Überwald-Blitzer erwischen 5.000 Temposünder
Seit fünf Jahren ist der Blitzeranhänger in den drei Überwald-Gemeinden Abtsteinach, Grasellenbach und Wald-Michelbach im Einsatz – und die Zahl der Temposünder bleibt auch im Jahr 2024 hoch. Wie hoch die Einnahmen waren, ob auch fest installierte Blitzer infrage kommen und an welcher Stelle der absolute Spitzenreiter erwischt wurde.
Überwald. Ganz kurz blitzt das rote Licht auf – mit potenziell weitreichenden Folgen: Wer sich mit seinem Auto nicht an die vorgegebene Geschwindigkeit hält und dabei geblitzt wird, riskiert nicht nur einen Unfall, sondern auch den eigenen Führerschein.
Knapp 5.000 Autofahrer waren im vergangenen Jahr auf den Straßen des Überwalds zu schnell unterwegs – was der Blitzeranhänger sowie das mobile Blitzgerät auf Bildern festhielten. Wie die Gemeinde Wald-Michelbach auf Nachfrage der Redaktion mitteilt, spülte dies im Jahr 2024 knapp 192.000 Euro in die Kasse des Ordnungs- und Verwaltungsbehördenbezirks Überwald.
Spitzenreiter in Affolterbach erwischt
Die meisten Verstöße stellte die Behörde dabei auf der L3120 (Hofwiese) am Ortsausgang von Affolterbach in Fahrtrichtung Olfen sowie am Ortseingang von Wald-Michelbach auf der L3120 (Ludwigstraße) in Fahrtrichtung Ortsmitte fest.
An ersterem Standort wurde auch der absolute Spitzenreiter für 2024 ermittelt: Statt der erlaubten 50 km/h war ein Autofahrer mit 125 km/h unterwegs. Die Konsequenz laut aktuellem Bußgeldkatalog: 800 Euro Bußgeld, zwei Punkte in Flensburg und drei Monate Fahrverbot.
Hintergrundinformationen zu den Blitzern
Die drei Überwald-Gemeinden schafften den mobilen Blitzanhänger der Firma Vitronic Anfang Januar 2020 an. Seinen ersten Einsatz hatte er im Juni desselben Jahres.
Zur selben Zeit gründeten Abtsteinach, Grasellenbach und Wald-Michelbach im Rahmen der Interkommunalen Zusammenarbeit einen gemeinsamen Ordnungs- und Verwaltungsbehördenbezirk.
Ende 2021 bestellte der Bezirk zusätzlich ein mobiles Blitzgerät. Dieses war lange Zeit nicht lieferbar, seit Ende September 2022 ist es jedoch im gesamten Überwald im Einsatz.
Der Schwerpunkt der Aufgaben liegt auf der Überwachung des ruhenden und des fließenden Straßenverkehrs.
Die eingenommenen Gelder fließen nicht eins zu eins in die Gemeindekasse. Ein großer Teil geht an die Bußgeldstelle nach Kassel.
Seit fünf Jahren im Einsatz
Fünf Jahre ist es her, dass der Ordnungs- und Verwaltungsbehördenbezirk Überwald den Blitzeranhänger angeschafft hat. Seither hat er rund 15.500 Temposünder geblitzt. Die Behörde erhofft sich dadurch vor allem ein verbessertes Verkehrsverhalten, mehr Sicherheit für Fußgänger und für alle anderen Verkehrsteilnehmer.
Deswegen werden die Standorte auch bewusst gewählt – im Überwald vorrangig in sogenannten „schutzwürdigen Örtlichkeiten und Zonen“, etwa an Kindergärten, Schulen, Senioren- oder Pflegeheimen sowie in 30er-Zonen. Während der Blitzeranhänger derzeit an 16 Stellen in Abtsteinach, Grasellenbach und Wald-Michelbach aufgestellt werden kann, sind die Mitarbeiter des Ordnungsamtes mit dem mobilen Gerät flexibler.
Deshalb wurden mit dieser Methode im vergangenen Jahr auch die meisten Verstöße festgestellt, heißt es seitens des Rathauses. Der Vorteil: Das mobile Gerät steht etwa zwei bis drei Stunden an einer Stelle und kann diese mehrmals am Tag wechseln. Der Anhänger bleibt hingegen meist fünf bis sieben Tage an einem Standort stehen. Überlegungen für fest installierte Blitzer – wie es sie früher etwa am Ortsausgang in Abtsteinach oder am Ortseingang in Wahlen gegeben hat – gibt es derzeit nicht.
Bußgeldkatalog und -rechner
Seit dem 9. November 2021 gilt der aktuelle Bußgeldkatalog in Deutschland. Wer geblitzt wurde, und wissen will, welche Strafe zu erwarten ist und ob sich ein Einspruch lohnt, kann etwa auf der Website des ADAC den kostenlosen Bußgeldrechner nutzen.