Wald-Michelbach

Gesangsklasse fasziniert mit Weihnachtsliedern

Bahnhofshalle zur Bühne für Weihnachtsmusical. Die Gesangsklasse 7a des Überwald-Gymnasiums rückt darin das Schicksal Obdachloser ins Zentrum.

Das Weihnachtsmusical der Gesangsklasse 7a des Überwald-Gymnasiums entführte die zahlreichen Zuschauer mit in eine Bahnhofshalle – und war angereichert mit „alten“ Weihnachtsliedern, die in ganz neuem Gewand präsentiert wurden. Zur Aufführung kamen auch Kinder der umliegenden Grundschulen. Foto: Marco Schilling
Das Weihnachtsmusical der Gesangsklasse 7a des Überwald-Gymnasiums entführte die zahlreichen Zuschauer mit in eine Bahnhofshalle – und war angereichert mit „alten“ Weihnachtsliedern, die in ganz neuem Gewand präsentiert wurden. Zur Aufführung kamen auch Kinder der umliegenden Grundschulen.

Ein Bahnhof. Die Hektik der Vorweihnachtszeit ist spürbar. Ein armer Obdachloser mit seinen Habseligkeiten in einem Gepäckwagen. Er hat das überfüllte Obdachlosenheim verlassen und will allein Weihnachten feiern. Er findet eine weggeworfene Weihnachts-CD und hört sie sich an. Wie kann man Musik wegwerfen, fragt er sich. Er hat selbst Geige gespielt und im Schulchor gesungen, aber nachdem er seine Arbeit verloren hat, lebt er auf der Straße und hat keine Lust mehr zu singen. Doch dann beginnt der Chor zu singen.

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„Vom Himmel hoch“ gegroovt

Das Weihnachtsmusical der Gesangsklasse 7a des Überwald-Gymnasiums nahm sein Publikum mit in eine Bahnhofshalle – angereichert mit „alten“ Weihnachtsliedern in neuem, jazzigem Gewand. Da groovt „Vom Himmel hoch“, da swingt „O du fröhliche“ wie in einer Big Band und da verzaubern Jazzharmonien in „Stille Nacht“.

Zwei verschiedene Besetzungen

Diese Verbindung von Musik, Gesang und Schauspiel brachten die jungen Künstler am vergangenen Donnerstagabend und Freitagvormittag auf die Bühne. Der Zuspruch der Musikklasse war so groß, dass bei beiden Inszenierungen zwei verschiedene Besetzungen auf der Bühne standen. Zur Aufführung am zweiten Tag waren auch die Kinder der umliegenden Grundschulen eingeladen.

700 000 Obdachlose ins Zentrum gerückt

In seiner Einführung erklärte der verantwortliche Musiklehrer und Dirigent Stefan Römer, dass auch die 700 000 Obdachlosen Weihnachten feiern wollen. Wie das geht, konnten die Zuschauer in den folgenden Szenen bewundern. Zwischen den einzelnen Szenen im Bahnhof singt die Gesangsklasse gemeinsam mit den Musikern Weihnachtslieder.

Zu rastlos, um zu singen

Danach versucht der Obdachlose die Passanten mit der Frage „Singt ihr zu Weihnachten?“ zum Mitsingen zu bewegen. Doch alle „können“ nicht singen, haben es eilig und wollen ihren Zug erreichen – und deshalb widmet er sich dem nächsten Lied.

„O du fröhliche“ als Jazzwalzer

Eine junge Mutter mit Kinderwagen eilt durch den Bahnhof und wird von dem Mann angesprochen. Das Kind hört gerne Musik. Der Protagonist kann sie überreden, mit einem Lied eine Pause einzulegen: „O du fröhliche“ ist ein wunderschöner Jazzwalzer und die junge Frau genießt das gemeinsame Musikhören und Innehalten. Auch die beiden Polizisten, die ihn wie so oft zum Gehen auffordern, lassen sich zu einem Lied überreden. Einer von ihnen erinnert sich, dass „Stille Nacht“ früher bei ihnen zu Hause am Weihnachtsabend gespielt wurde. Bei der Erinnerung an den geschmückten Baum, die Lichter und die Krippe wird er melancholisch und beginnt zu weinen.

Spende statt Computerspiel

Auch zwei Jungen, die mit dem Skateboard an ihm vorbeifahren, kann er anhalten und zum Zuhören bewegen. Zuerst abweisend, erinnert sich einer der beiden, dass er früher Klavier gespielt und im Schulchor gesungen hat. Bei einem Weihnachtskonzert habe er einmal „Es ist ein Ros entsprungen“ gesungen. Gemeinsam singen sie das Lied, und mit dem Hut eines netten Herrn sammeln sie Geld von den Wartenden. Zuerst wollen sie ein neues Computerspiel kaufen, aber dann geben sie es dem Obdachlosen, weil er es besser gebrauchen kann.

Happy End unterm Baum

Kurz darauf betritt eine alte Frau den Bahnhof mit einem schweren Koffer voller Notenhefte. Eine alte Freundin wollte sie wegwerfen, aber als Klavierlehrerin bringt sie es nicht übers Herz, Musik wegzuwerfen. Der Obdachlose und die alte Dame verstehen sich schnell und beschließen auf Drängen der alten Dame, einen Weihnachtsbaum zu kaufen, ihn zu schmücken und gemeinsam Weihnachten zu feiern. Auf seinem Gepäckwagen fährt er die alte Dame zu ihrer Wohnung, wo die Geschichte mit einer geruhsamen und glücklichen Weihnachtsfeier endet.

Es sind die kleinen Dinge

Nach großem und lang anhaltendem Applaus betonte der Studienleiter des Überwald-Gymnasiums Thomas Blumenrath, dass die Reise des Obdachlosen gezeigt habe, wie kleine Dinge unseren Alltag schöner machen. – Das Weihnachtsmusical bildete nicht nur eine gelungene, sondern auch eine friedvolle Einstimmung auf das bevorstehende Weihnachtsfest.