach einem Spender weiter.
Wald-Michelbach. Der zwölfjährige Jean-Pascale aus Wald-Michelbach leidet an einer schweren aplastischen Anämie. Seine einzige Chance auf Heilung ist eine Stammzellspende, doch ein passender Spender ist auch in der weltweiten Datenbank noch nicht gefunden worden.
Deswegen haben Freunde, Familie und Unterstützer gemeinsam mit der DKMS vergangene Woche zu einer Typisierungsaktion aufgerufen. Den Temperaturen von über 30 Grad trotzten rund 50 Menschen, um sich als potenzielle Stammzellspender registrieren zu lassen. Das schulische Umfeld war dabei bereits mit gutem Beispiel vorangegangen und hatte sich in der Vergangen zu großen Teilen bereits typisieren lassen.
Wie die Typisierung funktioniert
Mit einem einfachen Wangenabstrich leisteten sie einen wichtigen Beitrag, um die Chancen auf einen passenden Spender für Jean-Pascale und andere Betroffene zu erhöhen. Potenzielle Lebensretter müssen dabei mit drei Stäbchen die linke und rechte Mundinnenseite sowie die Lippe abstreichen. Die Registrierung erfolgt über das eigene Handy. Den Versand der Proben übernahm anschließend die EBS.
Die Aktion wurde von zahlreichen Vertretern aus Politik und Verwaltung unterstützt. Zu den Gästen zählten die Erste Kreisbeigeordnete Angelika Beckenbach, die Bürgermeister Sven Bassauer (Abtsteinach) und Dr. Sascha Weber (Wald-Michelbach), die Erste Beigeordnete Marina Scholl sowie weitere Gemeindevertreter. Beckenbach dankte in ihrer Ansprache allen Teilnehmern für ihr Engagement und betonte, dass jede Registrierung Hoffnung auf Heilung schenke – nicht nur für Jean-Pascale, sondern für Patienten weltweit. Zugleich würdigte sie die große Solidarität der Schulgemeinschaft, der Helfer und der Bevölkerung, die mit der Typisierungsaktion ein starkes Zeichen der Mitmenschlichkeit gesetzt hätten. Sie übergab den kleinen Drachen „Nila“ für Jean-Pascale: ein Symbol für Mut, Stärke und Tapferkeit.
Die Schirmherrschaft der Aktion übernahm Schulleiter Christian Mang. Gemeinsam mit Eltern und Lehrkräften sorgte er für einen reibungslosen Ablauf. Die Helfer kümmerten sich nicht nur um die Organisation der Typisierung, sondern auch um das leibliche Wohl der Besucher. Mit der Resonanz waren die Organisatoren angesichts der Hitzewelle zufrieden.
Weitere Aktion am 25. Juli
Wer die Chance vergangene Woche verpasst hat und sich doch noch als potenzieller Stammzellspender registrieren lassen will, hat Ende Juli noch einmal die Gelegenheit dazu: nämlich am Samstag, 25. Juli, von 13 bis 17 Uhr im Katholischen Pfarrheim Hammelbach.
Jede neue Registrierung erhöht die Chance, für Jean-Pascale oder andere Patienten weltweit einen lebensrettenden genetischen Zwilling zu finden. Die Hoffnung der Familie bleibt daher bestehen: Vielleicht befindet sich der entscheidende Spender unter den neu registrierten Personen – und kann Jean-Pascale eine zweite Chance auf ein gesundes Leben schenken.