Überraschende Schließung: Jetzt sucht die Gemeinde nach neuem Pächter fürs Bistro B10 in Wald-Michelbach
Spätestens zum 1. April soll das B10 in Wald-Michelbach wieder öffnen – passend zum Saisonstart der Draisine. Trotz Herausforderungen in der Gastronomie sieht Bürgermeister Dr. Sascha Weber gute Chancen für einen Neustart.
Wald-Michelbach. „Diese Rufnummer ist nicht vergeben“ – wer einen Tisch im Bistro B10 am Draisinenbahnhof in Wald-Michelbach reservieren möchte, hört diese Bandansage. Auf Website und Facebook gibt es keinerlei Hinweise, dass derzeit geschlossen ist. Vor Ort sieht es anders aus: Die Eingangstür ist verschlossen, Licht brennt keins. Eine dauerhafte Schließung des B10, das im Mai 2022 eröffnet wurde, kommt für viele Bürger überraschend. Doch sie ist seit Ende Dezember Wirklichkeit.
Was sind die Gründe? Die Inhaberin war für die Redaktion bisher weder per E-Mail, Telefon noch über die sozialen Netzwerke zu erreichen. Wie Bürgermeister Dr. Sascha Weber auf Anfrage der Odenwälder Zeitung erklärt, hat die Schließung betriebliche Gründe – zu mehr möchte sich die Gemeindeverwaltung als Verpächter der Immobilie nicht äußern.
Suche nach neuem Pächter
Weber bestätigt aber, dass die Gemeinde derzeit mit Unterstützung der Zukunftsoffensive Überwald (ZKÜ) nach einem neuen Pächter sucht. „Hierzu gab es schon mehrere Interessenten, mit denen die Gemeinde im Gespräch ist. Ziel ist, dass das B10 spätestens zum 1. April wieder geöffnet hat.“ Passend zum Saisonstart der Draisine.
Auf die Kritik „Das B10 ist nicht zu betreiben – da braucht es ein richtiges Konzept“ eines Facebook-Nutzers in der Gruppe „Die gute Nachricht aus Wald-Michelbach!“ kontert Weber: „Das B10 hat einen guten Standort, die Räumlichkeiten sind gut ausgestattet und die Pacht ist sozial verträglich.“ Mit den Draisinengästen gebe es in der Saison eine verlässliche Kundenbasis, die sich außerhalb der Saison mit entsprechenden Angeboten auch auf die Einheimischen ausweiten lasse. „Von den Rahmenbedingungen sehe ich keine Schwierigkeiten, das B10 mit einem passenden Angebot zu betreiben.“ Vielmehr sieht er die Gastronomie als solche schon seit einigen Jahren in der Krise.
"Der Markt ist da"
„Das liegt aber weniger an der Nachfrage, die nach wie vor stark ist, als am Angebot.“ Als einen Grund führt er die familiengeführten Gastronomiebetriebe an, die nach und nach schließen würden, da sie keinen Nachfolger finden. Und: „Falls jemand bereit ist, sich bei allen bürokratischen Hürden in die gastronomische Selbstständigkeit zu wagen, dann ist insbesondere der Personalmarkt sehr umkämpft“, weiß Weber. Zudem sei es sehr schwer, Küchen- und Servicepersonal zu finden.
„Wenn man einen Betrieb allerdings personell und betriebswirtschaftlich gut aufgestellt bekommt: Der Markt ist da.“